Weinstadt Beutelsbacher Weindorf ist eröffnet

, aktualisiert am 02.05.2019 - 06:58 Uhr

Weinstadt-Beutelsbach. Der Himmel hat pünktlich zum Weindorf-Start aufgerissen und bescherte den Winzern an den ersten beiden Tagen absolutes Weinwetter und Trubel auf dem Marktplatz in Beutelsbach.

Die Eröffnungsformel „Angezapft ist!“ könnte beim Weindorf „Angestoßen ist!“ heißen, denn das ist es, was die Besucher an Tischen unter weißen Pagodenzelten und mit dem Gläschen im Getümmel stehend tun. „Bei dem Wetter kann man fast nicht daheim bleiben“, sagt Winzer Christoph Klopfer.

Am Maifeiertag und bereits beim Eröffnungsabend mit Oberbürgermeister Scharmann und Weinprominenz ist es gemütlich eng in den Sitzreihen. Nach kühlen, durchwachsenen Tagen sind viele begierig, rauszugehen – und rauszusitzen, in eine freundlichen Kulisse aus Blumen, Tischdecken und weißen Pagodenzelten oder in den erhöhten Loungebereich. Und dann: Glas hoch, animierend schnuppern am Stilglas und mit feinem Säure- und Aromenspiel im Gaumen die Weinfestsaison begrüßen.

Scampispieße, Chili con carne und Weindorf-Burger

Die Besonderheit des Weindorfs: Die Organisation ist auf viele Schultern verteilt. „Selbstständige Weingüter und eine Genossenschaft gestalten das Fest gemeinsam“, hebt Martina Unrath hervor. 14 Betriebe haben 200 verschiedene Weine in 30 Rebsorten sowie Habhaftes aus Töpfen und Pfannen zusammengestellt. Das kulinarische Angebot erschöpft sich nicht in roter Wurst und Maultaschen, man bekommt hier Rucolasalat, Schweinskopfsülze mit Radieschen-Vinaigrette, Scampispieße, Chili con carne und einen Weindorf-Burger.

Die Gäste suchen genau das: „Sie machen gute Weine, und hier kann ich sie probieren, deshalb sind wir hier“, sagt ein Ehepaar aus Grunbach. Dank des Angebots können sie sich lösen von dem, was sie schon kennen: Neben den Regionalsorten sind Spezialitäten mit eigenständigem Rebsorten-Charakter gefragt. Vom Neuling, der sich den Wein gerade erst erschmeckt, bis zu erfahrenen Weintrinkern seien sie mit vielen Gästen ins Gespräch gekommen, sagt Winzer Jörg Schwegler. An speziellen Fragen nach den Maischestandzeiten und neuen Rebsorten merke er, dass sich auch junges Publikum mit Wein beschäftigt.

Testlauf für den „Feschdle-Sommer“

Auch das Interesse am 2018er-Jahrgang sei groß. Fast auf jeder Getränkekarte ist ein weißer oder roséfarbener Vertreter des „Jahrhundertsommers“ gelistet. Die Weintrinker erwarte ein „ordentlicher Jahrgang“, so Schwegler; weinbaulich und kellertechnisch seien sie allerdings aufgrund zu niedriger Säurewerte und zu hoher ph-Werte schwierig. Statt auf den Öchslegrad zu linsen, habe der Fokus auf dem Säure-Management gelegen. Teilweise habe er kristallisierte Weinsäure zugesetzt, um eine saubere Gärung hinzubekommen, so Schwegler.

Ob Muskattrollinger von 2018 oder Spätburgunder aus dem Jahr 2013: Während unsereins nur das Stilgläschen halten muss, stehen den Ausschank-Armen der Winzer und deren Helfer sportliche Monate bevor. Das Weindorf sei schon auch ein Testlauf für den „Feschdle-Sommer“, sagt Martina Unrath, Vorstand des Vereins Weinstadt Weindorf. Für Winzer Daniel Kuhnle und seine Mitarbeiter steht aber fest: „Das kriegen wir alle hin.“


Noch bis Sonntag

Geöffnet hat das Weindorf noch bis einschließlich Sonntag, 5. Mai 2019.

Neben Weinen und Speisen gibt es jeden Abend Live-Musik: jeweils ab 19 Uhr von Lolek und Bolek (Donnerstag), Lenz Brothers (Freitag) und Jomami (Samstag) sowie Martin Lenz solo am Sonntag ab 15 Uhr.

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