">

Waiblingen Prinzessin Julia I. der Waiblinger Faschingsgesellschaft

Waiblingen. Traditionsgemäß läutet der „elfte Elfte“ die Faschingssaison ein. Bei der 1.WFG stieg an diesem Tag eine Party im Schlosskeller. Neben Gesang und Tanz gab es auch einige Bekanntmachungen: ein neues Jackett, drei neue Frauen für den Elferrat, ein neuer Jahresorden und die Amtseinsetzung der Prinzessin für die neue Kampagne.

Andächtig schreitet Prinzessin Julia die 1. von Ghibellinia durch ein Rosenspalier der Garde. Präsident der 1. WFG, Dieter Streitenberger, läuft sichtlich stolz neben ihr her. Mit ihrem cremeweißen, bodenlangen Kleid und dem funkelnden Diadem auf dem Kopf sieht Julia Cottoloni, wie die Amtsträgerin im wahren Leben heißt, tatsächlich aus wie eine Prinzessin.

„Ich freue mich sehr und fühle mich geehrt, ab heute für die neue Kampagne die Prinzessin sein zu dürfen“, so die 24-jährige Heilerziehungspflegerin. Im Verein selbst ist sie schon seit vielen Jahren aktiv: Begonnen bei den Junioren der Garde, ging es für sie weiter zu den Rems-Hexen und schließlich auch zu den Ohrenwuslern. Nun das Amt der Prinzessin übertragen zu bekommen ist für Julia die Erfüllung eines Traums.

Der Elferrat wird weiblicher

Für eine andere jedoch endet damit eine märchenhafte Zeit: Prinzessin der letzten Saison, Stefanie Hofmann. „Ich bin schon etwas wehmütig. Ich war bei jeder Veranstaltung dabei, habe viele Menschen kennengelernt und war einmal im Leben Prinzessin“, schwärmt die 31-Jährige.

Seit zwei Jahren wird das Leben der Prinzessin durch eine Zofe an ihrer Seite erleichtert. Diese muss die Prinzessin ein Jahr lang begleiten, im nächsten Jahr wird sie dann die neue Prinzessin.

Engagement und Spontanität

„Ich finde diese neue Regelung gut, weil so die Zofe miterlebt, was als Prinzessin auf sie zukommen wird. Außerdem ist es hilfreich, jemanden dabeizuhaben, der einem mit dem Kleid hilft, wenn man zum Beispiel auf die Toilette muss“, erklärt Stefanie und lacht.

Für das Amt als Prinzessin muss man zudem viel Zeit, Engagement und Spontanität mitbringen. „Oft stand ich auf der Bühne und musste improvisieren“, erinnert sich Stefanie.

Die 1.WFG sucht den Faschingsstar

An diesem Abend scheint das Bühnenprogramm im Schlosskeller allerdings gut organisiert zu sein. Neben der feierlichen Amtseinführung von Julia finden auch zahlreiche Showeinlagen statt. Aufgrund des 40-jährigen Bestehens hatte sich Elferrats- und Pressesprecher Rainer Niclaus etwas Besonderes einfallen lassen: Die 1.WFG sucht den Faschingsstar – eine Talentshow.

Leider gingen für diese keine Bewerbungen ein. „Das ist schade, aber wir haben einige Talente in den eigenen Reihen“, so Niclaus. Die siebenjährige Michelle Grizelj ist eines davon. Solo tanzt sie in weißem Rock und blauem Jackett über die Bühne, wirbelt im Kreis, wirft ihre Beine bis über den Kopf und springt gekonnt in einen Spagat. Das Publikum, das teilweise auch beispielsweise aus Untertürkheim besteht, ist begeistert.

„Was ist eine Party ohne Kuchen?“

Ein weiterer Höhepunkt ist die Vorstellung der neuen Mitglieder des Elferrats und deren neue Kleidung; ein graues Jackett mit schwarzem Kragen. Nachdem zwei Männer aus dem Rat zurücktreten, wird der Elferrat nun von drei weiteren Frauen verstärkt.

Damit sind Ehrenpräsident Peter Utri, Präsident Dieter Streitenberger und Elferratssprecher Rainer Niclaus die einzigen Männer im Rat. Die Vorzüge zeigen sich prompt: Nicole Natsioulas, eine der neuen Elferrätinnen, hat für den Einstand ganz nach dem Motto „Was ist eine Party ohne Kuchen?“ eine Schokoladentorte gebacken.

Damit steht der Faschingsfeier im Schlosskeller nichts mehr im Wege. Zu Guggenmusik wird bis in die Nacht hinein getanzt.


(K)ein Jubiläum

  • 1976 wurde der Waiblinger Faschingsclub als Abteilung im Städtischen Orchester gegründet. Ein Jahr später fand der erste Faschingsumzug statt.
  • Das 40-jährige Bestehen ist für den Verein aber kein Grund zum Feiern, denn im Fasching werden nur Zahlen der Elferreihe zelebriert. Die 1. WFG wurde 1992 ein selbstständiger Verein.
  • Bewertung
    16
 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. (Anschrift und E-Mail sind keine Pflichtangabe, allerdings können Kommentare ohne Angabe der vollständigen Adressdaten in der gedruckten Ausgabe leider nicht berücksichtigt werden. E-Mail, Straße und Nummer werden nicht veröffentlicht.)

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!