Waiblingen So wird der Kita-Notstand überbrückt

Kinder beim Experimentieren in der Container-Kita „Beim Salier-Schulzentrum“. Foto: ZVW/Alexandra Palmizi

Waiblingen. Weil geplante Kitas nicht rechtzeitig fertig werden, herrscht in Waiblingen akuter Mangel an Kindergarten-Plätzen. Mit improvisierten Lösungen versucht die Stadt, den Notstand zu überbrücken. Eine Interims-Kita beim Freibad und eine zusätzliche Gruppe im Container-Kindergarten im Salier-Schulzentrum sind zwei davon.

Von außen wirken die Container der Kindertagesstätte zwischen den Sporthallen des Salier-Schulzentrums schmucklos und trist wie eine Flüchtlingsunterkunft. Ganz anders im Inneren: hell und geräumig, schön gestaltet. Dass sie sich in einem Container aufhalten, können Besucher hier schnell vergessen. Das ist auch gut so, denn auf die Behelfslösung bleibt die Stadt bis auf weiteres angewiesen. Während der Sanierung des Salier-Gymnasiums diente sie als Ausweichquartier, jetzt als Kindergarten – und nach den Sommerferien soll im Bewegungsraum eine weitere Gruppe mit 20 Plätzen und verlängerten Öffnungszeiten eingerichtet werden.

Container oder Holzbauwiese beim Freibad?

Beim Freibad an der Schorndorfer Straße muss die Stadt Waiblingen im Sommer die nächste Not-Kita aus dem Boden stampfen. Definitiv ist hier noch nichts, doch die Erste Bürgermeisterin Christiane Dürr gibt sich optimistisch, dass der Plan aufgeht. Schließlich gehört das Grundstück den Stadtwerken, also einer städtischen Tochtergesellschaft. „Wir brauchen die Einrichtung zum neuen Kindergartenjahr, vielleicht klappt es aber nicht gleich zum September.“ Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, ob Container oder Holzbauweise ist aber noch zu klären. Für bis zu 60 Kinder über drei und zehn Kinder unter drei Jahren soll Platz sein.

Die Übergangslösungen sollen, sobald die geplanten Kitas auf dem ehemaligen Krankenhausareal – voraussichtlich im Herbst 2021 – und in Waiblingen-Süd – voraussichtlich im Herbst 2020 – in Betrieb gehen, schrittweise wieder aufgelöst werden. Ein weiteres Interim wird nötig, wenn die Generalsanierung des Kinderhauses Mitte ansteht: Ende 2020 ziehen Kinder und Erzieherinnen der größten Kita Waiblingens in die Comeniusschule um.

Praktisch gleichzeitig mit Inbetriebnahme der Montessori-Kinderwelten im Beinsteiner Gewerbegebiet vor fünf Jahren hat der Träger an seinem Standort Ameisenbühl eine altersgemischte Gruppe geschlossen. Wegen der hohen Nachfrage wird sie als Kindergarten-Gruppe reaktiviert und soll bis spätestens zum neuen Kindergartenjahr bereit sein.

Auch die Ortschaften sind vom Platzmangel betroffen

Wie sieht’s in den Ortschaften aus? In Hohenacker besteht Bedarf an einer zusätzlichen Kindergarten-Gruppe. Dafür werden in der Einrichtung „Kirchäcker“ Kleinkinder-Plätze in solche für Kinder ab drei Jahren umgewandelt. Nach Stand der Anmeldungen reichen damit die Plätze für die Kinder aus der Ortschaft, aus den anderen Ortschaften können jedoch keine aufgenommen werden. In Beinstein bekommt jedes angemeldete Kind einen Platz – dank Umwandlung von Kleinkind- in Kindergartenplätze. Auch in Hegnach wurden schon U3-Plätze umgewandelt. Der Kindergarten St. Christophorus plant einen Anbau, um das Angebot auszuweiten und könnte im Frühjahr fertig sein. In Neustadt befindet sich ein Anbau des Waldorf-Kindergartens in Planung. Da nicht für alle Kinder im Ort Platz vorhanden ist, müssen einige in die Provisorien der Kernstadt ausweichen.

Im Anbau der Bittenfelder Schillerschule wird Ende des Jahres eine zweigruppige Kita fertig. Für neun Kinder unter drei Jahren richtet der Tageselternverein einen neuen „Tiger“ (Kindertagespflege in geeigneten Räumen) ein. Im Neubaugebiet Berg-Bürg stehen Flächen zur Verfügung, auf denen der bestehende Kindergarten erweitert werden kann.


Kindersegen

Waiblingen erlebt seit Jahren einen Kinder-Boom: Lebten im Jahr 2014 noch 1529 Jungen und Mädchen im Kindergartenalter in Waiblingen, so werden es 2020 etwa 1730 sein.

Gründe dafür sind Zuzüge und neue Baugebiete, die wiederum auswärtige Familien anlockten und zu einer allgemein höheren Einwohnerzahl führten.

Andererseits wurden mehrere Kitas (Waiblingen-Süd, ehemaliges Krankenhaus-Areal, Mia-Stihl-Betriebskindergarten ) nicht so schnell fertig wie erhofft.

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