Walkersbach Bürgerhaus: Hausdurchsuchungen wegen gestohlener Überwachungskamera

Idyllisch, aber umstritten: Das Bürgerhaus in Walkersbach. Foto: Habermann / ZVW / Archiv

Plüderhausen-Walkersbach. Walkersbach kommt nicht zur Ruhe: Ende März hat die Polizei zwei Häuser durchsucht, weil die Bewohner im Verdacht stehen, eine Überwachungskamera gestohlen zu haben. Davon unabhängig will Bürgermeister Schaffer den angekündigten Runden Tisch, bei dem es um die künftige Nutzung des Bürgerhauses gehen soll, bis Ende Mai stattfinden zu lassen.

Die Polizei hat nach eigenen Angaben zwei Objekte im Plüderhäuser Ortsteil Walkersbach durchsucht. Demnach gab es einen gerichtlichen Durchsuchungsbeschluss wegen des Verdachts eines Diebstahls. Neun Beamte waren laut Polizei vor Ort, dazu bei jedem der beiden durchsuchten Häuser, wie es die Strafprozessordnung verlangt, ein unabhängiger Zeuge.

"Verdacht bisher nicht erhärtet"

Es handelte sich dabei jeweils um Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Plüderhausen. Zum Ergebnis sagt Polizeisprecher Rudolf Biehlmaier: „Die Durchsuchungsmaßnahmen haben den Verdacht bisher nicht erhärtet. Die Ermittlungsmaßnahmen dauern an.“

Am Haus eines Anwohners des Walkersbacher Bürgerhauses wurde Anfang des Jahres eine Überwachungskamera entwendet. Der Anwohner liegt mit anderen Walkersbachern im Clinch. Unter anderem hat er sich über den Lärm beklagt, der vom Besucherverkehr rund um die Aufführungen des Walkersbacher Bauerntheaters ausgehen.

Zusammen mit einem weiteren Bewohner des Plüderhäuser Ortsteils versuchte der Nachbar, die Aufführungen auch gerichtlich zu verhindern, weil sie sich selbst als Figuren in der Handlung wiederfanden. Dies wurde vom Gericht aber mit Verweis auf die Kunstfreiheit abgewiesen.

Landratsamt fordert Gemeinde zum Handeln auf

Was den Lärm angeht, stellte das Landratsamt in einer Messung fest, dass die Motorengeräusche und zuschlagenden Autotüren der Theaterbesucher tatsächlich für die Nachtstunden nach 22 Uhr zu laut sind, und forderte die Gemeinde zum Handeln auf.

Wie es mit der Bürgerhausnutzung weitergehen kann, so dass alle Seiten – die Nutzer und die Nachbarn – gut damit leben können, das will Bürgermeister Andreas Schaffer mit einem Runden Tisch zwischen den Beteiligten klären lassen. Gegenüber unserer Zeitung sagte er jetzt, dieser Runde Tisch solle „zeitnah“ bis Ende Mai zum ersten Mal stattfinden. Schaffer betont: „ Thema ist das Bürgerhaus.“

Vorfälle wie die Hausdurchsuchungen hätten damit nichts zu tun. Ob der Diebstahl mit den Vorfällen rund ums Bürgerhaus zu tun hat, ist bisher tatsächlich spekulativ. Allerdings weiß der Bürgermeister auch, dass die Streitigkeiten, die in Walkersbach hochgekocht sind, untrennbar mit der Nutzung des Bürgerhauses verknüpft sind. „Wir wollen das Ganze befrieden“, sagt Schaffer.

"Aufs übelste beschimpft und beleidigt"

Der Bürgerhaus-Nachbar hat jedoch bereits erklärt, dass er in einem Runden Tisch keine Lösung sieht und daran nicht teilnehmen will, nachdem er, wie er sagt, „von mehreren Vereinsmitgliedern aus Walkersbach aufs Übelste beschimpft und beleidigt wurde“.

Die Nutzung des Bürgerhauses werde man juristisch klären lassen. Wie mehrfach berichtet, kam es auch zu Sachbeschädigungen am Haus des Nachbarn, so wurde etwa mit einem Böller, den man eher als Sprengsatz bezeichnen muss, der Briefkasten gesprengt. Auch andere Walkersbacher berichteten daraufhin unserer Zeitung von ähnlichen Fällen von Sachbeschädigungen bei ihnen, die als Racheakte oder Drohungen zu interpretieren sind.

Die Kontrahenten des besagten Bürgerhaus-Anwohners in dem Streit beklagen ihrerseits, dass es dieser sei, der den Unfrieden in den Ort bringe. Unter anderem werfen sie ihm auch vor, unerlaubt die Umgebung seines Hauses zu filmen. Ein Walkersbacher hat in einer E-Mail an unsere Zeitung die erwähnten Hausdurchsuchungen in dramatischer Weise geschildert. Die betroffenen Familien seien immer noch geschockt und „traumatisiert“.


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