Weinstadt-Endersbach Coronavirus verhindert Geschäfts-Neueröffnungen

Murat Ece (38) wollte eigentlich am Mittwoch, 18. März, sein neues Geschäft für Schmuck und Uhren in der Endersbacher Einkaufsstraße eröffnen – doch dann kam von der Landesregierung der Erlass, dass nur noch bestimmte Läden vom 18. März an aufschließen dürfen. Foto: Murat Ece

Weinstadt-Endersbach.
Murat Ece wollte am 18. März in der Endersbacher Einkaufsstraße seinen zweiten Laden für Schmuck und Uhren eröffnen – bis ihm die Landesregierung wegen der Coronavirus-Krise einen Strich durch die Rechnung machte.

Verena Schirmböck möchte im Mai mit ihrem Geschäft für Hörgeräte loslegen, der Laden in der Strümpfelbacher Straße 1 wird deshalb schon seit einer Weile innen umgebaut.

Und in der Strümpfelbacher Straße 28 sollte eigentlich ein Brautmodengeschäft eröffnen. Unsere Zeitung wollte von den Geschäftsinhabern wissen, wie sie auf die aktuelle Krise reagieren.

Hoffnung auf Kooperation mit anderem Laden

Murat Ece folgt auf Juwelier Kötter, der in der Strümpfelbacher Straße 17 viele Jahre seinen Laden hatte. Seit 2017 hat der in Urbach aufgewachsene Geschäftsmann in Waiblingen einen eigenen Laden für Schmuck und Uhren in der Bahnhofstraße, unter dem Namen „Timeless“, was auf Deutsch „Zeitlos“ heißt.

Davor war Murat Ece sechs Jahre in Fellbach. Nach Waiblingen ist er einst umgezogen, weil ihm die Räume in Fellbach zu groß waren. Die Schwester arbeitet als Auszubildende mit, mehr Mitarbeiter gibt es nicht. Das Geschäft in Endersbach ist nun Murat Eces zweiter Laden, vor Ort präsent sein sollte seine Frau, die er dafür in seinem Betrieb anstellen wollte. Nun kommt alles anders.

Murat Ece muss sich nun überlegen, wie er in der Corona-Krise doch noch Einnahmen erzielen kann. Er überlegt, zum Beispiel über einen Supermarkt oder andere Geschäfte, die noch öffnen dürfen, einen Uhren-Service anzubieten. Die Kunden könnten ihre nicht mehr funktionierenden Uhren in Umschlägen abgeben und er könnte dann beispielsweise die Batterie wechseln. Murat Ece hat auch schon mit der Industrie- und Handelskammer telefoniert, um sich beraten zu lassen. Er hofft auf unbürokratische Hilfe des Staates.

Verena Schirmböck möchte ihr Geschäft Anfang Mai eröffnen

Mit der unsicheren Lage muss auch die Inhaberin des neuen Brautmodengeschäfts in der Strümpfelbacher Straße 28 klarkommen. Sie darf aufgrund des Erlasses der Landesregierung ebenfalls nicht eröffnen. Darüber wollten wir mit der Inhaberin eigentlich sprechen, sie war allerdings bis Redaktionsschluss nicht erreichbar. Der Laden befindet sich in den ehemaligen Räumen des Back- und Partyparadieses Dolci Delizie, das schon seit einer Weile im Endersbacher Kalkofen untergebracht ist.

Das einzige Geschäft, das von den drei Neuen in der Endersbacher Einkaufsstraße im Moment eröffnen darf, ist der Laden für Hörgeräte von Verena Schirmböck. Das Land Baden-Württemberg hat festgelegt, dass Läden für Hörgeräte für die Versorgung der Bevölkerung nötig sind. Der Laden folgt auf die Endersbacher Filiale von „Schenken und Genießen“, wo bis Ende 2019 Schmuck, Damenmode und Handtaschen verkauft wurden. Besitzerin Brigitte Rella-Soller hatte sich bewusst dafür entschieden, nur noch den Laden in der Winnender Fußgängerzone zu betreiben.

Verena Schirmböck möchte ihr Geschäft Anfang Mai eröffnen, zumindest ist das die derzeitige Planung, an der auch der Ausbruch der Corona-Pandemie noch nichts geändert hat.

Hoffnung auf geplante Eröffnung

Ihr Laden ist nicht Teil einer Kette, sondern inhabergeführt und wird Hörgeräte verschiedener Hersteller anbieten. Ein vierköpfiges Team soll dort arbeiten. Verena Schirmböck ist im Remstal aufgewachsen sowie zur Schule gegangen und bereits seit vielen Jahren Mitinhaberin eines Hörgerätegeschäfts. Die 55-Jährige hat vor, auch Mitglied der Werbegemeinschaft Endersbacher Einkaufsstraße zu werden.

Der 160 Quadratmeter große Laden in der Strümpfelbacher Straße 1 ist größtenteils schon umgebaut worden. So wurden laut Verena Schirmböck unter anderem Wände eingezogen und Hörkabinen eingerichtet, in denen das Gehör der Kunden getestet wird. „Die brauchen entsprechenden Schallschutz.“ Nun muss noch gestrichen werden, auch fehlt noch das Mobiliar. Die 55-Jährige hofft, dass alles wie geplant läuft und sie an ihrer Eröffnung Anfang Mai festhalten kann. „Genaues kann man aber nie sagen.“

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