Waiblingen Valentinstag: Heute schon Blumen verschenkt?

Mit einem Blumengruß überraschen viele Männer ihre Frauen zum Valentinstag -sehr zur Freude von Blumen-Gärtnerin Ingrid Schmelzer in Hegnach. Foto: ZVW/Gaby Schneider

Waiblingen.
Haben Sie heute schon Blumen verschenkt oder wenigstens ein rotes Herzchen hinterlassen? Auch wenn ihn viele als Kitsch und Kommerz vehement ablehnen: Der Valentinstag scheint Jahr für Jahr beliebter zu werden. Die Blumenläden verzeichnen steigende Umsätze, und auch in den Schaufenstern anderer Geschäfte machen rote Herzen werbewirksam auf den Tag der Liebe aufmerksam.

Bunte, rund gebundene Sträuße sind zum Valentinstag in der Gärtnerei Schmelzer in Hohenacker besonders gefragt. Im kalten grauen Februar lieben die Kunden frische leuchtende Farben, weiß Inhaberin Ingrid Schmelzer. Fröhliche Rottöne, kombiniert mit Gelb, Orange und Weiß, holen ein Stück Frühling ins Wohnzimmer. „Ranunkeln und Eukalyptus sind derzeit besonders beliebt“, sagt Ingrid Schmelzer. Aber auch Nelken, die viele Jahre als Friedhofspflanzen und spießig verpönt waren, erleben ihrer Erfahrung zufolge gerade eine Renaissance.

„Es gibt viele tolle Farbtöne und auch Duftnelken“, schwärmt die gelernte Floristin. Heute werden die Nelken in duftigen Sträußen mit anderen Blumen liebevoll verarbeitet, während die Auswahl an Blumen früher eher gering gewesen sei – „da hatte man nur Nelken oder Freesien“. Aus Nelken habe auch der Brautstrauß ihrer Mutter vor rund 60 Jahren bestanden, was sehr gut zur Bedeutung dieser Blumen passt: In der Renaissance stand die Nelke für Liebe und Ehe. Seit der Französischen Revolution galten Nelken dann als Zeichen von Widerstand und Solidarität.

Pralinen und Candle-Light-Dinners

Nicht nur zum Valentinstag, aber an diesem Tag besonders oft, werden Rosen verschenkt. Noch gut erinnert sich die Gärtnersfamilie an den Kunden, in dessen Auftrag sie am Valentinstag einen riesigen Strauß roter Rosen an die Angebetete liefern sollte – verbunden mit einem Heiratsantrag.

Ganz so vielsagend muss so ein Blumengruß zum Valentinstag ja nicht unbedingt sein. Männer jeden Alters kaufen Blumen für ihre Liebste: ganz junge für ihre Freundinnen, 80-Jährige für ihre langjährigen Ehefrauen. Familienväter kommen mit ihren Kindern zu Blumen-Schmelzer, um einen Strauß mitzunehmen. Und vor zwei Jahren waren es auffallend viele Handwerker, die im Blaumann auf dem Heimweg von einer Baustelle kurz haltmachten, um ihre Frauen mit einem Valentinssträußle zu überraschen.

Das Geschäft machen an diesem Tag indes nicht nur die Blumengeschäfte. Auch Schokolade und Pralinen sind beliebte Präsente. In den Restaurants werden Candle-Light-Dinners angeboten. Und dann gibt es natürlich Bücher zum Valentinstag, wie ein Blick in die Buchhandlungen Osiander und Taube zeigt. Bei Osiander findet sich ein Tisch mit Romanen und kleinen Geschenken – in Rosa gehalten. Zudem warten kleine Bücher mit Sprüchen und guten Wünschen auf Käufer zum Valentinstag.

Zurück geht der Tag auf den römischen Bischof Valentinus

Ein paar Meter weiter hat Markus Schneider in der Buchhandlung Taube gerade einen Bildband über ungewöhnliche Paare und deren Beziehungsgeheimnisse verkauft. Ein gutes Geschenk zum Valentinstag, findet Schneider. Diesen empfindet er übrigens nicht als Tag des Konsums, sondern als Gelegenheit, sich einander zu versichern. „Da kann man viele Tage nehmen“, sagt er lachend. „Aber das ist doch ein guter Anlass.“ Als besonderes Präsent bietet er in Packpapier verpackte Blind-Date-Bücher an.

Der Clou: Weder der Käufer noch der Beschenkte wissen, welches Buch sich in der Verpackung befindet. Zudem lädt Markus Schneider zu einem musikalisch-literarischen Valentinsabend nach Beutelsbach in den Jazzclub Armer Konrad, Stiftstraße 32, ein. Unter der Überschrift „Die Liebe ist eine Himmelsmacht ...“ beleuchten er und die Pianistin Christiane Eitzenhöffer an diesem Freitag ab 20.30 Uhr auf unterhaltsame Weise das weite Feld der Liebe. Vorgetragen werden die schönsten und romantischsten Texte aus sechs Jahrhunderten.

Zurück geht der Tag übrigens auf den römischen Bischof Valentinus. Der soll Liebenden, die an seinem Garten vorbeikamen, Blumen geschenkt haben. Außerdem soll er Paare christlich getraut haben, was im Heiligen Römischen Reich verboten war. Der Legende nach landete er dafür im Gefängnis und wurde schließlich geköpft. Zuvor aber schrieb er noch einen Liebesbrief an die Tochter des Gefängniswärters ... Nach Deutschland kam der Valentinstag durch amerikanische Soldaten. Sie brachten den Brauch aus den USA mit, wohin ihn englische Auswanderer einst exportiert hatten.

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