Walkersbacher berichtet So lief die Räumungsaktion am Hangrutsch

Auch wenn's anders aussieht: Die Straße zwischen Weitmars und Walkersbach ist nach wie vor offiziell gesperrt. Foto: privat

Plüderhausen-Walkersbach. Eine Gruppe Walkersbacher wollte offenbar nicht mehr abgehängt sein. Und nahm die Entfernung des Hangrutsches, der ihre Zufahrt ins Remstal blockierte, kurzerhand in die eigenen Hände. Seit Sonntag ist die Straße zwischen Lorch-Weitmars und Walkersbach passierbar. Gesperrt ist sie offiziell aber nach wie vor.

Die Idee entstand bei der Gartenarbeit, sagt jener Walkersbacher, der die Räumung organisierte. „Wir hatten einen Bagger dagehabt, und uns überlegt, den Rutsch damit zu entfernen“. Umgesetzt habe sie die Gruppe schließlich am Sonntagabend. Ein halbes Dutzend Männer sei mit Teleskoplader und Traktor angerückt und habe das Erd- und Pflanzenmaterial von der Straße entfernt. Mithilfe der Gerätschaft sei es wieder an den Hang zurückgebracht worden.

"In 15 Minuten war es weg"

Wie der Walkersbacher berichtet, hätten sich während der Aktion jeweils Mithelfer im Walkersbacher Tal, in Richtung Breitenfürst sowie beim Haghof positioniert, um vorwarnen zu können, sollten Ordnungshüter sich auf den Weg in das Dorf machen. Was aber nicht geschah. Wohl auch, weil die Aktion nicht allzu lang gedauert habe: „In 15 Minuten war es weg."

Eine Aktion, für die sie viel Zuspruch bekommen hätten, sagt der Walkersbacher. Etwa von Radfahrern, die sich noch am Sonntagabend bedankt hätten, dass die Straße wieder passierbar gewesen sei.

Gegen lange Umwege und bessere Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge

Dass die Kreisstraße seit dem Hangrutsch am 21. Mai voll gesperrt war, hatte Unmut hervorgerufen. Kaum verwunderlich, ist es doch die einzige Verbindung des Plüderhäuser Teilorts ins Tal, ohne die sie Umwege über Pfahlbronn und Lorch beziehungsweise Welzheim-Breitenfürst in Kauf nehmen müssen. Nun war die Straße zumindest zeitweise frei. Dass dadurch auch Rettungswagen oder Feuerwehr wieder schneller in den Ort kommen können, sei eines der Anliegen der Hangrutsch-Entferner gewesen.

Anzeige gestellt

Das Landratsamt reagiert auf diese Bürgeraktion betont gelassen. An einen von Bürgern entfernten Hangrutsch könne sie sich zwar bislang nicht erinnern. Veränderungen an Baustellen gebe es aber immer wieder, etwa dass Beschrankungen entfernt werden, um Straßen passieren zu können, sagt Pressesprecherein Leonie Ries.

Legal sei das Ganze allerdings nicht. Bei einem Verstoß gegen verkehrsrechtliche Anordnungen handle es sich um eine Ordnungswidrigkeit, möglicherweise könne die Aktion wegen des großen Eingriffs sogar als Straftat gelten. Eine Anzeige gegen unbekannt sei deshalb bereits gestellt.


Weitere Planung

An der Planung des Landratsamtes wird sich durch die Aktion nichts ändern. Zwar haben die Bürger ein wenig Arbeit bereits erledigt, der größere Teil (ein Fundament aus Beton sowie eine Stützmauer aus grobem Schotter und Draht) werden ab nächster Woche dort angebracht, sagt das Landratsamt.

Die Straße bleibt deshalb bis zum 21. Juni voll gesperrt.

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