Waiblingen Neue Städtepartnerschaft besiegelt

Waiblingen. Es ist besiegelt: Waiblingen hat eine neue „sister city“. Die Partnerschaft mit der amerikanischen Stadt Virginia Beach war 2016 im Gemeinderat beschlossen worden. Nun ist eine Delegation aus Waiblingen in die Küstenstadt gereist, um die Partnerschaftsurkunde zu unterschreiben.

Mit einer Ehe verglich der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky eine Städtepartnerschaft in seinem Grußwort: Ebenso wie mit einer Heirat werde mit einer solchen Partnerschaft der Grundstein dafür gelegt, den weiteren Lebensweg Seite an Seite zu gehen. „Wir werden die Zukunft gemeinsam gestalten“, so Hesky.

Anfang Oktober war eine Waiblinger Delegation nach Virginia Beach zur Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde gereist. Mit dabei waren neben Oberbürgermeister Andreas Hesky auch die Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktionen, Siegfried Kasper (CDU), Wilfried Jasper (DFB), Roland Wied (SPD), Alfonso Fazio (ALi) und Julia Goll (FDP).

Bei der Unterzeichnung anwesend war auch Hans-Peter Stihl – kein Zufall, denn die Firma Stihl war auch der Postillon d’Amour gewesen, der die beiden Städte erst zusammengebracht hatte.

Firma Stihl als verbindendes Element

Hier wie dort ist der Sägenhersteller der größte Arbeitgeber. „Stihl ist das verbindende Glied zwischen unseren beiden Städten“, betonte Hesky. So besichtigte die Waiblinger Delegation vor Ort auch die Niederlassung des Waiblinger Unternehmens, die seit den 70er Jahren besteht.

Am Samstag stand dann ein Besuch auf dem „Neptune-Festival“ an, bei dem entlang der Strandpromenade unter anderem Skulpturen aus Sand ausgestellt werden. Am Sonntag schließlich unterzeichneten die beiden Bürgermeister die Partnerschaftsurkunde. Als Gastgeschenk überreichte der Bürgermeister von Virginia Beach, William Sessoms, dem Waiblinger Oberbürgermeister dabei einen gold-schwarzen Globus.

Schüleraustausch zwischen dem Staufergymnasium und der Tallwood Highschool

Bereits seit 2012 besteht ein Schüleraustausch zwischen dem Staufergymnasium und der Tallwood Highschool in Virginia Beach. Die nächste Schülergruppe aus der amerikanischen Partnerstadt wird am Donnerstag im Rathaus erwartet.

Seitens der Waiblinger Schule bestehe der Wunsch, den Austausch auszuweiten, berichtete Andreas Hesky. Dies sei einer der Gründe für eine Städtepartnerschaft gewesen. Nun könnten leichter andere Schulen in Waiblingen wie auch in der Partnerstadt an einem Austauschprogramm beteiligt werden. Das Waiblinger Saliergymnasium hat demnach bereits Interesse signalisiert.

Zusammenwachsen, statt Gräben schaufeln

Auch vor Ort in Virginia Beach habe er in Gesprächen mit Schülern die Neugier darauf gespürt, die neue Partnerstadt kennenzulernen, berichtete der SPD-Gemeinderat Roland Wied. Ohnehin sei es bei allen Städtepartnerschaften immer wieder erstaunlich, wie schnell die Menschen sich verstünden, ergänzte der DFB-Gemeinderat Wilfried Jasper.

„Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, keine Gräben zu schaufeln, sondern zusammenzuwachsen“, betonte er. „Vor Ort, das ist nicht nur Trump“, pflichtete Alfonso Fazio (ALi) ihm bei. Wichtig sei es allen Beteiligten auch, keine Funktionärspartnerschaft zu haben, sondern eine, an der auch die Bevölkerung und insbesondere die Jugend teilhaben könne, fügte Siegfried Kasper (CDU) hinzu.

Auch ein Künstler-Austausch ist denkbar

Dass sich die neue Städtepartnerschaft in genau diese Richtung entwickeln wird, daran glauben die Initiatoren fest. Anknüpfungspunkte gebe es neben dem Austausch der Schulen und wirtschaftlichen Kontakten genügend. Auch ein künstlerischer Austausch ist Hesky zufolge denkbar: Beide Städte haben Kunstschulen. Zudem habe die Künstlergruppe „Art U Zehn“ ebenfalls bereits mehrfach nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den amerikanischen Partnern gefragt.

Komplizierter als mit europäischen Partnerstädten ist solch eine transatlantische Verbindung laut der Fachbereichsleiterin Gabriele Simmendinger nicht. Wie gut die Zusammenarbeit klappe, das hänge immer von den Partnern ab – also von den Menschen, die hinter den Verträgen steckten.


Virginia Beach

  • Die neue Waiblinger Partnerstadt Virginia Beach liegt an der Ostküste der USA im Bundesstaat Virginia.
  • Etwa 440 000 Menschen leben in der Stadt, die 1906 gegründet wurde.
  • Der Sandstrand vor Virginia Beach ist 45 Kilometer lang und wird im Guinnessbuch der Rekorde als „longest pleasure beach in the world“ – also als längster Vergnügungsstrand der Welt – aufgeführt.
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