Waiblingen Schüsse im Eisental: Tatverdächtiger stellt sich

, aktualisiert am 13.01.2020 - 18:22 Uhr
Großeinsatz am Dienstag nach Schüssen im Eisental. Foto: SDMG

Waiblingen.
Nachdem ein 33-Jähriger am vergangenen Dienstag im Waiblinger Eisental durch Schüsse schwer verletzt wurde, hat sich einer der vier Tatverdächtigen der Polizei gestellt. Das gaben die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Polizeipräsidium Aalen am Montag (13.01.) in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt. Der Mann hat sich am Samstagnachmittag im Beisein seines Rechtsanwaltes gestellt. Er wurde bereits einem Haftrichter vorgeführt und in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Eine Aussage verweigerte er. Die Fahndung nach den drei anderen Tatverdächtigen (Brüder irakischer Abstammung) laufe weiter auf Hochtouren, so die Polizei.

Opfer weiter in Lebensgefahr

Das Opfer, zu dessen Staatsangehörigkeit es weiter keine offiziellen Informationen gibt – möglicherweise handelt es sich um einen Libanesen –, schwebt weiter in Lebensgefahr. „Er befindet sich unseres Wissens nach aber in einem vorerst stabilen Zustand“, so ein Polizeisprecher auf Nachfrage dieser Zeitung. Gegen die restlichen drei Tatverdächtigen gelten nach wie vor internationale Haftbefehle. Die Soko Eisental gehe aber nicht davon aus, dass sie sich im Ausland aufhalten. Der 33-Jährige, der sich gestellt hat, tat dies in einer Polizeidienststelle in Deutschland. Wo genau, wollte das Präsidium Aalen vorerst nicht mitteilen. Auch nicht, ob der Anwalt aus unserer Region stammt oder nicht.

Die Polizei hatte schon vergangene Woche gehofft, alle Tatverdächtigen in bestimmten Wohnungen in Korb, Waiblingen oder Stuttgart anzutreffen. Am Freitag waren deshalb Sondereinsatzkräfte ausgerückt und hatten diese Wohnungen durchsucht – allerdings ohne Erfolg. „Aus polizeitaktischen Gründen“ hat sich die Polizei aktuell gegen eine Öffentlichkeitsfahndung entschieden. Bei dieser Art Fahndung gibt die Polizei, sofern die Staatsanwaltschaft ihr Okay gegeben hat, Namen und Fotos der Gesuchten an die Medien. Ob sich die Ermittler in den nächsten Tagen für eine Öffentlichkeitsfahndung entscheiden, ist im Moment noch offen.

Ermittlungen dauern an

Der 33-jährige schwer verletzte Mann kann nach wie vor nicht befragt werden; er ringt noch immer um sein Leben. Fest steht inzwischen, dass der 33-Jährige und die vier gesuchten Brüder sich kannten. Bereits früher war es zu Streitigkeiten zwischen den Männern gekommen. Worum es dabei ging, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.

Am Dienstagvormittag vergangener Woche hatten Zeugen im Umfeld der betreffenden Autowerkstatt im Waiblinger Eisental zunächst einen lautstarken Streit gehört. Kurz darauf fielen mehrere Schüsse. Zeugen sahen vier Männer beim Tatort. Die vier fuhren mit einem grauen Pkw Kombi weg.

In der Soko Eisental sind derzeit sehr intensiv geführte Ermittlungen am Laufen, bei denen über 50 Beamte im Einsatz sind. Hinweise: Tel. 0 71 51/9 50-0.


Unsere bisherige Berichterstattung zum Thema

13.01.2020: Schüsse im Eisental: Tatverdächtiger stellt sich

10.01.2020: Schüsse im Eisental: "Wir wissen nicht, wo die Männer sind"

10.01.2020: Schüsse im Eisental: Durchsuchungen in Waiblingen, Korb und Stuttgart

09.01.2020: Schüsse im Eisental: 50-köpfige Soko arbeitet mit Hochdruck

08.01.2020: Schüsse im Eisental: Opfer schwebt weiter in Lebensgefahr

07.01.2020: Schüsse im Eisental: Zeugen hörten heftigen Streit

07.01.2020: Schüsse im Eisental: 33-Jähriger schwer verletzt

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