Weihnachtsspiel gegen Gummersbach TVB muss noch einmal alle Kräfte mobilisieren

Symbolbild. Foto: pixabay.com (CC0 Public Domain)

Im letzten Spiel des Kalenderjahres kann der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart einen gewaltigen Schritt in Richtung Klassenverbleib machen. 15 Punkte hätte der TVB gesammelt bei einem Sieg am zweiten Weihnachtsfeiertag in der so gut wie ausverkauften Porsche-Arena gegen den VfL Gummersbach (Ab 16 Uhr im ZVW-Liveticker). Es gilt, noch einmal die Hintern zusammenzukneifen.

Zweifelsfrei wäre es fahrlässig, im Erfolgsfall an Silvester bereits die Sektkorken zum Ligaverbleib knallen zu lassen. Andererseits gingen die Bittenfelder, wenn alles normal läuft am finalen Spieltag und sich Göppingen nicht ein zweites Mal von Bietigheim überraschen lässt, mit neun Punkten Polster auf die Abstiegsränge in die WM-Pause. Das bedeutete, mit drei weiteren Siegen aus den verbleibenden 15 Partien in der Rückrunde wäre der TVB wohl auf der sicheren Seite.

Auf dem Papier stehen die Chancen auf den fünften Heimerfolg in dieser Saison am Mittwoch nicht so schlecht. Dem VfL Gummersbach steht bei nur zwei Punkten Abstand zum ersten Abstiegsrang das Wasser bis zum Hals. Doch der TVB muss auf der Hut sein – nicht nur, weil er erneut auf wichtige Spieler verzichten muss.

Rückkehrer und Verletzte

Tobias Schimmelbauer hat seine Magen-Darm-Probleme zwar überwunden und wird ebenso in den Kader zurückkehren wie der Kreisläufer Simon Baumgarten (Sprunggelenkverletzung). Lukas von Deschwanden indes muss aufgrund seiner anhaltenden Nackenschmerzen erneut passen. Eher unwahrscheinlich dürfte der Einsatz von Michael Kraus sein, der sein Comeback nach dem Handbruch eigentlich fürs Weihnachtsspiel in Aussicht gestellt hatte. So ganz hat der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt seinen Spielmacher noch nicht aufgegeben. Schließlich ist Kraus stets für eine Überraschung gut.

Jürgen Schweikardt ist um jeden Spieler froh, denn der Kräfteverschleiß der anstrengenden Hinrunde ist seiner Mannschaft – wie den anderen Teams allerdings auch – deutlich anzumerken. „Es wird höchste Zeit, dass wir regenerieren können“, sagt der Trainer. „Man hat schon gesehen, dass unsere Spielerdecke nicht allzu dick ist.“

Auch Gummersbach hat Probleme - deutlich größere Probleme

Reich gesegnet an Spielern ist auch der VfL Gummersbach nicht, die Sorgen indes sind deutlich größer als die der Bittenfelder. Nach zwei Zitter-Spielzeiten hat der Altmeister, immerhin Gründungsmitglied der Bundesliga, schon wieder erhebliche Probleme. Nur viermal hat der VfL in 18 Spielen das Spielfeld als Gewinner verlassen, den ersten Erfolg gab’s ausgerechnet am vierten Spieltag beim 31:28 gegen den TVB.

Mit dem jüngsten Erfolg, dem 27:26 in Ludwigshafen, hielt sich das Team von Trainer Dennis Bahtijarevic immerhin einen Abstiegskonkurrenten vom Hals und trat im folgenden Spiel gegen Melsungen gleich selbstbewusster auf. Nach dem 16:16-Gleichstand machte der Gegner mit einem 7:0-Lauf alles klar und siegte mit 28:23. Jürgen Schweikardt warnt vor dem Gegner. „Gummersbach hat Qualität, es hat sie aber noch nicht so oft aufs Spielfeld gebracht.“ Besonders gut in Form zeigte sich zuletzt der rechte Rückraumspieler Ivan Martinovic, der gegen Melsungen zehn Tore erzielte. Der iranische Spielmacher Pouya Norouzi ist für Schweikardt „individuell einer der besten Spieler der Liga“. Und mit Carsten Lichtlein habe der VfL einen erfahrenen Torhüter, der den entscheidenden Unterschied ausmachen könne.

"Wir wissen schon, was wir können"

Schweikardt sieht sein Team in einer ähnlichen Ausgangsposition wie vor dem Derby gegen Bietigheim. „Die Bedeutung brauchen wir nicht kleinzureden“, sagt er. „Wir müssen uns aber in erster Linie auf unsere Aufgaben konzentrieren.“ Über eine stabile Deckung und mit einem guten Torhüter im Rücken will der TVB mit Tempohandball zum Erfolg kommen.

An Selbstbewusstsein dürfte es dem TVB nach den jüngsten Auftritten gegen Bietigheim und die Rhein-Neckar Löwen nicht mangeln. „Wir wissen schon, was wir können“, sagt Schweikardt.


Die Porsche-Arena ist so gut wie ausverkauft. Am Sonntag waren noch etwa 80 Restkarten verfügbar. Wer noch ein Ticket ergattern möchte, sollte es online über print@home versuchen.

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