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Waiblingen Waiblingen leuchtet

Waiblingen. Die Tage werden wieder kürzer, und umso wichtiger werden dann die künstlichen Beleuchtungen. Noch schöner, wenn dann wie beim Lichterzauber von „Waiblingen leuchtet“ die Innenstadt mit den fantasievollsten Illuminationen in einen geheimnisvollen Ort verwandelt wird. Und der lockte auch diesmal, trotz kühler Temperaturen, zahlreiche Bummler in die geöffneten Läden und zum Staunen über so manches Lichtwunder an den Häuserwänden.

Im richtigen Licht erscheint oft nicht nur die Wahrheit, sondern zeigen sich auch der Traum und das Märchen. So jedenfalls erschienen viele Fassaden der vertrauten Fachwerkhäuser am Marktplatz den abendlichen Flaneuren. Da tauchten Projektionen die Häuser in psychedelische Gewänder, die etwas von huschenden Halluzinationen hatten, wie am Rathaus, oder erweckten Assoziationen von Knusper-Märchenhäusern, in denen vielleicht neue, unbekannte Bewohner ihr Wesen trieben.

Aber auch Zeitreisen waren im Angebot, etwa wenn die griechisch-orthodoxe St.-Nikolai-Kirche mit einem byzantinischen, blau-gelben Mosaik-Schneckenmuster überzogen war und den Betrachter in eine frühchristliche Epoche zu entheben schien. Eine monumentale Verwandlung durch bewegliche Beleuchtungen mittels einer 360-Grad-Projektionstechnik erfuhr die Marktgasse.

Besucher schienen sich in den Lichtfäden zu verlieren

Der Lichtkünstler Kurt Laurenz Theinert inszenierte diesen postmodernen Konsumtempel durch sein famoses Licht-Klavier als faszinierendes Glitzer-Labyrinth, das mal als spinnverwebtes Schloss, dann als marmorierte Steinschlucht wunderlich zu atmen und zu leben schien. Dabei bekam das Gemäuer einen geradezu irrlichternd virtuellen Touch: Was ist wirklich und was nur geträumt. Eine Show, an der am Freitagabend viele Besucher regelrecht „hängen“ blieben und sich in die Lichtfäden verstrickten.

Eine weitere Attraktion war das Gelände zwischen Stihlgalerie, Kunstschule und Stadtmuseum. Hier erschienen die Lindenbäume an der Rems plötzlich in ein strahlendes Dschungelgrün getaucht. Die Fußgängerbrücke über die Rems war gesäumt von flackernden Teelichtern, verführerisch lockend, als ob da auf der anderen Seite des Flusses auch ein anderes Leben auf einen wartete.

Junge Frauen in brennenden Hula-Hoop-Reifen

Aber dazu müsste man schon auch durchs Feuer gehen, wie etwa die bestaunten Artisten auf der Bühne vor dem Stadtmuseum es vorführten. Eine hinreißende Tanzshow war da zu sehen, mit jungen Frauen, die sich gekonnt zwischen brennenden Hula-Hoop-Reifen bewegten, oder Feuerschluckern, die das Licht im hohen Bogen aus sich herauszuspeien schienen. Lichtteufelchen, menschliche Glühwürmchen, die ans Innerste des umstehenden Publikums zu rühren vermochten.

Wuselnd gut besucht war auch die Kunstschule, die vor allem viele Kinder mit ihrem Workshop „Wildes Licht“ zum Selberbasteln anlockte. Die Werkstatt war voller eifrig an Leuchten werkelnder Kinder, die dann mit eigenen Lämpchen draußen stolz das Ihre beitrugen, dass „Waiblingen leuchtet“.

Niemann leuchtet

Besonderen Zulauf fand in dieser Nacht auch die Stihl-Galerie mit ihrer Christoph-Niemann-Ausstellung, die sich als wahrer Familienrenner erwies.

Viele, gar nicht wie sonst bei Kunst quengelnde Kinder stürzten sich vor allem auf Niemanns hintersinnige, interaktive iPad-Arbeiten, an denen man dann ihre leuchtenden Gesichter sah, wenn sie Niemanns erhellende Pointe verstanden hatten.

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