Waiblingen Sturz vom Planwagen: „Selten und unglücklich“

Symbolbild. Foto: Habermann / ZVW

Waiblingen. Wie es der bei einem Juggesellinnenabschied aus einem Planwagen Gestürzten geht, ist nicht eindeutig klar. Sie sei auf dem Weg der Genesung und wohl außer Lebensgefahr, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums auf Nachfrage. Genaues könne er aber nicht sagen. Offenbar war die 30-Jährige nicht die Einzige, die während der Fahrt stand. Genau dies wurde ihr zum Verhängnis.

Oliver Conradt vom Waiblinger Ordnungsamt verweist vor allem auf Paragraf 21 der Straßenverkehrsordnung. Danach dürfen nicht mehr Personen befördert werden, als Sitzplätze vorhanden sind. Auch auf Anhängern dürfen, „wenn diese für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke eingesetzt werden, Personen auf geeigneten Sitzgelegenheiten mitgenommen werden. Das Stehen während der Fahrt ist verboten, soweit es nicht zur Begleitung der Ladung oder zur Arbeit auf der Ladefläche erforderlich ist.“

Laut Polizei überschritt die Anzahl der Teilnehmerinnen der Feiergesellschaft, die während der Fahrt mit dem von einem Traktor gezogenen Planwagen am Samstag feuchtfröhlich einen Junggesellinnenabschied begingen, zwar nicht die Anzahl der Sitzplätze. Der betreffende Planwagen sei mit festen Tischen, Sitzplätzen und Getränkehaltern ausgestattet gewesen. Leider sei es aber so, dass immer wieder Personen während der Fahrt aufstanden – was nicht erlaubt ist. So auch die 30-Jährige.

"Solche Unfälle sind sehr selten"

Der Traktor musste an der Ampel Talaue/Winnender Straße bei Rotlicht anhalten. Als er wieder anfuhr, gab es einen kleinen Ruck, wodurch die alkoholisierte 30-Jährige, die hinten im Planwagen stand, das Gleichgewicht verlor und rücklings über Brüstung und Ausstiegsstufen hinunter auf die Straße fiel. Dabei schlug sie mit dem Kopf auf und erlitt schwerste Verletzungen (wir berichteten).

„Solche Unfälle bei Feierfahrten mit Planwagen sind sehr selten. In den vergangenen 20 Jahren kann ich mich nur an einen einzigen ähnlichen Fall erinnern. Der Mann, der mir da vom Wagen stürzte, hat sich aber Gott sei Dank nicht verletzt“, sagt ein langjähriger Organisator von Planwagenfahrten aus dem Rems-Murr-Kreis. Er möchte nicht namentlich genannt werden, weil er mit dem Unfall vom Samstag ja gar nichts zu tun habe.

„Ich stand damals noch im Hof mit dem Wagen, die Pferde vorne dran. Wir haben noch irgendwas eingepackt in den Wagen, die Leute stiegen ein, es war etwas chaotisch. Dann saßen alle drin. Ich stieg auf den Kutscherbock und rief: ‘Es geht los.’ Da tut’s hinten plötzlich einen Schlag, und da war auch ein Fahrgast unvermittelt aufgestanden und aus dem Planwagen gestürzt“, so der Organisator. Der Mann sei sich seiner Schuld aber bewusst gewesen und, da unverletzt, einfach wieder eingestiegen und habe kein großes Aufsehen gemacht.

Alles sicherlich extrem kompliziert

„Puh, da geht einem schon der Puls, als Fahrer, als Kutscher. Grundsätzlich wissen die Leute aber, dass sie nicht aufstehen dürfen. Das ist wirklich sehr selten und der Fall vom vergangenen Samstag ist wohl sehr unglücklich verlaufen.“ Allerdings wisse man nicht, ob die 30-Jährige nicht nur zum Sitzwechsel oder um jemand anderem Platz zu machen aufgestanden sei oder tatsächlich „stehend gefeiert“ habe.

Für den Fahrer erschwerend hinzugekommen sei am Samstag sicherlich, dass er einen Traktor steuerte. „So ein Traktor ist natürlich lauter und man ist weiter weg vom Wagen, als wenn man unmittelbar Pferde vorspannt. Man bekommt weniger mit, was hinten auf dem Wagen läuft. Zudem sollte man auch mal technisch prüfen, ob man mit diesem Traktor überhaupt sanfter hätte anfahren können. Wie ist die Kupplung eingestellt? Die ganzen Versicherungsfragen werden sicherlich auch extrem kompliziert. Das alles wünscht man niemandem. Und hoffentlich geht es der Gestürzten bald wieder besser.“

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