Waiblingen Waiblingen leuchtet

, aktualisiert am 21.10.2019 - 07:25 Uhr

Waiblingen. Es ging auch ohne das ausgefallene Parkleitsystem: Massenweise sind die Menschen in die Waiblinger Innenstadt geströmt, bewaffnet mit Regenschirmen und guter Laune. An allen Ecken gab es leuchtend bunte Fachwerkfassaden, Musik, Kleinkunst und Verköstigung. Außer dem Feuerwerk auf der Brühlwiese zum Abschluss waren vor allem die Feuertänzer das Highlight von „Waiblingen leuchtet“.

Auf der großen Hauptbühne vermischen die Altherren-Rocker der Gruppe „The Rock’n’Roldies“ urschwäbische Performance mit zwar etwas braven, aber gekonnten Bluesriffs an der Fender Telecaster und Saxofon-Salven. Gespielt werden Blues- und Rock’n’Roll-Titel aus den Fünfziger-, Sechziger- und Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts. Es ist Musik zum Mitschunkeln oder auch mal zum „Na’ schneckle“, so wie die Interpretation des Jukebox-Klassikers „Under the Boardwalk“ von den Drifters. Unterstützt wird der Auftritt der Band von den wunderschön mit fließenden Farben und Blumenmotiven angestrahlten Fachwerkfassaden rund um den Platz und von den graziösen Tänzerinnen des Stelzentheaters „Circolo“, die mit Lichterflügeln und funkelnden Kronen wie Wesen von einem anderen Planeten durch die Menge wandeln und so nicht nur die kleinen Besucher in ihren Bann ziehen.

Kinder staunen in der Stadtbücherei

Auch in der Stadtbücherei gibt es bei „Waiblingen leuchtet“ für die Kinder etwas zum Staunen, nämlich die begehbare Camera obscura, bei der das Licht an diesem Abend mal auf eine ernsthaftere, ja wissenschaftliche Art und Weise im Fokus stehen darf. Außerdem spielt hier auch die Soul-Gruppe „Die Spieler“ – neben Sänger und Bassist Gaz sind hier noch andere alte Bekannte aus der regionalen Musikerszene rund um Dr. Mablues und Co. vertreten. Wie so oft, wenn eingefleischte Profimusiker am Werk sind, gelingt die niveauvolle musikalische Unterhaltung gänzlich unaufgeregt: Man kann sich gut mit einem Gläschen Wein dazu entspannen.

Neben dem Stihl-Pavillon stellen der 26-jährige Diabolo-Künstler Jonas Kerner und Viliya Monovska von „Show & Spektakel“ eine kunstvolle Lichtershow auf die Beine. Musikalisch dramatisch untermalt, demonstrieren die beiden auf einer kleinen Bühne die atemberaubende Wirkung von Licht, Farbe und Bewegung im akrobatischen Zusammenspiel: Das Schwarzlicht zaubert ein geradezu irres, puppenhaftes Grinsen auf Monovskas geschminktes Gesicht, während leuchtende Röhren scheinbar schwerelos um sie kreisen und Kerner in seinem futuristischen Leuchtkostüm die Diabolos kreisen lässt.

Die "Firedancer" stehlen allen die Show

Leicht wird es Kleinkünstlern bei „Waiblingen leuchtet“ nicht gemacht: Schließlich müssen sie mit der jedes Jahr überaus beliebten Nummer der Gruppe „Firedancer“ mitsamt Frontman und Oberpyromane Florian Linn konkurrieren. Und gegen die Show dieser Truppe, die auch dieses Jahr viel Feuerkraft und die Pois mit dem Waiblinger Stadtwappen mitgebracht haben, sehen die Darbietungen anderer Kleinkünstler laienhaft aus.

Absolut beeindruckend war auch das musiksynchrone Feuerwerk auf der Brühlwiese zum Abschluss der Veranstaltung, bei dem knappe zehn Minuten lang der Himmel über Waiblingen durch feurige Blütenexplosionen erleuchtet wird. Dieses Feuerwerk bildet nicht nur den Abschluss für „Waiblingen leuchtet“, sondern auch für die Remstal-Gartenschau.

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