Weinstadt-Beutelsbach Transporter-Falle: DHL-Sprinter steckt fest

In der Weinstadt-Gruppe auf Facebook ist dieses Foto am Mittwoch heiß diskutiert worden. Es zeigt jenes DHL-Fahrzeug, das in der Bahnunterführung steckengeblieben ist. Foto: Privat

Weinstadt-Beutelsbach.
Die Transporter-Falle hat wieder zugeschlagen: Ein Fahrzeug des Paketdienstes DHL ist am Mittwochmittag in der Beutelsbacher Bahnunterführung steckengeblieben. In der Weinstadt-Gruppe auf Facebook hat ein Nutzer ein Foto von dem Vorfall veröffentlicht, woraufhin viele zum Teil hämische Kommentare veröffentlicht wurden. „Der hatte eindeutig zu wenig Pakete geladen. Sonst wäre er durch gekommen“, höhnte etwa ein Nutzer. Es gab aber auch Stimmen, die die Stadt Weinstadt und den von ihr angebrachten Höhenbegrenzer kritisierten. „Ich verstehe nur nicht, warum man es in über 30 Jahren nicht fertigbringt, in vernünftigem Abstand eine Höhenbegrenzung mit Balken anzubringen und eben nicht mit diesen popligen Plastikketten.“

Jener Höhenbegrenzer mit besagten Ketten wurden im Dezember 2017 auf der Nordseite der Bahnunterführung für 10 000 Euro errichtet (inklusive Planerausgaben) und funktioniert so: Jedes Fahrzeug, das mehr als zwei Meter hoch ist, bekommt beim Durchfahren einen Schlag gegen die Frontscheibe, wodurch der Fahrer noch rechtzeitig vor der Unterführung bremsen kann. Welche Unfälle dadurch vermieden wurden, kann niemand messen. Tatsache ist aber, dass trotzdem weiter Fahrzeuge steckenbleiben. Das können auch nicht jene Warnblinker und Schilder verhindern, die seit Jahren Fahrer zu hoher Fahrzeuge vorm Durchfahren warnen.

Der Begriff „Transporter-Falle“ ist bei der Stadtverwaltung indes nicht beliebt. Sie warf unserer Zeitung schon 2017 vor, dadurch zu suggerieren, dass die Unterführung bewusst als Falle gebaut wurde. Fakt ist indes, dass die niedrige Bauweise der Unterführung seit Jahren dazu führt, dass Fahrzeuge wie die Maus in einer Mausefalle steckenbleiben.

Polizei sagt noch nicht viel

Zu dem Vorfall am Mittwoch, der sich um 12.30 Uhr ereignet hat, konnte die Pressestelle des Polizeipräsidiums Aalen nicht viel sagen. Genauere Angaben soll es erst am Donnerstagmorgen geben. Wie hoch der Schaden ist und wie lange die Unterführung für den Fahrzeugverkehr gesperrt war, ist uns daher nicht bekannt. Ob es im S-Bahn-Verkehr Verspätungen gab, wollten wir von der Regionalpressestelle der Deutschen Bahn wissen. Ein Sprecher teilte mit, dass ihm nichts von einer Beeinträchtigung bekannt sei. Üblich sei es, dass bei Unfällen mit Lastwagen ein Notfallmanager der Bahn respektive ein Brückenfachmann vor Ort überprüfe, ob die Unterführung statisch beschädigt wurde. Bei Unfällen mit Sprintern wie im Fall des DHL-Transporters, die ja kleiner als Lastwagen sind, sei dies in der Regel nicht nötig.

DHL-Sprecher will den Fall intern aufarbeiten

Wie es sein kann, dass ein DHL-Fahrer die Größe seines Fahrzeugs nicht einschätzen kann, fragte unsere Zeitung Gerold Beck, den Leiter der Pressestelle Süd beim Paketzusteller DHL. Wer sich privat einen Sprinter mal für einen Möbeltransport ausleiht, mag die genaue Höhe nicht kennen. Aber ein Fahrer verdient ja damit täglich seinen Lebensunterhalt. Gerold Beck sagte uns zu, den Fall intern zu recherchieren und eine Rückmeldung zu geben. „Grundsätzlich wird das sicherlich geschult.“

  • Bewertung
    25
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!