Was Pendler beachten müssen Remsbahn-Strecke ab Samstag gesperrt

Vom 13. bis zum 20. April: Gleisabschnitt zwischen Grunbach und Waiblingen unbefahrbar – aber die Bahn bietet Alternativen. Foto: ZVW/Joachim Mogck

Waiblingen. Ab Samstag wird für Berufspendler, die per Bahn unterwegs sind, der Weg zur Arbeit eine Woche lang etwas komplizierter, und auch VfB-Fans sollten bei der Anreise zum Match gegen Leverkusen früher aufbrechen: Wegen Gleisarbeiten ist die Strecke zwischen Grunbach und Waiblingen für S-Bahn und Regional-Express unbefahrbar.

Das Wichtigste vorweg: Ganz schlimm wird es wohl nicht werden. Erstens geht es nur um eine Woche; zweitens gibt es Ersatzbusse, die alle S-Bahn-Haltepunkte anfahren; drittens verkehren zwischen Schorndorf und Waiblingen auch Direktbusse, die den Regionalexpress ersetzen. Was der Fahrgast einplanen muss, ist vor allem etwas mehr Zeit – das Verbindungsnetz zwischen Schorndorf und Stuttgart aber bleibt dicht geknüpft, und die Bahn hat genug Busse im Einsatz.

Die Bushaltestelle in Waiblingen ist hier zu finden:

Welche Optionen haben Pendler?

Jeder Pendler hat ja seine individuelle Route – deshalb am besten einige Beispiele.

Hinweg. Für einen Pendler von Schorndorf nach Grunbach ändert sich gar nichts – die S-Bahn fährt wie üblich ab (Minuten 03, 18, 33, 48 beim Viertelstundentakt).

Ein Pendler von Schorndorf nach Endersbach nimmt die S-Bahn bis Grunbach. Dort steigt er in den Ersatzbus um. Folge: Er kommt etwas später an als sonst.

Ein Pendler von Schorndorf nach Waiblingen (oder weiter bis Stuttgart) nimmt den Direktbus bis Waiblingen ohne Unterwegshalte. Der fährt am Schorndorfer Bahnhof los und verkehrt zur morgendlichen Stoßzeit im Viertelstundentakt zu den Minuten 03, 18, 33 und 48; also genau wie die S-Bahn. Verzögerungen gilt es auch hier einzuplanen: Der Direktbus ist gut 30 Minuten unterwegs. Nach der Ankunft in Waiblingen folgen etwa zehn Minuten Wartezeit bis zur Abfahrt der S-Bahn gen Stuttgart.

Ein Pendler von Grunbach nach Waiblingen (oder weiter bis Stuttgart) kann nicht wie sonst zu den Minuten 13, 28, 43 und 58 in die S-Bahn steigen – der Ersatzbus fährt jeweils sechs Minuten später los, weil er ja auf Umsteiger aus Richtung Schordorf warten muss: 19, 34, 49, 04. Verzögerungen ergeben sich auch für Zusteiger auf den weiteren Stationen bis Waiblingen. Dort folgen zehn Minuten Wartezeit bis zur Abfahrt der S-Bahn gen Stuttgart. Rückweg. Für den abendlichen Heimweg gilt: Die S-Bahnen in Stuttgart starten normal. Während aber der S-Bahn-Fahrer in Waiblingen üblicherweise zu den Minuten 05, 20, 35 und 50 abfährt, kann er nun um 10, 25, 40 und 55 entweder in den Ersatzbus bis Grunbach (mit Unterwegshalten) steigen oder in den Direktbus nach Schorndorf.

Was hilft bei der Reiseplanung?

An allen Bahnhöfen gibt es Aushänge mit Sonderfahrplänen, in Waiblingen und Schorndorf dazu Helfer, die Orientierungslosen den Weg weisen. Digitalisierte nutzen die Seite www.bahn.de/persoenlicherfahrplan oder die App DB Streckenagent – sie verschickt Push-Nachrichten mit Alarmmeldungen und Ausweichtipps, falls auf der Strecke etwas nicht läuft wie geplant.

Was wird da genau gebaut?

Auf der zweigleisigen Strecke werden zwischen Endersbach und Waiblingen auf etwa fünf Kilometern Länge alle Gleise komplett erneuert. Dabei kommt eine recht spektakuläre Großmaschine namens Gleis-Umbauzug zum Einsatz. Man müsse sich das etwa so vorstellen, erklärt Bahn-Pressesprecher Reinhold Willing: „Der frisst vorne das alte, im Schotterbett liegende Gleis und spuckt hinten das neue – die Schwellen und die Schienen – aus und verlegt es.“

Wie viele Fahrgäste sind betroffen?

Pro Tag rechnen die Bahn-Planer mit etwa 15 000 bis 20 000 Personen, die auf dem Gesamtabschnitt zwischen Schorndorf und Waiblingen unterwegs sind. Dass die Woche in den Osterferien liegt, entspannt die Lage – am Samstag allerdings wird es gleich „ein bisschen eine Spitze“ geben, sagt Bahnsprecher Willing, wenn der VfB daheim gegen Leverkusen spielt.

Wird das alles funktionieren?

„Ich gehe davon aus, dass es klappt“, sagt Bahnsprecher Willing. Klar, bei einem Unfall auf der B 29 steht auch der Direktbus im Stau: höhere Gewalt. Aber dies ist „nicht der erste Schienenersatzverkehr“, den die Bahn organisiert. In der Vergangenheit sei derlei auch auf der Remsstrecke „sehr gut gelaufen“.


Wiesel-Warnung

Busse statt Züge: Das gilt von Samstag, 13. April, bis Donnerstag, 18. April, auch auf der Wieselstrecke. Grund: In Michelau wird der Bahnsteig saniert. Während sonst das Wiesel zu den Minuten 19 und 49 in Rudersberg-Oberndorf losfährt, startet der Ersatzbus schon zu den Minuten 05 und 35, damit die Anschlüsse in Schorndorf erreichbar sind. Der Ersatzbus von Schorndorf nach Rudersberg fährt wie sonst das Wiesel zu den Minuten 20 und 50 los. Wer abends aus Waiblingen vom Job kommt, hat in Schorndorf etwa zehn Minuten Aufenthaltszeit.


Wie es weitergeht

Auch nach den Großkampftagen vom 13. bis zum 20. April ist das Projekt Gleisarbeiten nicht vorbei.

Von Samstag, 20. April, bis Montag, 6. Mai, ist nur ein Gleis befahrbar. Folge: Der S-Bahn-Verkehr ist eingeschränkt, aus dem Viertel- wird ein Halbstundentakt (Abfahrtsminuten in Schorndorf Richtung Waiblingen: 18 und 48; 03 und 33 entfallen – Abfahrtsminuten in Waiblingen Richtung Schorndorf: 20 und 50; 05 und 35 entfallen). Und der Regionalexpress aus Aalen fährt nur bis Schorndorf. Wer nach Stuttgart will, muss dort in die S-Bahn umsteigen.

Von Montag, 6. Mai, bis Freitag, 10. Mai, ist der Streckenabschnitt zwischen Grunbach und Waiblingen täglich zwischen 1.30 und 4.30 Uhr komplett gesperrt – zur Überbrückung dienen in diesen frühen Morgenstunden Ersatzbusse. Tagsüber läuft alles normal.

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