Waiblingen Trotz Beschwerden: Kein Umbau der Beinsteiner Straße

Die Beinsteiner Straße bekommt keine „Anlieger frei“-Regelung. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Waiblingen. Die Beinsteiner Straße wird weder zur Verkehrsberuhigung umgebaut noch wird sie zur Anliegerstraße. Einen entsprechenden Antrag des Anwohners Hans-Günter Aeckerle hat der zuständige Ausschuss des Gemeinderats jetzt endgültig abgelehnt.

Der Anwohner beklagt, die Beinsteiner Straße werde als „Rennstrecke“ und als Abkürzung parallel der stark frequentierten Straße „An der Talaue“ missbraucht. Die Stadtverwaltung sieht das anders – und ihrer Sicht folgt auch der Ausschuss für Planung, Technik und Umwelt des Gemeinderats. Einstimmig lehnten die Stadträte Hans-Günter Aeckerles Bürgerantrag ab, nur die Vertreter der SPD enthielten sich.

Stadtverwaltung: Straße ist wichtige Achse für Busverkehr

Hohe Verkehrsbelastung? Ja, sagt die Stadtverwaltung, aber: Die Beinsteiner Straße habe eine Erschließungsfunktion für den gesamten Verkehr aus dem Wohngebiet Kätzenbach. Morgendliche und abendliche höhere Fahrzeugzahlen seien für solche Straßen typisch. Außerdem stelle die Straße eine wichtige Achse für den Busverkehr zwischen Weinstadt, Beinstein und dem Bahnhof Waiblingen dar. „Wir erkennen an, dass es viel Verkehr gibt“, räumt Peter Abele (CDU) ein, „aber das ist in anderen Straßen in Waiblingen auch so.“

Mehr Kontrollen? In den Jahren 2017 und 2018 waren es jeweils acht, antwortet die Stadtverwaltung. 2019 allerdings nur zwei bisher, „da die Messgeräte nicht immer frei waren“. Trotzdem: An der Beinsteiner Straße werde etwa so oft kontrolliert wie an der Mayenner Straße oder der Bittenfelder Schillerstraße. Und dadurch, dass teilweise an beiden Straßenrändern geparkt wird, sei der Verkehr ohnehin ausgebremst.

Schienmann: "Ich habe nicht den Eindruck, dass es massenhaft Schleichverkehr gibt"

Umbau und Verengung der Fahrbahn? Aus Sicht des Fachbereichs Stadtplanung ist die Beinsteiner Straße schon eng genug. Laut Richtlinie sollte die Durchfahrtsbreite 5,50 Meter betragen. So breit ist sie aber nur zwischen der Henri-Dunant-Straße und der Siechenhauskapelle. In Richtung Beinstein verschmälert sie sich sogar auf 4,10 Meter.

Eine Anliegerstraße? Ob Anlieger oder nicht, das lasse sich bei einem Wohngebiet dieser Größenordnung nicht überwachen, erklärt Oliver Conradt vom Fachbereich Bürgerdienste. Ein Durchfahrtsverbot („Anlieger frei“) sei daher auch rechtlich nicht durchsetzbar. Den Selbstversuch machte Baubürgermeister Dieter Schienmann: „Ich habe nicht den Eindruck, dass es massenhaft Schleichverkehr gibt.“

Keine hohen Lärmwerte

Ein Umbau der Straße lasse sich auch deshalb nicht realisieren, weil es ohnehin schon wenig Parkplätze gibt beziehungsweise „hoher Parkdruck“ besteht. Die Dichte des Wohngebiets und der „heutzutage“ oftmals hohe Kfz-Bestand pro Haushalt seien dafür die Ursache – wie so oft in innerstädtischen Bereichen.

Thema Lautstärke: Schon im Bebauungsplan wurde nicht von einer ruhigen Wohnstraße ausgegangen, daher wurden den Bauherren Schallschutzmaßnahmen auferlegt. Darin zeigt sich nach Dafürhalten der Verwaltung von Anfang an die Funktion zur Erschließung des Wohngebiets. Dennoch sei die Straße „kein Lärmhotspot“ – die Lärmwerte sind nicht erhöht.

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