Waiblingen Not-Kita bei der Friedensschule soll Mangel überbrücken

Die Friedensschule in Neustadt Foto: ZVW/Benjamin Büttner (Archiv)

Waiblingen-Neustadt. Auf dem Gelände der Friedensschule baut die Stadt voraussichtlich eine Interimskita vor allem für Kinder aus Neustadt und Hohenacker. Sie soll die Zeit überbrücken, bis über Sanierung oder einen möglichen Neubau des benachbarten Kindergartens Ringstraße entschieden ist.

Eigentlich hatte die Stadt geplant, die Interimskita in einem der wenig genutzten Pavillons auf dem Gelände der Friedensschule einzurichten. Wie sich zwischenzeitlich herausstellte, sind die Gebäude dafür nicht geeignet. Der Sanierungsbedarf wäre so groß, dass sie für eine schnelle Lösung nicht in Betracht kommen. Als Ersatzfläche ist daher ein Bolzplatz in den Fokus gerückt, der sich mit seinem festen Untergrund für ein Bauwerk in Systembauweise bestens eignet, wie Hochbauamtsleiter Michael Gunser im Ausschuss für Bildung, Soziales und Verwaltung des Gemeinderats darlegte. Gedacht ist an ein zweigeschossiges Interimsgebäude, das nach Dafürhalten der Verwaltung zunächst gemietet werden sollte. Für den Außenbereich der Kita wird ein Teil des vorhandenen Spielbereiches der Grundschule herangezogen. Der Bolzplatz werde nur geringfügig genutzt, hieß es in der Sitzung.

Dürr: Dem Bildungscampus gehört die Zukunft

Die Idee, Kita und Schule auf einer Art „Campus“ zusammenzuführen, habe viel Charme, meinte Erste Bürgermeisterin Christiane Dürr und berichtete von einer Tagung mit Familienministerin Franziska Giffey, bei der derartige Bildungshaus-Lösungen als vorbildlich für die pädagogische Zukunft erklärt wurden. SPD-Stadtrat Peter Beck, Schulleiter in Welzheim, bestätigte, dass Bildungshäuser wesentlich für die Verzahnung von Kita und Schule sowie für das Wohl der Kinder seien.

Die Kindergartenbedarfsplanung für das Kindergartenjahr 2019/2020 hat, wie berichtet, für Neustadt und Hohenacker einen akuten zusätzlichen Bedarf an drei Kindergartengruppen (zwei Gruppen für Kinder über und eine für Kinder unter drei Jahren) im Ganztagsbetrieb ermittelt. Der Mangel an Plätzen kann auch nicht mehr wie in der Vergangenheit überbrückt werden, indem Kinder auf andere Einrichtungen verwiesen werden, die nicht dem ursprünglichen Elternwunsch entsprechen. Zuspitzen könnte sich die Situation noch, wenn der Waldorf-Kindergarten in Neustadt tatsächlich von seinen Ausbauplänen wieder abrückt, welche die Stadt etwas entlastet hätten. „Das müssen wir mitbedenken“, sagte Christiane Dürr.

Kindergarten Ringstraße kommt auf den Prüfstand

Kurzfristig war als Standort noch eine Fläche in Hohenacker ins Gespräch gekommen. Doch zum einen sind dort laut der Verwaltung wegen eines Erbfalls die Eigentumsverhältnisse noch nicht geklärt, zum anderen spreche übrigens auch für die Friedensschule, dass im Bedarfsfall auch Waiblinger Kernstadt-Kinder dorthin verwiesen werden könnten - nach Hohenacker wegen der Entfernung nicht.

In absehbarer Zeit kommt auch der Kindergarten Ringstraße auf den Prüfstand. „Einer der ältesten Kindergärten der Stadt“, wie die Erste Bürgermeisterin betont. Die Nachfrage nach verlängerten Öffnungszeiten und Ganztagsbetreuung steigt überall, die Kapazitäten aber sind ausgeschöpft. Sehr genau wollen Verwaltung und Gemeinderat abwägen, welche Option hier die bessere ist: Generalsanierung oder Abriss und Neubau.

Für drei oder vier Jahre soll die Interimskita auf dem Friedensschulgelände bestehen. Die Pläne umfassen drei Gruppenräume, zwei Schlafräume sowie einen Küchenbereich für den Ganztagsbetrieb, ein Büro und Personalräume sowie die Sanitäreinrichtungen. Der Gemeinderat soll kommende Woche nach Einsicht in die Kostenaufstellung entscheiden, ob die Systembauteile gekauft oder gemietet werden.

Die Pavillons der Friedensschule werden in den nächsten Jahren wohl doch noch benötigt. Und zwar behelfsmäßig für Auslagerungen bei den anstehenden Baumaßnahmen in der Grundschule und der Gemeinschaftsschule, die sich zeitlich mit der Interimskita und einer Sanierung beziehungsweise einem Neubau der Kita Ringstraße überschneiden.


Noch eine Notkita

Die Planungen für die Notkita in der Schorndorfer Straße beim Freibad laufen derzeit auf Hochtouren. Das Grundstück gehört den Stadtwerken, also einer städtischen Tochtergesellschaft – der Erwerb sollte kein Problem sein.

Für bis zu 60 Kinder über drei und zehn Kinder unter drei Jahren soll in der in Schnellbauweise zu errichtenden Kita Platz sein. Nach Möglichkeit soll die Einrichtung noch in diesem Kindergartenjahr fertig werden.

Die Fertigstellung der Interimskita bei der Friedensschule ist für September 2020 geplant.

  • Bewertung
    1

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!