Waiblingen-Neustadt 7. White Dinner: Selbst gemachte Leckereien und familiäre Atmosphäre

Waiblingen-Neustadt. Der Vorplatz vor dem Neustädter Rathaus ist festlich geschmückt, an weiß gedeckten Tafeln sitzen weiß gekleidete Menschen und erfreuen sich eines ganz besonderen Festmahls aus vielen von daheim mitgebrachten Schüsseln. Das „White Dinner“ fiel am Samstagabend glücklicherweise nicht ins Wasser – dank des schützenden Rathausvordachs.

Es sieht aus wie bei einer Hochzeit: Das viele Weiß und der Blumenschmuck auf den Tischen und rund um den kleinen Brunnen herum, sogar die Nuss’sche Bronzeskulptur, der „Zwetschgenklopfer“, trägt heute einen weißen Schal und eine Serviette über dem vorgestreckten Unterarm. Ob er den Dinner-Gästen wohl aufwartet?

Aber nein, denn wie jedes Jahr gilt bei diesem Event der Grundsatz der Selbstbedienung. Auf den Tischen häufen sich Schüsseln und Platten mit selbst gemachten Speisen, von Lasagne und anderer Pasta bis zur Sülze, es gibt Fleischbällchen, kalte Kartoffeln, frisches Brot, Kartoffelpizza und vieles mehr. Jeder hat etwas von zu Hause mitgebracht, und jetzt wird ordentlich getafelt. Dass dazu auch ein edler Tropfen nicht fehlen darf, versteht sich von selbst, die ein oder andere Flasche guten Weins macht die Runde. Das Gitarrentrio „Zaitensprung“ untermalt das Essen mit sanft dahinplätschernden Klängen. „Auf uns – auf alle!“, prosten sich die Gäste bei diesem ganz besonderen Abendessen zu.

Gutes Essen, Wein und nette Gespräche

Die Stimmung ist so familiär und gelöst, wie man sich das bei einem gemütlichen, eben nicht kommerziellen Dorffest dieser Größenordnung nur wünschen kann. Obwohl bei weitem nicht alle Gäste direkt aus Neustadt kommen – eine Partei ist aus Ludwigsburg angereist –, scheinen sich alle zu kennen und bestens zu verstehen.

„Die meisten kommen jedes Jahr her. Die, die nicht aus Neustadt kommen, haben aber trotzdem Verbindungen zum Ort“, erklärt Ortsvorsteherin Daniela Tiemann. Wenn man die Gäste fragt, warum sie heute Abend hier zusammensitzen und warum das so schön ist, fällt ihnen eine ganze Liste von Gründen dafür ein: Ganz vorne stehen natürlich das gute Essen, der Wein und die netten Gespräche. „Es macht einfach Spaß“, stellt eine Besucherin fest, alle loben die Vielfalt, den Austausch und den Wert der Veranstaltung als Tradition.

Bereits zum siebten Mal findet das „White Dinner“ jetzt statt, mit der Farbe Weiß soll der Sommer zelebriert werden. Das Trio „Zaitensprung“ ist seit dem ersten Jahr mit dabei und hat das Event klanglich stark geprägt: „Das passt einfach von der Musik her“, so Tiemann. Dieser Meinung ist auch der jüngste Besucher, der acht Monate alte Nils, der während der akustischen Interpretation von Cyndie Laupers „Time after Time“ friedlich in seinem Kinderwagen schläft.

„Die letzten Jahre hatten wir immer Glück mit dem Wetter“, heute erinnern ein gelegentliches Donnergrollen und eine dunkle Wolkendecke daran, dass der Himmel jederzeit seine Schleusen öffnen kann. „Deshalb haben wir uns dieses Jahr eher unters Dach orientiert“, so Tiemann. Nur zwei der Tische, die „Optimistentische“, stehen zu Beginn der Veranstaltung ganz im Freien, ansonsten schützt das Vordach des Rathauses die fröhliche Gesellschaft vor der Witterung. Auch für den Fall, dass es richtig heftig gewittern sollte, gab es da bereits einen einfachen Plan: „Dann rutsch’ mer halt enger zamma“, so ein Besucher. Da sich alle kennen und viele Haus an Haus wohnen, ist das ja gar kein Problem.

Aber merke: „Die Nachbarn nehmen wir nur mit hier her, wenn sie gut kochen können“, scherzt einer der Gäste.

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