Wegen Coronavirus DFB beschäftigt sich auch mit Saisonabbruch

Vor verschlossenen Toren: Zwei als Geist verkleidete Gladbach-Fans vor dem Stadion. Foto: Jonas Güttler/dpa Foto: dpa

Frankfurt/Main/Waiblingen.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) beschäftigt sich wegen der Ausbreitung des Coronavirus auch mit einem vorzeitigen Abbruch der aktuell laufenden Saison. Dies schrieb Generalsekretär Friedrich Curtius in einem Gastbeitrag für den Kicker (Donnerstag). "Aktuell kann noch niemand die Folgen des Coronavirus für den Fußball in ihrem gesamten Ausmaß absehen. Wir müssen uns mit allen Szenarien beschäftigen, um vorbereitet zu sein, wenn der Fall eintreten sollte, dass der Spielbetrieb unterbrochen oder die Saison sogar vorzeitig beendet werden müsste", schrieb Curtius. Ziel bleibe natürlich, "die Saison regulär sportlich zu Ende zu spielen".

In der 3. Liga waren am Mittwoch bereits zwei Spieltage aus dem März auf den Mai verlegt worden. Die nordamerikanische Basketball-Liga NBA setzt nach einem positiven Coronavirus-Test bei einem Profi zunächst auf unbestimmte Zeit den Spielbetrieb aus. Der 43 Jahre alte Curtius rief dazu auf, besonnen zu agieren. Von den Verbänden sei "kein Aktionismus, sondern vernünftiges und entschlossenes Handeln gefragt", sagte der Funktionär. Den Anweisungen der Gesundheitsbehörden folge man "ohne Wenn und Aber, danach richten wir konsequent die Organisation des Spielbetriebs aus, die Kernaufgabe des DFB und seiner Verbände ist".


Was ist mit den Amateuren?

Der Spielbetrieb in den Amateurklassen wird bis auf Weiteres fortgesetzt (Stand: Donnerstag, 11.30 Uhr). Das teilten die Fußballverbände Baden, Südbaden und Württemberg in einer gemeinsamen Mitteilung mit. Für die Spielklassen mit höherer Zuschauerzahl ab der Oberliga Baden-Württemberg aufwärts gelten für die Durchführung von Sportveranstaltungen die Anordnungen der lokalen Behörden. Weiterhin gelten für den gesamten Spielbetrieb (Herren, Frauen, Jugend) in Baden und Württemberg folgende Anweisungen:

  • Alle Vereine sind aufgefordert aktiv zu prüfen, ob es Spieler (Aktiv und Jugend, m/w/d) in ihren Mannschaften gibt, die in den vergangenen 14 Tagen - also seit 26. Februar 2020 (Fastnachtswoche) - aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind. Wir appellieren an das Verantwortungsbewusstsein der Vereine, diese Spieler – unabhängig von Symptomen – nicht einzusetzen, weder bei Spielen noch im Trainingsbetrieb. Risikogebiet ist mittlerweile neben der autonomen Provinz Bozen Südtirol auch die ostfranzösische Region Grand Est (u.a. Elsass, Lothringen, Champagne-Ardenne).
  • Wenn ein solcher Fall gegeben ist, kann mit dem Spielgegner Kontakt aufgenommen werden, um sich auf eine Spielverlegung zu verständigen. Im Fall der Einigung sind die Staffelleiter angewiesen, entsprechend zu verlegen. Wir bitten die Vereine hierbei um ein faires und verantwortungsbewusstes Miteinander.
  • Zudem gilt selbstverständlich, dass im Fall eines Spielers mit diagnostizierter Corona-Infektion der Staffelleiter zu informieren ist, der dann das betreffende Spiel verlegt.

Darüber hinaus gelten weiterhin für alle Aktiven und Zuschauer, den Empfehlungen des Sozialministeriums Baden-Württemberg und des Robert Koch Instituts Folge zu leisten. Konkret sind insbesondere Maßnahmen zum Infektionsschutz zu ergreifen und unter den dort genannten Voraussetzungen Fußballveranstaltungen ganz fern zu bleiben. Auch auf den ansonsten üblichen Hand-Shake vor Spielbeginn soll daher verzichtet werden.

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