Waiblingen Start für Wohnbau-Offensive

Waiblingen. Die Bebauung des Krankenhaus-Areals mit insgesamt 200 Wohnungen kann beginnen. Kreisbau, Landkreis und Stadt unterzeichneten am Dienstag die entsprechenden Verträge. Für 40 dieser Wohnungen hat sich die Stadt die Belegungsrechte gesichert. Voraussichtlich Mitte 2020 wird das neue Wohngebiet bezogen.

Die Tage der Wüstenei auf dem Krankenhaus-Areal scheinen gezählt. Die bauliche Erschließung des Geländes soll jetzt beginnen. Wenn die ersten Straßen angelegt und die Leitungen vorbereitet sind, könnte Ende des Jahres der Baustart für die Wohnungen erfolgen. Ein Teil des Areals gehört zum vor wenigen Wochen beschlossenen Investitionsprogramm des Landkreises für sozialen Wohnungsbau, wonach die Kreisbau in den kommenden zehn Jahren kreisweit 500 neue bezahlbare Wohneinheiten schafft. 100 davon in Waiblingen – 80 auf dem Klinikareal, 20 an anderen Standorten der Stadt. Beim größten Waiblinger Projekt sollen über die Hälfte der neuen Wohnungen gefördert und preisreduziert sein.

Statt neuem Landratsamt jetzt doch ein Wohngebiet

Dahinter steckt laut Landrat Richard Sigel die Erkenntnis, dass „die Wohnungsknappheit längst bei uns im Rems-Murr-Kreis angekommen ist“. Eine aktuelle Prognose-Studie bestätige einen „hohen bis sehr hohen Nachfrageüberhang“. Waiblingen selbst verzeichnet ein Bevölkerungswachstum von 3000 Menschen innerhalb von fünf Jahren. Zwar verfügen die bereits über Wohnraum, doch Baubürgermeisterin Birgit Priebe ist sich sicher: „Diese Entwicklung wird weitergehen.“

Was war außer dem Grundbuchamt nicht schon alles vorgesehen auf der Fläche: Justizzentrum, Polizei, Fachhochschule – und der Sozialbereich des Landratsamts. Eigentlich hatte die Stadt ihre Planungen schon abgeschlossen, als mit dem Wechsel an der Spitze des Landratsamts die Weichen plötzlich wieder auf null gestellt wurden und Richard Sigel eine neue Gesamtimmobilienkonzeption für die 13 Standorte des Landratsamts anstieß. Auch wenn die Stadtverwaltung daran erst einmal zu schlucken hatte, war das doch aus heutiger Sicht eine positive Entwicklung, findet Birgit Priebe. „Das Areal hat eine hervorragende Lage im Stadtgebiet“, nennt OB Andreas Hesky die Vorzüge des Gebiets. Die Innenstadt und wichtige Einrichtungen wie Galerie, Bürgerzentrum und Schulen könnten bequem zu Fuß erreicht werden. Eigentlich ideal für Wohnbebauung.

30 Millionen Euro Investition

Die Kreisbau hat nun laut Richard Sigel ganz explizit den „politischen Auftrag“, die besagten 500 Wohnungen zu schaffen. Das sei zwar ohnehin ihre vornehmste Aufgabe, räumt Kreisbau-Geschäftsführer Dirk Braune ein. „Eine Gesamtkonzeption gab es dafür bisher aber nicht, jetzt haben wir sie.“ 30 Millionen investiert die Kreisbau in Waiblingen.

Bewusst hatte sich die Stadt bei der Wohnbebauung des Areals gegen „Einheitsbrei“ und für mehrere Bauträger entschieden. Die Auswahl fiel in einem städtebaulichen Wettbewerb. Der Entwurf der Kreisbau, der eine viergruppige, städtische Kindertagesstätte beinhaltet, stammt vom Büro Ackermann und Raff. Als weitere Bauträger sind auf dem Gebiet das Siedlungswerk und die GWG Stuttgart engagiert – alle wollen praktisch zeitgleich bauen. „Es wird ein Gewusel, aber wir bekommen das koordiniert“, meint die Baubürgermeisterin. Klar ist: Die Anwohner werden sich für einige Zeit auf Lkw-Verkehr und Baulärm einstellen müssen.

Das Programm

Mit dem Investitionsprogramm zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum will der Landkreis das Eigenkapital der Kreisbaugruppe um insgesamt rund zehn Millionen Euro stärken, damit diese in den nächsten zehn Jahren mindestens 500 neue bezahlbare Mietwohnungen bauen kann. Das Projekt auf dem Klinikareal umfasst auch 37 Eigentumswohnungen, deren Erlöse wiederum dem sozialen Wohnungsbau zufließen sollen.

Der Wohnungsbestand der Kreisbau soll auf diese Weise von heute 750 Wohnungen auf 1250 Mietwohnungen erhöht werden. Der Kreistag hat diesem Investitionsprogramm am 18. Dezember 2017 zugestimmt.

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