Waiblingen/Stuttgart Bernd Fickler wird Untreue vorgeworfen

, aktualisiert am 26.04.2019 - 16:08 Uhr
Bernd Fickler. Foto: Bernhardt / ZVW

Waiblingen /Stuttgart.
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt wegen Anfangsverdacht der Untreue gegen Bernd Fickler, den ehemaligen Vorstandschef der Kreissparkasse Waiblingen. Fickler selbst beteuert, er würde ja gerne etwas sagen und sich erklären, dürfe sich zum Verfahren freilich nicht äußern.

Dem Verwaltungsrat, damit dem Kontrollorgan der Kreissparkasse, ist im Lauf der wenigen Jahre manches aufgefallen, was seines Erachtens nach großzügigem Umgang mit Spesen ausschaut und als die Sicherung einer Hausmacht angesehen werden könnte – so die Besserstellung von einzelnen Personalräten, die möglicherweise seine Linie der Verschlankung der Sparkasse mitgehen sollten. Wir berichteten mehrfach über die Vorwürfe.

Der Verwaltungsrat zog vor der entscheidenden Sitzung Ende Januar den Sparkassenverband hinzu. Der wiederum informierte die Bankenaufsicht Bafin mit Sitz in Bonn über die Unregelmäßigkeiten. Und die Bafin reagierte prompt. Sie hat Strafanzeige gegen Bernd Fickler gestellt bei der Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Deren Sprecher, Jan Holzner, bestätigte jetzt gegenüber der Zeitung, dass die Staatsanwaltschaft nunmehr ermittelt wegen eines „Anfangsverdachts der Untreue. Detaillierte Auskünfte aber gibt es derzeit aus Stuttgart nicht. Dies sei „im Hinblick auf die laufenden Ermittlungen leider nicht möglich“.

Bernd Fickler, von uns konfrontiert mit dem Ermittlungsverfahren, lehnt nicht jeden Kontakt ab. Er dürfe freilich zur Sache nichts sagen, bat er um Verständnis, weil er eine „hohe Verschwiegenheitserklärung“ unterschrieben habe. Das ist so üblich, wenn sich zwei Streitparteien, hier der Landrat, dort der Sparkassenchef, auf eine Trennung einigen. Die dann freilich von heute auf morgen vollzogen wurde, Fickler musste noch am selben Tag seinen Schreibtisch räumen. Geeinigt hat man sich nach außen hin auf Verschwiegenheit. Und auf einen Auflösungsvertrag bis Ende Juni dieses Jahres. Bei vollen Bezügen.

Im Verwaltungsrat war zuvor diskutiert worden, ob Fickler mit seinem eigenmächtigen Führungsstil und mondänen Gebaren mit einer Abmahnung davonkommen soll. Doch die Vorwürfe waren dann nach Ansicht des Verwaltungsrats doch zu gravierend, bestätigte auch ein Sprecher des Sparkassenverbands dieser Zeitung.


Hinweis der Redaktion: Mittlerweile wurde das Ermittlungsverfahren gegen Bernd Fickler gegen Zahlung einer fünfstelligen Geldauflage eingestellt. 


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