Waiblingen Schüsse im Eisental: Opfer schwebt weiter in Lebensgefahr

, aktualisiert am 08.01.2020 - 14:13 Uhr
Die Spurensicherung untersucht den Tatort. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen.
Der 33-Jährige, der am Dienstag bei einer Auseinandersetzung im Eisental durch mehrere Schüsse schwer verletzt wurde, schwebt weiter in Lebensgefahr. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, ist der Mann deshalb nach wie vor nicht vernehmungsfähig. Man habe in der Zwischenzeit eine Sonderkommission Eisental eingerichtet, und suche im Zusammenhang mit der Tat nach vier Männern.

Das ist passiert

Um 11.40 Uhr wurden der Polizei am Dienstag Schüsse in einer Autowerkstatt in dem Waiblinger Industriegebiet gemeldet. Die einige Minuten danach am Tatort eingetroffenen Beamten fanden einen 33-Jährigen vor, der schwerst verletzt war und blutete. Nach einer notärztlichen Versorgung vor Ort wurde er mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht, wo er am Nachmittag operiert wurde. Eine sofort eingeleitete Großfahndung, bei der auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz war, blieb ohne Erfolg.

Das haben Zeugen berichtet

Zeugen berichteten am Dienstagnachmittag laut Polizei, dass zum Tatzeitpunkt vier Männer das Gelände der Autowerkstatt verließen und mit einem grauen Kombi davonfuhren. Den ersten Ermittlungen nach dürften diese vier Männer mit der Tat in Verbindung stehen.

Weitere Zeugen berichteten von einem lauten Streit unmittelbar vor den Schüssen. Die Polizei vermutet deshalb, dass zwischen Opfer und Tätern möglicherweise eine Vorbeziehung bestand - oder sie sich zumindest kannten. Aus mehreren Quellen liegen unserer Zeitung belastbare Hinweise vor, dass es sich bei dem Niedergeschossenen um einen Mann mit Migrationshintergrund handle; möglicherweise habe er die deutsche Staatsbürgerschaft, er sei aber libanesischer Herkunft. Ein Polizeisprecher will diese Informationen zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigen noch dementieren, erklärt aber auf konkrete Nachfrage: Ein ausländerfeindlicher Hintergrund, ein rassistisches Motiv gelte nach aktuellem Stand als „eher unwahrscheinlich.

Die Suche nach Spuren - und Zeugen

Bereits am Dienstagnachmittag nahmen Spezialisten des Landeskriminalamtes die Spurensicherungsarbeit am Tatort auf, am Mittwoch setzten sie ihre langwierige und penible Tätigkeit fort. Es geht darum, alles zu dokumentieren und auszuwerten, was Aufschluss geben könnte über den Ablauf der Tat oder die Identität der Täter.

"Die sehr intensiv geführten Ermittlungen erbrachten bislang keinen konkreten Tatverdacht", so die Polizei. Zeugen können sich bei der Kripo Waiblingen unter der Telefonnummer 07151/9500 melden. "Insbesondere von Bedeutung wären nähere Hinweise auf die vier unbekannten Männer und deren Auto."

Eine Sache konnte im Zusammenhang mit dem Vorfall mittlerweile aufgeklärte werden: Die zwei Männer und die Frau, die nach der Tat offenbar stark aufgewühlt versucht hatten, das von der Polizei abgesperrte Gebäude zu betreten, sind Angehörige des Schwerstverletzten. Die Polizei konnte die drei nicht ins Gebäude lassen, aber Beamte kümmerten sich um diese Menschen, die sich in einem emotionalen Ausnahmezustand befanden.


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