Waiblingen Wo rollt der Diesel-Ausweichverkehr?

Alte Diesel müssen draußen blieben. Doch wo rollt der Ausweichverkehr? Foto: Palmizi / ZVW / Archiv

Waiblingen. Leidet Waiblingen aufgrund des Stuttgarter Dieselfahrverbots unter dem Ausweichverkehr? Über diese Frage soll nicht länger nur spekuliert werden. Eine Verkehrsuntersuchung soll Antworten darauf geben, auf welchen Straßen in Waiblingen die unliebsamen Dieselfahrzeuge zu befürchten sind und welche verkehrsplanerische Möglichkeiten die Kernstadt und die Ortschaften schützen können.

Anlass für die Untersuchung, mit der das Ingenieurbüro Karajan beauftragt wird, war ein Antrag der Alternativen Liste. Diese hatte gefordert, das Dieselfahrverbot in Stuttgart auf die Tagesordnung des Gemeinderats zu setzen und über Gegenmaßnahmen zu diskutieren. Aufschluss darüber soll auf Vorschlag der Verwaltung zunächst die Verkehrsuntersuchung bringen.

In zwei Jahren weg von der Straße

Dabei liegen bei der Debatte um den Ausweichverkehr für die Stadtverwaltung bereits zwei Dinge auf der Hand: Verkehrsrechtliche Maßnahmen, um Dieselfahrzeuge mit Euro 4 aus der Stadt fernzuhalten, gibt es keine. Verkehrsordnende Maßnahmen wiederum würden alle Verkehrsteilnehmer treffen, nicht nur die älteren Dieselfahrzeuge.

Der Planungsausschuss des Gemeinderats hat der Verkehrsuntersuchung einstimmig zugestimmt. „Wir tragen den Vorschlag mit“, sagte ALi-Sprecher Alfonso Fazio. Das wichtigste Ziel sei, den Durchgangsverkehr zu treffen. Urs Abelein (SPD) forderte ausdrücklich Maßnahmen, die kurzfristig greifen können. Der Nordostring sei für die SPD jedenfalls keine Option: „Wir wollen eine Lösung ohne den Bau zusätzlicher Straßen“, stellte er klar. Seine Fraktionskollegin Sabine Wörner sprang ihm bei: In etwa zwei Jahren habe sich das Problem der alten Dieselfahrzeuge erledigt, langfristige Straßenbaumaßnahmen seien deshalb keine Lösung. Anders sah dies Baubürgermeister Dieter Schienmann. „Man sollte das Thema uneingefärbt angehen und die Lösung nicht vorwegnehmen“, forderte er. Zuerst müsse klar sein, ob Waiblingen überhaupt von Ausweichverkehr betroffen ist.

Hesky: Stadt kann sich kaum vor Schleichverkehr schützen

Dass die Gegner des Nordostrings fürchten, die ungeliebte Trasse werde in diesem Zusammenhang wieder auf den Tisch kommen, kommt nicht von ungefähr. Dass er Zweifel am Sinn von Maßnahmen gegen den Ausweichverkehr hegt, hat Stadtchef Andreas Hesky bereits klargemacht. Ebenso wie die SPD-Fraktion und die Alternative Liste findet er es allerdings sinnvoll, im Gemeinderat darzustellen, welche Strecken in Waiblingen betroffen sind und woher die Verkehre stammen. Den Verkehr, ist Andreas Hesky überzeugt, müsse die Verkehrspolitik lenken, los werde man ihn nicht. „Außer ein paar Maßnahmen zur Verkehrsbehinderung, deren Wirksamkeit fraglich ist, wenn sie überhaupt zulässig sind, und die alle Verkehrsteilnehmer treffen würden, kann die Stadt nichts machen, um sich vor Schleichverkehr zu schützen“, glaubt er.

Kein Waiblinger Thema

Der Schleichverkehr werde sich auch durch Waiblingen den Weg suchen. Weil Hegnach keine Umfahrungsstraße hat, komme es dort zu einer weiteren Belastung der Anwohner. „Daher ist eine Ortsumfahrung im Zuge einer Nord-Ost-Tangente erforderlich“, schlussfolgerte der Oberbürgermeister. Ohnehin ist für Hesky der Ausweichverkehr kein Waiblinger Thema, weil Verkehrsbeschränkungen nur mit dem Land möglich seien.


Machbarkeitsstudie

Auf Antrag der CDU-Fraktion hat die Stadt eine Machbarkeitsstudie für einen zweispurigen Nordostring in Auftrag gegeben. Geklärt werden soll die Frage, ob es technisch und geologisch möglich ist, die Westumfahrung Waiblingen auf der Trasse des Nordostrings zweispurig in Tunnelbauweise oder überdeckelt fortsetzen zu können. Die Kosten sollen ermittelt werden, vor allem aber die Mehrkosten, die durch die Tunnelbauweise oder Überdeckelung entstehen würden.

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