Weinstadt Der Bürgerpark wird erneut teurer

Symbolbild. Foto: DarkworkX/Pixabay License

Weinstadt. 1,97 Millionen Euro statt 1,38 Millionen: So viel soll der zweite Bauabschnitt des Weinstädter Bürgerparks kosten. Schon der erste Abschnitt war um 600 000 Euro teurer geworden. Manfred Siglinger wirft der Stadt indes vor, alles zu schönen: Inklusive Planerausgaben liegen die Mehrkosten für den zweiten Bauabschnitt laut dem GOL-Fraktionschef bei 1,1 Millionen Euro.

Bereits im November 2018 war bekanntgeworden, dass der erste Bauabschnitt des Bürgerparks um 39 Prozent teurer wird als geplant. Statt 1,475 Millionen kostet er nun mindestens 2,053 Millionen Euro, also 579 000 Euro mehr als gedacht. Allerdings ist noch nicht alles fertiggestellt: So sind die Arbeiten für den Jugendspielbereich und den Wasserspielplatz noch nicht abgeschlossen. Und das bedeutet, dass noch nicht sicher gesagt werden kann, dass es bei den 2,053 Millionen Euro bleibt.

Vor dem Hintergrund treffen die erneuten Kostensteigerungen die Stadt hart. Stand November 2018 lagen die Gesamtkosten für den Bürgerpark zwischen Beutelsbach und Endersbach bei 6,27 Millionen Euro, nun liegen sie bei mindestens 6,87 Millionen Euro. Sollte GOL-Fraktionschef Manfred Siglinger mit seiner Rechnung recht haben, sind es sogar 7,37 Millionen Euro. In der Gemeinderatssitzung bezeichnete der sitzungsleitende Baubürgermeister Thomas Deißler die Summe nicht als falsch – allerdings bekam unsere Zeitung auf Nachfrage vom Weinstädter Pressesprecher Holger Niederberger zu hören, dass der Baubürgermeister Siglingers Zahl erst mal nicht kommentieren wolle.

Stadträte werben für kleinere Bäume und Verzicht auf Brücke

Unabhängig davon, was nun stimmt, ist eines sicher: Der 3,45-Millionen-Euro-Zuschuss des Bundesbauministeriums für das Projekt erhöht sich bei gestiegenen Baukosten nicht. Und das heißt: Der Weinstädter Eigenanteil wird größer – und das vor dem Hintergrund, dass die finanziellen Spielräume der Stadt wieder enger werden. In der vergangenen Sitzung des Technischen Ausschusses plädierten deshalb mehrere Stadträte dafür, auf die geplante Brücke am Eingang des Bürgerparks zu verzichten – laut GOL-Fraktionschef Manfred Siglinger würde Weinstadt so 400 000 Euro weniger ausgeben.

CDU-Stadtrat Markus Dobler schlug vor, auf das vorgesehene Natursteinpflaster zu verzichten. Der Wengerter sieht hier die Möglichkeit, 100 000 Euro zu sparen. Für wenig sinnvoll hält er zudem die Idee der Planer, Wildkirschen zu pflanzen, die als Brutstätte für die Kirschessigfliege gelten – denn die richtet im Weinbau großen Schaden an. Siglinger warb zudem dafür, nicht im Schnitt 700 Euro pro Baum auszugeben. Zu erreichen sei das, indem einfach kleinere Bäume gepflanzt werden.

Anders als Baubürgermeister Deißler sah eine Mehrheit im Technischen Ausschuss die Brücke für den Eingang des Parks nicht als unverzichtbar an: Mit sieben zu zwei Stimmen (bei einer Enthaltung) forderte das Gremium die Verwaltung auf, kostengünstigere Alternativen zu erarbeiten.


So geht es weiter:

Das für den Bürgerpark zuständige Berliner Büro A24 soll in der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstag, 26. September, zur genauen Höhe der Mehrkosten Stellung nehmen.

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