Waiblingen Schwieriges Parken bei der Post

Die fünf Kundenparkplätze vor dem Gebäude sind sehr begehrt. Foto: Büttner Foto: Büttner/ZVW

Waiblingen. Adventszeit ist Paketezeit. Entsprechend herrscht Hochsaison bei der Post. Auf den Parkplätzen vor der Filiale in der Mayenner Straße geht es nun besonders eng und unübersichtlich zu. Die Meinungen der Autofahrer zur Situation reichen von „bescheiden“ bis „reine Nervensache“. Besserung ist jedenfalls nicht in Sicht.

Wer bei der Post in der Mayenner Straße ein Paket aufgeben will, kann durchaus Glück haben. Hergefahren, Stellplatz gefunden, rein in die Filiale. Wer Pech hat, erlebt es ungefähr so: Mal sehen, ob einer der Kundenparkplätze frei ist. Scheint so. Also rauf mit dem Daimler aufs Gelände – leider entpuppt sich der freie Platz als reserviert für Behinderte. Mangels Wendekreis rückwärts raus auf die Johann-Auwärter-Straße, von wo ausgerechnet jetzt das nächste Auto, ein VW, einfahren will. Nun muss der VW ausweichen – ausgerechnet jetzt kommt jemand mit einem Ford vom Auto-Briefkasten und will auch auf die Straße. Gegenüber stößt gerade ein Toyota zurück von einem der städtischen Stellplätze bei der Bahnlinie. Und aus Richtung Mayenner Straße bildet sich ein Stau.

Fahrlehrer sucht das Chaos: „Das ist der Alltag“

Kleine Umfrage unter Postkunden: Fahrlehrer Christos Vasarmidis von X-Drive kommt oft privat, sucht aber auch mit seinen Fahrschülern bewusst Situationen wie diese, denn: „Das ist nun einmal der Alltag.“ Übersicht ist das Allerwichtigste, das versucht er zu vermitteln. Autofahrer müssen alle Richtungen im Blick haben und dürfen sich „nicht stressen lassen“, wenn einer überholen will und hupt. So hält’s zum Beispiel Postkundin Silke Jantz, für die Sicherheit beim Autofahren auch eine Frage der inneren Einstellung ist. Sie kommt lieber nicht auf den letzten Drücker, fährt notfalls einmal ums Karree, bis ein Platz frei ist – und bewahrt die Ruhe.

„Bescheiden“ findet Hans-Peter Schmidt die Lage. Nachmittags oder zu Stoßzeiten fährt er deshalb schon gar nicht mehr zur Post. Zu oft hat er brenzlige Situationen erlebt. Ein anderer Kunde, der seinen Namen nicht nennen möchte, urteilt noch härter: „beschissen“. Nachhaltig verärgert hat ihn, dass er einmal auf den 30-Minuten-Parkplätzen bei der Bahnlinie stand, das Warten in der Schlange in der Filiale aber so lange dauerte, dass er bei der Rückkehr zum Auto einen Strafzettel vorfand. Zufriedene Kunden gibt es aber auch: Ganz gelassen nimmt’s Julia Schwegler, die bisher noch immer einen Parkplatz bekommen hat.

Postbank: Parkplätze werden anderweitig genutzt

Die Postbank, welche die Filiale betreibt, bietet lediglich die fünf Parkplätze vor dem Haus, davon einer für Schwerbehinderte, der während der kleinen Umfrage zeitweise durchs Auto eines ziemlich fitten Fahrers belegt war. „Normal großen Fahrzeugen“ böten die Plätze ausreichend Raum, so Unternehmenssprecherin Iris Laduch-Reichelt. Sie würden intensiv genutzt, was der guten Lage der Filiale und der hohen Kundenfrequenz geschuldet sei. Viele Kunden aus dem ganzen Rems-Murr-Kreis schätzten die Möglichkeit, direkt an der Filiale zu parken und so problemlos große und schwere Pakete einliefern zu können.

Allerdings, so die Sprecherin weiter, beobachten die Mitarbeiter vor Ort, dass viele der dort Parkenden keine Postbank-Kunden seien, sondern die Kundenparkplätze nutzten, um Angelegenheiten bei der Kreisbaugesellschaft oder der Agentur für Arbeit in der Mayenner Straße zu erledigen. Damit die Parkplätze wirklich den Post(bank)- Kunden zur Verfügung stehen, würden die Plätze, soweit möglich, mehrmals täglich, überprüft. „Langzeitparker, die dort länger als 30 Minuten parken, weisen wir darauf hin, dass es sich um Kundenparkplätze handelt, und fordern diese auf, die Parkplätze nicht zu blockieren.“ Wie von der gelben Post zu hören ist, nutzen ganz findige Autofahrer sogar den für Zustellfahrzeuge reservierten Parkplatz auf der anderen Gebäudeseite.

Die 20 Parkplätze entlang der Bahnlinie fallen unter die Parkraum-Bewirtschaftung der Stadt, seit die Post sie vor fünf Jahren abgestoßen hat. Kontrollen durch den Vollzugsdienst gibt es regelmäßig, aber nicht schwerpunktmäßig, wie Werner Nußbaum, Fachbereichsleiter Bürgerdienste bei der Stadt, sagt.


Die Postfiliale bleibt

Entgegen anderslautenden Gerüchten plant die Postbank nicht, den Standort zu schließen. „Es besteht ein langfristiger Mietvertrag“, teilt eine Sprecherin mit, „aktuell bestehen keine Absichten, den Standort zu verändern oder aufzugeben.“

Das Gebäude befindet sich in Besitz der Kreisbau. Im Zuge des neuen Immobilien-Konzepts des Landkreises steht es aktuell nicht mehr im Fokus und wird auf absehbare Zeit wohl nicht für die Behörden genutzt werden. Der Mietvertrag mit der Postbank wurde bis 2023 verlängert. Trotzdem stehen mehrere Büros leer als mögliche Erweiterung für das Landratsamt.

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