Waiblingen Wie geht’s weiter auf der Korber Höhe?

Der ehemalige russische Supermarkt im Mikrozentrum steht seit Jahren leer. Foto: ZVW/Gaby Schneider

Waiblingen.
Viel scheint sich nicht zu tun im Mikrozentrum auf der Korber Höhe, das seit Jahren eher einen tristen Anblick bietet. Obwohl mit dem Döner-Restaurant „Goldene Schürze“ für die Räume des früheren Staufer-Kastells eine Nachnutzung gefunden ist und mit „Haardesign Carina“ gar ein vollwertiger Ersatz für den langjährigen Friseursalon von Brigitte Riedl. Leer steht seit Jahren und bis auf weiteres der ehemalige russische Supermarkt Adix. Doch mehr oder weniger im Stillen zeichnen sich Veränderungen ab: Schon länger besteht bei den Bürgern des Stadtteils der Wunsch, das Begegnungszentrum Forum Nord ins Mikrozentrum zu verlagern. Das an sich ist nicht neu, aber nun hat die Stadt genauer untersucht, was denn machbar wäre – und was es kosten würde. Ergebnis: Ein Umbau des Adix-Markts zu einem modernen Bürgertreff käme auf 400 000 Euro.

Das jetzige Forum Nord ist zu klein für einen Bürgertreff

Und nun? „Das ist nicht wenig“, sagt Baubürgermeister Dieter Schienmann, „aber auch nicht so viel, dass es nicht zu leisten wäre.“ Er macht kein Hehl daraus, dass die Stadtverwaltung bereit wäre, diese Investition zu stemmen. Noch in diesem Halbjahr will sie mit den Details in die Ratsgremien gehen, um sich einen Beschluss für das weitere Vorgehen abzuholen. Ideal seien die Supermarkt-Räume allerdings nicht, dem früheren Zweck entsprechend handelt es sich um nicht viel mehr als leere Fläche. Gebraucht würden unter anderem Räume für die Sozialarbeit, Aufenthaltsräume, barrierefreie Toiletten und zusätzliche Fenster. Bei der Hauptversammlung der Bürgeraktion Korber Höhe unterstrich Irmela Koch, Sprecherin der im Stadtteil-Beteiligungsprozess Quartier 2020 entstandenen Gruppe „Forum Nord Plus“, die Notwendigkeit des Umzugs. Die provisorischen Räume des Forums Nord seien nicht ausreichend für einen zentralen Bürgertreff.

Ungeklärt bleibt derweil die Frage, was mit dem bestehenden Gebäude an der Salierstraße passieren soll. Dieses beherbergt außer dem Forum Nord auch die Räume der Stadtteil-Jugendarbeit und weist Sanierungsbedarf auf. Ausschließen möchte der Baubürgermeister diesbezüglich nichts. Denkbar wären auch ein Umzug der Jugendarbeit, alternative Nutzungen oder gar ein Abriss des Gebäudes zum Zweck der Wohnbebauung. Andererseits grenze direkt der für viel Geld sanierte Spiel- und Sportplatz an, der mit Wohnnutzung in Konflikt geraten könnte. Vorläufig liegt der Fokus jedoch auf dem Mikrozentrum. Dort stecke generell „noch viel Musik drin“, meint Dieter Schienmann.

„Wir haben einiges in der Mache, interessante Themen“

Gemeint sind damit die Planungen, die in Auftrag der Eigentümerfamilie Arnold der Rechtsanwalt Wolfgang Link mit einer Architektin vorantreibt. Es gehe um „Auffrischung und Erweiterung des Mikrozentrums“, so viel verrät der Verwalter – viel mehr vorläufig nicht. Die Vorarbeiten seien weit gediehen. „Wir haben einiges in der Mache, interessante Themen.“ Für Mitte März sind richtungsweisende Abstimmungsgespräche mit der Stadt angesetzt.

Ein bisschen Bewegung kommt derweil auch in ein anderes Projekt, das die Korber Höhe prägen könnte: Das Areal beim Blockheizkraftwerk, das vor Jahren einmal für das „Grüne Hochhaus“ auserkoren war, soll nicht auf Dauer eine Brache bleiben und könnte Teil der Internationalen Bauausstellung IBA 2027 werden. Die Stadt bereitet dafür einen Investorenwettbewerb vor und will auch damit vor den Sommerferien in den Gemeinderat.

Ob am Ende doch noch ein grünes Hochhaus entsteht? „Das ist nur eine Option unter anderen“, sagt der Baubürgermeister. Ein Hochhaus sei kein Muss, auch andere Bauformen seien denkbar. Ganz andere Voraussetzungen sollen nun den Ausschlag geben. Vor allem sollen Wohnkonzepte für Ältere einbezogen werden. Denn während inzwischen in allen Ortschaften sowie in Waiblingen-Süd Seniorenheime gebaut wurden oder geplant sind, gibt es derzeit keine Lösungen für die Korber Höhe. Das zu ändern, ist ein aus der Bürgerschaft im „Quartier 2020“-Prozess klar formulierter Wunsch. Das Potenzial der Bürgerbeteiligung will die Stadt bei der Planung nutzen und einbinden – am besten in Form einer eigenen Projektgruppe. „Grün“ im Sinne von bewachsen muss das künftige Gebäude nicht sein. Erwünscht sind jedoch nachhaltige Ansätze – etwa weniger Beton, dafür mehr Holz. Die Idee eines „Grünen Hochhauses“ wurde unter dem Eindruck der Gewa-Pleite 2016 verworfen.

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