Waiblingen Modegeschäft "Für Sie" schließt nach 33 Jahren

Monika Rauschenberger schließt nach 33 Jahren ihre Boutique „Für Sie“. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Waiblingen. Das Internet und die großen Modeketten wie Zara und Primark sind das Aus für die kleinen Modegeschäfte, sagen viele. Dass es anders geht, zeigt Monika Rauschenberger. Mehr als 33 Jahre führte sie mit Schwung und Liebe die kleine Boutique „Für Sie“. Nun ist Schluss. Am 31. Oktober ist zum letzten Mal geöffnet. Nicht, weil die Kundinnen ausblieben, sondern weil Monika Rauschenberger in Zukunft mehr Zeit für sich will.

„Es war wunderschön, was ich an Freundschaften und Vertrauen zurückbekommen habe“, sagt Monika Rauschenberger (58). Mehr als 33 Jahre betrieb sie ihren kleinen Modeladen hinter dem Spielwarengeschäft Wiedmann und entwickelte in dieser Zeit einen besonderen Service: Sie besorgte ihren Kundinnen genau die Kleider und Accessoires, die sich diese wünschten und die zu ihnen passten. „Ich hatte viele Stammkunden“, sagt Monika Rauschenberger. Und diese scheinen auf ihre vertraute Boutique nur schwer zu verzichten. Seit klar ist, dass bald Schluss ist, laufen bei Rauschenberger noch mehr Anfragen als früher auf. Etliche Ware wie Pullis, Jacken und Hosen muste sie noch nachbestellen.

Events und Modenschauen

Ursprünglich hatte sich im Haus in der Oberen Sackgasse 1 in Waiblingen das Malergeschäft ihres Vaters befunden. „Nach seinem Tod musste das Haus umgebaut werden“, erzählt Monika Rauschenberger. Dabei sei die Idee eines Ladens entstanden. Mit viel Learning by Doing und einem ausgeschlafenen Betriebsberater an ihrer Seite machte sie aus dem Lädchen ein kleines, feines Modegeschäft, in dem sie sich selbst mit viel Freude an der Mode und ihren Kundinnen auslebte. „Je länger ich das gemacht habe, desto klarer wurde mir, wie viel Spaß ich hier habe“, erinnert sie sich. „Wir hatten Events, Modenschauen und Bewirtung – es war toll.“

77 Quadratmeter großer Laden wird frei

Sehr viel Zeit hat sie in ihrem Laden verbracht, in dem außer ihr noch eine Verkäuferin zugange war. Irgendwann, sagt sie, habe sie über sich nachgedacht. „Ich habe rausgefunden, dass es noch andere Dinge gibt im Leben als montags zu starten und samstagnachmittags zu merken, die Woche ist vorbei“, sagt sie und lacht. Pläne für die Zeit „danach“ habe sie noch keine. Zuerst müsse der Laden abgewickelt werden. „Noch bin ich ja voll im Geschäft, ein Bestandteil des Ladens.“ Noch hängen auch die Kleiderständer voll, während sich andererseits die Frauen schon von ihr verabschieden. Ein wenig traurig ist sie schon, ihre Kundinnen aufgeben zu müssen. Und ja, sie könnte sich schon „noch reinschwingen“, wie sie sagt: weiterhin schöne Dinge einkaufen und ihre Kundinnen damit ausstatten: „Die Leidenschaft für Mode“ ist ja noch da. „Trotzdem habe ich das gute Gefühl, dass es richtig ist“, sagt die 58-jährige Ehefrau, Mutter und Großmutter überzeugt. „Ich muss schauen, was kommt. Aber ich freue mich auf die freie Zeit.“

Noch steht nicht fest, wer den 77 Quadratmeter großen Laden übernehmen wird. „Wir möchten aber weder einen Bäcker, noch einen Optiker und auch kein Kebab-Haus“, sagt der Eigentümer Ullrich Villinger.

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