Waiblingen Westrandbrücke bringt Hegnach Entlastung

Der Vorentwurf für die neue Neckarbrücke. Foto: ISTW Planungsgesellschaft

Waiblingen. Die in Remseck geplante Westrandbrücke könnte den vom Verkehr geplagten Hegnachern ein wenig Erleichterung bringen. Zu einer Mehrbelastung, wie im Gemeinderat befürchtet worden war, wird es definitiv nicht kommen. Das ist das Fazit nach einem Bericht der ehemaligen Waiblinger und jetzigen Remsecker Baubürgermeisterin Birgit Priebe im Gemeinderat.

Auslöser für die Planung der 140 Meter langen und 13 Meter hohen Brücke über den Neckar ist die Neue Mitte in Remseck – ein städtebauliches Großprojekt mit neuem Rathaus, Stadthalle, Mediathek, Einzelhandel, Gewerbe und Wohnungen. 250 Meter flussaufwärts soll die dreispurige Brücke entstehen, wobei zwei Spuren den Verkehr aus Ludwigsburg in Richtung Fellbach / Waiblingen aufnehmen sollen und auf einer Spur der Verkehr in die Gegenrichtung fließt. Die alte und völlig überlastete Neckarbrücke wird weitgehend still gelegt: nur Radfahrer, Fußgänger und Busse sollen sie noch nutzen dürfen.

Die alte Brücke ist für Radfahrer

Letzteres sorgt nach Angaben Priebes für große Diskussionen in Neckargröningen. Der Umwegverkehr, der so produziert wird, sei ein großes Thema. Andererseits gebe es keine Entlastung, wenn die alte Brücke weiter befahrbar sei. Genau das, Entlastung und ein gut fließender Verkehr, sind Zweck der neuen Brücke, die für 40 000 Fahrzeuge ausgelegt ist. Damit könnte der Bedarf im Jahr 2030 befriedigt werden, wenn die Neue Mitte gebaut ist und der Nord-Ost-Ring weiter auf sich warten lässt. Für Waiblingen und Hegnach würde die Brücke eine geringfügige Entlastung um täglich 800 Fahrzeuge mit sich bringen – was mit knapp 13 000 Fahrzeugen ziemlich genau Stand heute ist. „Wir planen ohne den Nordostring, weil man nicht weiß, ob er kommt“, erklärte Birgit Priebe. Falls die vierspurige Bundesstraße doch gebaut werde, bleibe der regionale Verkehr. „Eine Entlastung für Hegnach wäre wirklich spürbar“, versicherte sie. Ein Ersatz für den Nordostring werde die Westrandbrücke aber keinesfalls. Dieser soll 70 000 Fahrzeuge aufnehmen, was über die Brücke nicht zu machen ist. Das Bauwerk ist in Remseck trotzdem umstritten, die Stadt in diesem Punkt sehr gespalten. 2020 sollen die Remsecker bei einem Bürgerentscheid deshalb über die Planung abstimmen.

Vierspuriger Nordostring

Im Waiblinger Gemeinderat stieß das Vorhaben auf allgemeine Zustimmung. Ingo von Pollern (CDU) bedauerte allerdings, dass Remseck anders als Waiblingen von einem vierspurigen Nordostring ausgeht. Die Mehrheit des Waiblinger Gemeinderats wünscht sich eine zwei- bis dreispurige Trasse. „Im Bundesverkehrswegeplan ist der Nordostring vierspurig“, erinnerte die Remsecker Baubürgermeisterin. Daran halte man sich.

Hesky befürchtet keine negativen Auswirkungen für Waiblingen

Dass sich die Nachbarstadt Remseck um seinen lokalen Verkehr, sprich um die Überlastung der Brücke kümmert, gefiel SPD-Chef Roland Wied ausnehmend gut. „Eine schöne Planung für Remseck und für Hegnach eine gewisse Entlastung“, befand Urs Abelein (SPD). ALi-Sprecher Alfonso Fazio – wie Wied erklärter Gegner des Nordostrings – beschwor das Gremium einmal mehr, die Bundesstraße nicht als einzige Lösung zu sehen: „Wer will schon 70 000 Fahrzeuge auf dem Schmidener Feld? Ich nicht!“ Fazio und Wied forderten, für die Waiblinger Verkehrsprobleme lokale Lösungen zu suchen, wie dies in Remseck geschehe. Die Hegnacherin Silke Hernadi (FW-DFB) zeigte sich froh darüber, dass die Westrandbrücke für Hegnach keine Verschlechterung zur Folge habe. Für Hegnach werde sie gar nichts bringen, weil die Fahrzeuge künftig eben über Oeffingen kommen werden, widersprach eine Hegnacher Ortschaftsrätin.

Stadtchef Andreas Hesky befürchtet aufgrund der Westrandbrücke keine negativen Auswirkungen für Waiblingen. Der Stau in Remseck werde verringert, Verbesserungen für den Wirtschaftsraum seien aber nicht zu erwarten: „Der Kreis erhält keinen Autobahnanschluss“, bedauerte der Oberbürgermeister.


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