Waiblingen Schüsse im Eisental: 50-köpfige Soko arbeitet mit Hochdruck

Großeinsatz am Dienstag nach Schüssen im Eisental. Foto: SDMG

Waiblingen.
Um die Schüsse, die am Dienstagvormittag im Waiblinger Gewerbegebiet Eisental fielen, ranken sich weiterhin Rätsel. Der Gesundheitszustand des Niedergeschossenen ist nach wie vor „kritisch“, teilt Polizeisprecher Rudolf Biehlmaier mit, es bestehe immer noch „Lebensgefahr“, der Mann ist nicht vernehmungsfähig. Einen konkreten Tatverdacht gibt es, wie es aussieht, wohl noch nicht – falls es aber anders sein sollte, würde die Polizei Stand jetzt aus ermittlungstaktischen Gründen dennoch nichts preisgeben: Denn wenn Schlüsseldetails zur Unzeit bekanntwürden, könnte das den Flüchtigen in die Hände spielen.

So nachvollziehbar also das öffentliche Interesse bei einem derart aufwühlenden Fall ist – polizeiliche Diskretion ist mehr als nachvollziehbar; sie ist dringend geboten.

Vier Männer betraten am Dienstagvormittag die Autowerkstatt im Eisental, gegen 11.40 Uhr nahmen Anwohner ein „sehr lautes Streitgespräch“ wahr und kurz darauf das Knallgeräusch von Schüssen. Danach sollen dieselben vier das Gebäude wieder verlassen und in einem grauen Pkw Kombi davongefahren sein. Als die Polizei eintraf, fanden die Beamten den Betreiber der Werkstatt, einen 33-Jährigen ausländischer, möglicherweise libanesischer Herkunft, blutend und von mehreren Kugeln getroffen vor. Das Opfer wurde am Tatort notärztlich versorgt und per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.

Polizei vermutet, dass sich Opfer und Täter kannten

Die Polizei vermutet aufgrund des Geschehensablaufs, „dass zwischen Opfer und Tätern möglicherweise eine Vorbeziehung bestand oder sie sich zumindest kannten“. Was aber genau hinter dem Anschlag stecken könnte – private Streitigkeiten? Ein geschäftlicher Zwist? –, ist entweder weiterhin unklar oder jedenfalls keine Information, die zum aktuellen Zeitpunkt öffentlich gemacht werden kann.

Die etwa 50-köpfige Sonderkommission Eisental ermittelt mit Hochdruck: Nachbarschaftsbefragungen, Vernehmungen von Angehörigen oder Bekannten des Opfers, Hintergrundrecherchen, Auswertung von Unterlagen – all das gehört zum Recherche-Repertoire.

Tatort bleibt versiegelt

Die Spurensicherung am Tatort sei mittlerweile „im Prinzip abgeschlossen“, die Spezialtechniker vom Landeskriminalamt sind wieder abgerückt. Die Räumlichkeiten bleiben aber fürs Erste versiegelt, falls sich Nachermittlungsbedarf ergeben sollte.

Es ist davon auszugehen, dass die Beamten in der Werkstatt DNA-Spuren und Fingerabdrücke gefunden haben – diese Feststellung aber ist eine Selbstverständlichkeit: In dem Gebäude waren ja in den vergangenen Wochen unterschiedliche Leute, natürlich haben sie Spuren hinterlassen. Es wird nun darum gehen, harmlose Altspuren von Kunden oder Verwandten zuzuordnen und auszusieben; in der Hoffnung, dass Habhaftes übrig bleibt.

Weiterhin gilt: Leute, denen am Dienstag irgendetwas aufgefallen ist, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden unter 07151 / 9500. Bislang, sagt Biehlmaier, seien „wenige Hinweise“ eingegangen, aber „nichts so Konkretes“, dass der Sprecher von einem Durchbruch reden will.


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