Waiblingen Superfood wächst auch hier

Grüner Spargel ist ein regionales Superfood. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Waiblingen. Spinat, Wirsing, Grünkohl, Spargel und demnächst auch schon die ersten Erdbeeren – rund um Waiblingen wachsen jede Menge Gemüse und Früchte, die als besonders nährstoffreich gelten. Ein Besuch auf den Feldern zeigt: Superfood muss nicht immer von weit her kommen, gesunde Ernährung geht auch regional.

Gerade sind die Erdbeerfelder noch mit großen Bahnen aus hellem Fleecestoff abgedeckt. Zum einen diene das dem Schutz vor Frost, erklärt Daniel Schmid. Er blickt über seine Erdbeerfelder: „Und natürlich hilft es auch, die Ernte zu verfrühen.“ Um Ostern herum, schätzt Schmid, werde es die ersten reifen Früchte geben. Diese frühen Erdbeeren sind laut Schmid besonders aromatisch, genauso wie die späten Erdbeeren. „Gerade die ersten und letzten Früchte einer Pflanze werden optimal versorgt und schmecken daher besonders gut“, erläutert er.

Doch Erdbeeren sind nicht nur lecker, sondern stecken auch voller gesunder Nährstoffe. So sollen beispielsweise 100 Gramm der roten Früchte bereits einen großen Teil des täglichen Bedarfs an Vitamin C decken. Wegen ihres hohen Gehalts an Vitamin B sollen sie außerdem den Stoffwechsel anregen und helfen, Kohlenhydrate, Fette und Proteine zu verwerten. Weil sie außerdem viele sogenannte Antioxidantien enthalten, denen nachgesagt wird, vor Zellalterung zu schützen, zählen sie zu den Superfoods.

Rote Früchtchen voller Spurenelemente

Neben Erdbeeren wachsen in Beinstein auch jede Menge Himbeeren. Auch sie sind dank der diesjährigen günstigen Witterung schon recht weit entwickelt. „Ein später Frost wäre jetzt eine Katastrophe“, sagt Schmid. Bereits die Temperaturen um den Nullpunkt der vergangenen Zeit hätten einige besonders zarte Früchte geschädigt. Wenn alles gut geht, so schätzt er aber, werde es Ende Mai oder Anfang Juni die ersten Himbeeren geben.

Auch in diesen roten Früchten stecken viele Vitamine und Spurenelemente. Himbeeren sollen das Immunsystem stärken, bei Sodbrennen und Verdauungsstörungen helfen. Sie liefern außerdem Provitamin A, Vitamin B, Eisen, Kalium, Magnesium, Folsäure sowie Kalzium und enthalten Flavonoide, die ebenso wie die in Erdbeeren enthaltenen Ellagsäuren und Anthocyane freie Radikale binden sollen. Auch ihnen wird deshalb nachgesagt, die Zellen vor vorzeitiger Alterung zu schützen.

Grüner Spargel ist regionales Superfood

Ein Stück weiter auf den Feldern sind die Erntehelfer schon bei der Arbeit: Sie schneiden grünen Spargel, ebenfalls ein regionales Superfood. Er soll die Verdauung anregen, den Blutzuckerspiegel stabilisieren und wirkt wegen seines hohen Gehalts an Kalium harntreibend, was Wassereinlagerungen im Körper reduzieren kann. Sogenannte bioaktive Pflanzenstoffe wie Inulin, Carotin, Lutein, Zeaxanthin, Rutin und Quercetin sollen Herzkrankheiten und Krebs vorbeugen. „Wir ernten schon seit gut zwei Wochen Spargel, dieses Jahr ist wirklich alles sehr früh dran“, erklärt Schmid.


Guter Spargel

Ob dicker oder dünner Spargel besser ist, könne man pauschal nicht sagen, erklärt Daniel Schmid.

Es komme auf die Verwendung an: Zum Anbraten oder mit Spaghetti empfiehlt er schlanken, grünen Spargel. Für das klassische Spargelmenü mit Sauce Hollandaise eher dickere Stangen.


Feldsalat enthält genauso viel Betacarotin wie Möhren

Im Herbst und Winter bauen die Schmids zudem unter anderem Wirsing, Grünkohl und Feldsalat an. Auch diese grünen Gemüsesorten zählen zu den Superfoods. Rapunzel zum Beispiel liefert einige Nährstoffe, die laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung leicht mal knapp werden: Folsäure, Jod und Eisen. Außerdem enthält Feldsalat genauso viel Betacarotin wie Möhren – allerdings nur halb so viele Kalorien. Weil er auch noch sehr vitaminhaltig ist, kann er auch das Immunsystem stärken und den Energiestoffwechsel sowie die Blutbildung unterstützen.

Fast das ganze Jahr über wächst auf den Feldern der Schmids Spinat, dem auch zahlreiche gute Eigenschaften nachgesagt werden. So stellte sich der vermeintlich hohe Eisengehalt zwar vor einigen Jahren als schlichter Rechenfehler heraus, mit 3,5 Milligramm pro 100 Gramm kann er sich unter den Gemüsesorten damit aber trotzdem sehen lassen. Neben verschiedenen Vitaminen und Protein steckt in den grünen Blättern außerdem viel Magnesium, das wichtig für Muskeln und Nerven ist. Und offenbar steckt in der Geschichte von Popeye, dem starken Seemann und seinen Spinatdosen, ein Fünkchen Wahrheit: Denn im Spinat stecken Stoffe, welche die Eiweißproduktion im Körper spürbar steigern können.

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