Weinstadt-Beutelsbach Transporter-Falle: Ohne Unterführung gab’s viele Staus

Vorm Bau der Unterführung waren Staus am Bahnübergang normal. Foto: Stadtarchiv Weinstadt

Weinstadt-Beutelsbach.
Die Transporter-Falle sorgt immer wieder für Ärger. Erst Anfang Januar war in der Beutelsbacher Bahnunterführung ein Sprinter stecken geblieben. Doch es gab auch eine Zeit, als viele den Bau sehnsüchtig erwarteten. „Als man im Oktober 1986 die Bahnunterführung feierlich eröffnete, war man sichtlich stolz auf das Erreichte, denn damals kannte man noch die Situation ohne Unterführung, bei täglich ca. 100 durchfahrenden Zügen, den damit verbundenen geschlossenen Bahnschranken und den entsprechenden Rückstaus und Verzögerungen“, schreibt Oberbürgermeister Michael Scharmann auf Facebook.

Der Weinstädter Stadtchef veröffentlichte Bilder einer alten Ausgabe der Weinstadt-Woche, wie das Mitteilungsblatt der Stadt früher hieß. Sie stammt vom Donnerstag, 30. Oktober 1986. Auf der Titelseite steht groß: Bahnunterführung Beutelsbach freigegeben. „Nach Aussagen der damals zuständigen Verantwortlichen waren sehr lange und harte Verhandlungen – unter anderem mit der Bahn – notwendig, um diese Unterführung realisieren zu können“, heißt es in Scharmanns Beitrag auf Facebook weiter.

Im Text des Mitteilungsblatts selbst wird beschrieben, wie im Beisein des damaligen Landrats Horst Lässing, des Weinstädter Oberbürgermeisters Jürgen Hofer sowie vieler Stadt- und Kreisräte das Bauwerk eröffnet wurde. Die zuständigen Baufirmen damals hießen Wolfer & Goebel, Schweickhard und Kärcher, dazu gesellte sich das Ingenieurbüro Steitz. Architekt war Gunther Fischer. Von der damaligen Bundesbahn, wie die Deutsche Bahn vor der späteren Privatisierung hieß, war bei der Eröffnung Thomas Karzel vertreten.

Verkehrsaufkommen sollte sich verteilen

Die spannende Frage ist, was die damals Verantwortlichen noch darüber sagen könnten, warum keine Unterführung mit einer Durchfahrtshöhe von mehr als zwei Metern gebaut wurde. Genau das ist ja der Grund, warum immer wieder Sprinter und Lastwagen in der Unterführung hängen bleiben. Oberbürgermeister Michael Scharmann schreibt in seinem Facebook-Beitrag dazu so viel: „Eine Unterführung mit einer tieferen Durchfahrtshöhe wurde damals ebenfalls ausgiebig geprüft und musste aufgrund der fehlenden Umsetzbarkeit ausgeschlossen werden.“ Für die Öffentlichkeit ungeklärt bleibt, wieso das Ganze nicht umsetzbar war.

Im Beitrag der Weinstadt-Woche jedenfalls ist nur von den Vorteilen die Rede. So heißt es, dass nun mehr eine direkte und kürzere Verbindung zwischen Großheppach, Beutelsbach und Schnait bestehe. Weiter heißt es, dass mit der Unterführung die Park-and-ride-Parkplätze wieder sinnvoll an den Verkehr und die Bahnnutzer angebunden seien. Und: „Mit der Unterführung verbunden ist die Erwartung, dass sich das Verkehrsaufkommen innerhalb von Beutelsbach verteilt und damit eine spürbare Entlastung für die Ortsdurchfahrt in der Stuttgarter Straße eintritt.“

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