Waiblingen Ortsvorsteherin nach Reitunfall verstorben

Anja Wenninger ist am Samstag gestorben. Foto: Gaby Schneider

Waiblingen.
Die Bittenfelder Ortsvorsteherin Anja Wenninger ist am Samstag (02.11.) im Alter von 54 Jahren verstorben. Eine Woche zuvor war sie bei einem Reitunfall aus ungeklärter Ursache vom Pferd gestürzt und hatte sich dabei schwere Kopfverletzungen zugezogen. Ihren Reithelm hatte sie zwar getragen, aber er konnte sie nicht retten. Ohne Helm wäre sie wohl sofort verstorben, heißt es. Die Woche über lag sie in einer neurochirurgischen Klinik in Ludwigsburg im Koma, wo sie sich zunächst zu erholen schien, doch letztlich war diese Verbesserung ihres Zustands nicht von Dauer.

Seit Oktober 2015 wirkte Anja Wenninger als Ortsvorsteherin in Bittenfeld. Bis zur vergangenen Kommunalwahl war sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD in Schwaikheim und ehrenamtliche Stellvertreterin des Bürgermeisters. „In Frau Wenninger verlieren wir eine sehr engagierte und beliebte Mitarbeiterin, die für ihre Positionen einstand“, sagte Oberbürgermeister Andreas Hesky am Sonntag gegenüber unserer Redaktion. Der Rathauschef kannte sie schon seit seiner Zeit in Ludwigsburg, als Wenninger im Fachbereich bürgerschaftliches Engagement die Umsetzung der lokalen Agenda koordinierte. Dieses Thema habe sie offenkundig nie losgelassen, so Hesky weiter. Denn auch in Bittenfeld lagen ihr gemeinschaftsbildende Projekte am Herzen. „Bittenfeld blüht auf“, Ausstellungen mit örtlichen Künstlern, das Bittenfelder Dorffest sowie die Einführung des Bürgerbusses zeugen davon. In ihrer Funktion als Ortsvorsteherin hat sie das Baugebiet Berg-Bürg mit auf den Weg gebracht sowie den Umbau beziehungsweise die Sanierung der Gemeindehalle begleitet.

Kurz nach Anja Wenningers Amtsantritt in Bittenfeld hat unsere Redaktion sie als "taffe Frau am richtigen Ort" porträtiert.. Eine Einschätzung, die sich im Laufe dieser viel zu kurzen vier Jahre voll und ganz bestätigte. Die Tochter des früheren Fellbacher Sozialbürgermeisters Raimund Ulrich konnte gut umgehen mit den selbstbewussten, oft auf Eigenständigkeit gegenüber der Waiblinger Gesamtstadt bedachten Bittenfeldern. Das nicht immer einfache Amt der Ortsvorsteherin hat sie als Person gelebt. Ihr Tod ist ein Verlust für die Ortschaft und ganz Waiblingen.
Ort und Termin der Beisetzung stehen noch nicht fest. Die für diese Woche angesetzte Sitzung des Ortschaftsrats wurde abgesagt.

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