Waiblingen Live-Nacht mit acht Bands

Waiblingen. „Wo bitte geht es denn hier zur Musik?“, fragten sich am Samstagabend zwei aus Murrhardt angereiste Damen durch die Reihen der Nachtschwärmer auf dem Marktplatz. Die Antwort war einfach und auch wieder nicht, denn Musik lag allenthalben in der Luft.

„Eine Stadt - eine Nacht - überall Live-Musik“ lautete das Motto der siebten Waiblinger Live-Nacht. Und besser hätte der Start hinein in die neue Partysaison gar nicht ausfallen können: ein milder Frühlingsabend, der die Menschen aus den Häusern herauslockte, hervorragende Bands, die es verstanden, ihr Publikum in Stimmung zu versetzen, und Feierlaune pur! Von diesem Gefühl der Leichtigkeit profitierten dann allerdings nicht nur die Lokale, die an der Aktion teilnahmen.

Generell ließ sich konstatieren, dass an diesem Abend in den Gassen und Straßen der Altstadt reger Betrieb herrschte. Wirte hatten alle Hände voll zu tun, Tische und Stühle im Freien waren gut besetzt, wohl zu einem nicht geringen Teil von Besuchern der Live-Nacht, die sich erst eine habhafte kulinarische Grundlage schaffen wollten, bevor sie sich ins Getümmel stürzten. Bei der sechsten Musiknacht letzten Oktober hatte es Hunde und Katzen geregnet, ein eisiger Wind trieb die Partygäste durch die Fußgängerzone auf kürzestem Weg in die Lokale hinein. Diesmal war Flanieren angesagt, gemütlich von einem Lokal zum nächsten schlendern, von einer Band zur andern. Unter der Voraussetzung natürlich, dass man dann dort Platz fand. Denn innen drin war es streckenweise brechend voll.

Gedränge in der "Sonne"

Vor der „Sonne“ beispielsweise hatten sich bereits kurz nach 22 Uhr die ersten Grüppchen von denjenigen zusammengefunden, die sich durch das Gedränge im Gebäudeinnern abschrecken ließen. Kein Wunder, waren dort auch gleich zwei Acts geboten: Im Erdgeschoss heizte der Londoner Bluesrock-Sänger Eddy Wilkinson mit seiner Band ein, im Untergeschoss begeisterte „Harlem Express“ mit einer Mischung aus Soul, Funk, Hip-Hop, Latin, Dance und House, die auch im Big Apple New York ihre Fangemeinde gefunden hätte.

„Man muss rechtzeitig vorher kommen und für die Clique ausreichend Platz freihalten“, erläuterten routinierte Live-Nacht-Stammgäste. „Wir machen es jedes Mal so; schließlich geht es nicht nur um die Musik, sondern vor allem auch darum, sie gemeinsam zu erleben!“

Auf viele bekannte Gesichter traf der Besucher vor und in „Bobby’s Irishpub“. Dort sorgte „The Pulz“ mit zwei Akustikgitarren, Schlagzeug, Fiddle und der dominanten Stimme von Frontmann Bob Martin mit ihrer Performance für eine Pubatmosphäre, die keinen der Gäste außen vor ließ. Nebenan in der „Turmbar“ setzte man ebenfalls auf Vertrautes. Wie schon im vergangenen Jahr brannte „Sauvage“ ein Feuerwerk aus Calypso, Salsa, Reggae und R&B ab, bei dem nicht nur die Stimmung, sondern auch das Blut der Gäste in Wallung geriet.

Ein Lob den Bedienungen, die sich durch den Hexenkessel schlängelten

Nichts da mit „Einfach nur herumhängen“, es ging in die Arme und in die Beine, und immer wieder war auch das größte Gedränge kein Hindernis für den Drang, die eingängigen Rhythmen in Bewegung umzusetzen. Karibisches Flair war übrigens auch im „Iguana“ angesagt. Der auf Barbados geborene John Noville begeisterte dort wieder seine groovende Fangemeinde. Und auch dies muss einmal erwähnt werden: bewundernswert die Souveränität und das Geschick, mit denen sich das Bedienungspersonal durch den Hexenkessel schlängelte und dafür sorgte, dass niemand hungerte oder Durst litt.

Letzteres galt übrigens auch für das CBC am anderen Ende der Waiblinger Partymeile. Dort heizte „Firma Holunder“ bodenständig mit ihren Partyknallern ein, die weit über den Postplatz hallten. Das Duo hatte übrigens bei der letzten Live-Nacht schon in der Sonne seine Visitenkarte abgegeben und dort das Kellergewölbe zum Beben gebracht. Einen Hauch Erinnerung an die Madrider „Movida“ ihrer Jugendtage konnten die Besucher der Tenería einfangen, an die Zeit, als es Tapas in den Bars der Gran Vía, der Fuencarral oder rund um die Plaza Mayor noch als kostenlose Beilage zu jedem Glas Bier, Wein oder Cuba Libre gab. Für den entsprechenden musikalischen Background sorgte, ebenfalls wie schon im vergangenen Herbst, Alex Papas mit Wesley Dasilva. Sie lieferten ihrem begeisterten Publikum eine Mischung aus verschiedenen Stilen, die zu einem exotischen Latin-Feeling zusammenflossen.

Und selbstverständlich war, wie es in der Waiblinger Live-Nacht Tradition ist, auch noch nicht Schluss, nachdem die Musiker ihre Instrumente eingepackt hatten. Sowohl im Iguana wie auch im CBC, in der Turmbar und in der Sonne war Party bis vier Uhr in den Morgen angesagt. Wer lange genug durchhielt, konnte sogar die aufgehende Sonne begrüßen.

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