Waiblingen Wilde Deponie in der Stadt

Wehe, es liegt schon was. Dann wird es immer mehr. Foto: Habermann / ZVW

Waiblingen. Es ist wieder schlimm. Wie alle Jahre zwischen den festlichen Tagen gibt es eine Hinterlassenschaft, die kaum zu übersehen ist. Die Papier-Container sind es vor allem, die überquellen. Die Abfallwirtschaftsgesellschaft AWRM weiß um das Problem. Und bittet mal wieder die Bevölkerung, doch Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen.

So schnell hat sich noch selten die Kommentarspalte auf unserer Facebook-Seite gefüllt. Kaum hatte unser Fotograf Gabriel Habermann ein Bild vom Zustand in der Emil-Münz-Straße in Waiblingen verschickt, meldeten sich Beitragslieferanten.

Am Ende waren es über 40. Tenor: Es sieht fast überall so schlimm aus. Es wir appelliert an die Menschheit, dass es ja keine Zumutung sei, bei sich zu Hause die Kartons zu horten, bis mal wieder eine Fahrt auf die Deponie fällig wird. Mindestens ein Facebook-Nutzer will Konsequenzen sehen: Auf den Kartons ließen sich doch bestimmt Adressen finden. Die Urheber der Sauerei gelte es ausfindig zu machen. Und es ist ja schon lange so: Wehe, es liegt bereits was außen. Dann fühlen sich Zeitgenossen bemächtigt, auch noch ihren ganzen anderen Schrott abzuladen. Manchmal, wie auf unserem Bild, sind dann noch richtige Wertgegenstände darunter. Ein altes Fahrrad. So, als ob der Containerplatz zur Drehscheibe taugt für eine Kreislaufwirtschaft.

Die Pressesprecherin der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWRM) weiß von dem Problem, es schlägt ja nicht erst seit heute auf. „Wir beobachten das leider auch.“

Die AWRM verweist darauf, dass die Städte und Gemeinden von ihr extra Geld dafür bekommen, dass sie die Containerstandorte säubern. Es handele sich dabei um eine freiwillige Zuzahlung aus dem Topf, den die Dualen Systeme für die Reinigung bereitstellen. Nur in vier Gemeinden hat das Geschäft des Saubermachens die Firma Alba übernommen. Teil 1 der Antwort, welche die kommunalen Bauhöfe in die Pflicht nimmt.

Die Abfallgesellschaft meint, alles getan zu haben

Dann: Es hilft, wenn übervolle Container gemeldet werden. Die AWRM beauftragt dann Alba, vorbeizufahren. Alba sei auch darauf hingewiesen worden, dass doch bitte zwischen den Jahren mal zwischengeleert wird. „Allerdings ist es für Alba nicht möglich, den Füllstand der einzelnen Container ständig im Blick zu haben, um so punktuell zu leeren. Hier ist man auf die Mithilfe der Städte und Gemeinden angewiesen.“

Drittens verweisen die Waiblinger Abfallunternehmer darauf, dass ja schon viel getan werde. Und angeboten: „Zum einen die kostenlosen Altpapiertonnen, die bequem am Haus genutzt werden können, zum anderen die Abgabemöglichkeit auf den Deponien und Recyclinghöfen.“ Dort gebe es keinerlei Schließtage außer an Heiligabend, Silvester und den gesetzlichen Feiertagen.

Mehr Flexibilität und Verantwortung für die Nachbarschaft wünscht sich die AWRM: „Leider ist es so, dass viele den nächstliegenden Containerstandort ansteuern und dann auch bei vollen Containern ihr Altpapier einfach stehen lassen. Dabei würde ein Blick in die Abfall-App der AWRM genügen, um den nächsten Standort zu finden. Diese Vorgehensweise findet dann weitere Nachahmer und der eine oder andere kommt auf den Gedanken, dass hier wohl nicht nur Papier, sondern auch weiterer Abfall abzustellen sei.“

Der Müll als gesellschaftliches Problem

Um der schnellen Überfüllung entgegenzuwirken, wäre es schon hilfreich, wenn die Container, wie vorgesehen, nur für Altpapier und nicht für Kartonagen genutzt würden. Zwar passen gefaltete Kartonagen gut durch den Einwurfschlitz, falten sich aber im Container wieder auf und versperren den Platz für das Altpapier.

Beim Müll rings um die Container handele es sich schließlich um ein gesellschaftliches Problem, nach dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“. Im Rems-Murr-Kreis gebe es ein breit gefächertes Angebot, um seinen Abfall oder Wertstoffe zu entsorgen. Zurück zum Hauptproblem, zu Pappe und Papier. In anderen Landkreises gibt es extra eine Abfuhr für Pappe. Vielleicht macht sich die Abfallwirtschaftsgesellschaft Gedanken, solches auch bei uns einzuführen. Oder die Kreisräte rollen nochmals das Paket Abfallentsorgung auf. Aber geschehen sollte etwas.


Kosten sparen?

„Das Motiv der Müllsünder dürfte also wohl kaum Kostensparen lauten“, meint die AWRM. Denn oft handele es sich bei dem, was vor dem Container liegt, um Wertstoffe wie Altmetall oder Elektrogeräte. Und die kosten auf den Recyclinghöfen nichts.

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