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Waiblingen Oldtimer-Rundfahrt "Remstalklassik"

Waiblingen. Bereits zum 15. Mal treffen sich Oldtimer-Freunde aus nah und fern in Waiblingen, um schließlich zur Rundfahrt durch das Remstal aufzubrechen. Trotz des mäßigen Wetters ist die Altstadt voller neugieriger Besucher, welche die zahlreichen Autos bewundern.

Der Herbst ist angebrochen. Die Straßen und Wege Waiblingens sind feucht vom nächtlichen Dauerregen, erste bunte Blätter liegen auf dem Boden verstreut. Die Wolken hängen tief über der Stadt und hindern die Sonne daran, für etwas Wärme zu sorgen. Außer den Hundebesitzern, die, in dicke Mäntel gehüllt, ihre Tiere durch die Straßen scheuchen, ist niemand unterwegs. Die Stadt schläft noch, so scheint es.

Es ist still, abgesehen von einem ominösen Brummen. Je näher man dem Stadtkern kommt, desto lauter wird das Geräusch. In der Altstadt angekommen, offenbart sich die Quelle des Geräuschs: Dutzende Oldtimer stehen in den Straßen und Gassen verteilt, dicht an dicht gedrängt. Vom Jaguar-Rechtslenker über Chevrolets mit dem typischen ausladenden Heck bis hin zu zahlreichen Modellen aus süddeutscher Fertigung ist beinahe alles vertreten, was es verdient, das Label „Klassiker“ (siehe Infobox) zu tragen.

Ein paar besonders Mutige sind in Cabrios unterwegs

Einige wenige Mutige haben gar das Verdeck ihres Cabrios abgenommen und sich in weiser Voraussicht warm eingepackt. Manche Fahrzeugbesitzer lassen den Motor laufen und spielen mit dem Gaspedal, um die inneren Werte ihres Autos zum Ausdruck zu bringen. Die Kulisse, sowohl optisch als auch akustisch, ist wahrlich eindrucksvoll. Unwillkürlich fühlt man sich an die 60er und 70er Jahre erinnert, eine Zeit, in der die Altstadt noch nicht den Fußgängern vorbehalten war. Doch statt eines Ärgernisses, wie es das damals für viele sicher war, ist das Ereignis am Sonntag vielmehr ein Grund, das Haus trotz des mittelmäßigen Wetters überhaupt zu verlassen. Zwischen den Fahrzeugen schlängeln sich Fußgänger hindurch, neugierig den Blick nach links und rechts wendend. Manche bleiben dann und wann stehen, umstreifen ein besonders eindrucksvolles Modell oder beugen sich nach vorn, um durch die Seitenscheibe einen Blick ins Innere zu erhaschen.

Remstal gilt als Wiege des Automobils

Bereits zum 15. Mal lädt der Waiblinger Motorsportclub zur gemeinsamen Fahrt durch das Remstal, das ja immerhin als Wiege des Automobils gilt. Der Andrang ist ungebrochen hoch: Weit über 100 Fahrzeuge sind angemeldet, jedes bekommt seine eigene Startnummer. Schließlich, um ungefähr zehn Uhr, startet die Rundfahrt.

125 Kilometer lange Rundfahrt

Ein Auto nach dem anderen passiert den Start und macht sich auf den Weg, der über einige Umwege bis nach Schorndorf führt. Von dort aus startet nach einer kurzen Mittagspause die zweite Etappe und der Kreis schließt sich: Ziel des zweiten Abschnitts ist wiederum die Waiblinger Altstadt. Damit während der 125 Kilometer langen Rundfahrt keine Langeweile aufkommt, können die Teilnehmer unterwegs einige Prüfungen absolvieren, um ihr Geschick und die Zuverlässigkeit ihrer Fahrzeuge unter Beweis zu stellen.

Einblick in die Welt der Oldtimer

Am frühen Nachmittag trudeln die Teilnehmer dann langsam im Zielbereich vor dem Waiblinger Rathaus ein. Der Moderator hält jedes Fahrzeug, das die Ziellinie passiert, kurz an und dem Fahrer ein Mikrofon unter die Nase, damit dieser sein Auto kurz vorstellen und die Eigenheiten benennen kann. Wie alt ist das Gefährt? Wurde es restauriert? Wenn ja, wann? Ein solcher Einblick in die Welt der betagten Autos ist auch für Laien hochinteressant und zeigt, mit wie viel Begeisterung und Hingabe die Oldtimer-Besitzer ihr Hobby ausüben.

Letzten Endes bleibt nur ein einziger Vorschlag zur Verbesserung: Der Himmel möge im nächsten Jahr doch bitte die Schleusen geschlossen halten.


Was ist eigentlich ein Oldtimer?

Ein Oldtimer bezeichnet ein Kraftfahrzeug, dessen Erstzulassung mehr als 30 Jahre zurückliegt.

In Deutschland werden diese Autos auch häufig Klassiker genannt.

Des Weiteren muss das Fahrzeug gut in Schuss sein, zumindest weitgehend dem Originalzustand entsprechen und außerdem der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann das H-Kennzeichen (das H steht für „Historisches Fahrzeug“) beantragt werden.

Unter anderem werden dadurch die Versicherungs- und Steuerbeiträge geringer.

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