Waiblingen Stihl setzt auf die Farbe Orange

Grün-orange Produktpalette bei der Pressekonferenz von Stihl in Waiblingen. Bereits seit Anfang der 90-er-Jahre gehören die grünen Viking-Produkte zu Stihl. Nun schlupft die Marke unter die orange Dachmarke von Stihl. (Archivbild) Foto: Büttner / ZVW

Waiblingen. Viking heißt künftig Stihl, sonst ändert sich nicht viel. Stihl integriert bis 2019 den grünen Gartengerätehersteller Viking und setzt auf eine einzige Farbe: das Orange von Stihl.

„Wir werden unter der bekannteren Weltmarke Stihl die vorhandenen Absatz- und Umsatzpotenziale für das bisherige Viking-Sortiment besser ausschöpfen - auch international“, begründete der Stihl-Vorstandsvorsitzende Dr. Bertram Kandziora in einer Pressemitteilung diesen Schritt. Ab 2019 vertreibt die Stihl-Gruppe das gesamte Produktsortiment des Gartengeräteherstellers Viking ausschließlich unter der Marke Stihl. Die Umstellung ermögliche eine Konzentration aller Vertriebs- und Marketingaktivitäten auf eine Marke. Im Gegensatz zur weltweit agierenden Marke Stihl beschränke sich Viking derzeit auf den europäischen Markt. Der Markenwechsel eröffnet dem Gartengeräte-Sortiment mittelfristig eine weltweite Vertriebsperspektive. Sicherlich böten Märkte, in denen die Marke Viking heute noch nicht vertreten ist, in Zukunft ein Wachstumspotenzial unter der Marke Stihl. „Wachstumspotenziale durch die Markenzusammenlegung sehen wir aber vor allen Dingen in den heutigen Viking-Märkten in Europa“, erklärte ein Sprecher der Stihl-Gruppe auf Anfrage.

Den Markenwechsel jetzt begründet Stihl nicht zuletzt damit, dass der Akku-Markt weltweit eine sehr große Dynamik habe. In dieser entscheidenden Phase gelte es, die Kräfte auf eine Marke zu bündeln und internationale Marktpotenziale auch außerhalb Europas zu nutzen. Viking habe sich konsequent wie Stihl auf ein Ziel hin ausgerichtet: „Spitzenqualität bei Produkt und Service.“ So habe Viking unter anderem viele Eigenentwicklungen vorangetrieben. „Wir haben ein gemeinsames Niveau erreicht, sowie ein umfassendes Gartengeräte-Sortiment, das es uns erlaubt, die Chancen einer Ein-Marken-Strategie zu nutzen“, teilte ein Sprecher mit.

„Wir erweitern die Sortimentskompetenz“

Das Gesamtsortiment bleibe unverändert erhalten und werde auch künftig entsprechend der Kundenbedürfnisse weiterentwickelt, schreibt Stihl mit Hinweis auf die beiden sich ergänzenden Produktportfolien. „Mit der Integration beider Produkt-sortimente in eine Marke schaffen wir für den servicegebenden Fachhandel und den Kunden klare Orientierung und mehr Transparenz. Außerdem erweitern wir die Sortimentskompetenz der Marke Stihl“, betont Norbert Pick, Vorstand Marketing und Vertrieb. „Know-how, Entwicklungskompetenz und Innovationskraft werden im Unternehmen gestärkt, was schlussendlich dem Kunden zugutekommt - mit neuen Produkten und Features“, sagt Pick. In aller Regel vertreiben die Fachhändler sowohl Motorsägen und -geräte von Stihl wie auch Rasenmäher, Robotermäher, Aufsitzmäher, Vertikutierer, Garten-Häcksler und Motorhacken.

Der Markenwechsel ändere nichts an der Vertriebsstrategie. Stihl- wie Viking-Produkte werden weiterhin über den servicegebenden Fachhandel verkauft, der Beratung, Einweisung und Service bietet. Selbst wenn für die meisten Hobby-Gärtner Baumärkte die erste Adresse sind, wenn sie samstags ihren Gartenbedarf decken wollen.

Eine strategische Entscheidung mit langfristiger Perspektive

Der bevorstehende Markenwechsel sei eine strategische Entscheidung mit langfristiger Perspektive. „Bis zum Startschuss 2019 ist genügend Zeit vorhanden, um eine sorgfältige Umsetzung sicherzustellen“, so Bertram Kandziora. Die Stihl-Gruppe garantiere, dass Regelungen für Viking-Produkte hinsichtlich Garantie, Ersatzteile und Service unverändert fortgelten. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Bertram Kandziora erklärt: „Unsere Kunden können auch weiterhin für ihre erworbenen Viking-Geräte auf die bewährten Leistungen des Fachhandels zählen.“

Bereits 2008 hatte Stihl die Sortimente der Marken Stihl und Viking neu geordnet und alle handgetragenen Elektrogeräte von Viking unter der Marke Stihl angeboten. Die Folge sei ein deutliches Absatzplus bei diesen Produktgruppen gewesen.

Der Hersteller von Gartengeräten gehört seit 1992 zur Stihl-Unternehmensgruppe und wurde viele Jahre von Dr. Nikolas Stihl, dem heutigen Vorsitzenden des Beirats der Stihl Holding AG & Co. KG und des Aufsichtsrats der Stihl AG, geleitet. – Die Viking GmbH mit Sitz in Langkampfen, Österreich, ist bereits heute maßgeblicher Fertigungsstandort für Akku-Produkte. Viking beschäftigt 450 Mitarbeiter. „Mit dem Markenwechsel stellen wir die Weichen für weiteres, weltweites Wachstum in der Stihl-Gruppe“, so Viking-Geschäftsführer Dr. Peter Pretzsch und der Stihl-Vorstandsvorsitzender Kandziora. Davon profitiere auch der Standort Langkampfen. „Es bleiben nicht nur alle Arbeitsplätze erhalten, sondern die Beschäftigung wird dadurch sogar weiterhin gestärkt“.

Die Stihl-Gruppe

Die Stihl-Gruppe entwickelt, fertigt und vertreibt eigenen Angaben zufolge motorbetriebene Geräte für die Forst- und Landwirtschaft sowie für die Landschaftspflege, die Bauwirtschaft und den anspruchsvollen Privatanwender. Ergänzt werde die Produktpalette durch das Gartengerätesortiment von Viking. Die Produkte werden grundsätzlich über den servicegebenden Fachhandel vertrieben - mit 36 eigenen Vertriebs- und Marketinggesellschaften, rund 120 Importeuren und mehr als 45 000 Fachhändlern in über 160 Ländern.

Stihl ist seit 1971 die meistverkaufte Motorsägenmarke weltweit. Stihl erzielte 2015 mit 14 245 Mitarbeitern, davon über 4000 in Deutschland, weltweit einen Umsatz von 3,25 Milliarden Euro. Auch 2016 ist die Stihl-Gruppe weiter gewachsen und erwartet in diesem Jahr ihren 15 000. Mitarbeiter.

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