Freebikers Weinstadt „Freebiker“ radeln über jedes Hindernis

Weinstadt/Stuttgart. Nieselregen legt sich über die lange BMX -Anlage in Stuttgart – aber die „Freebikers“ aus Weinstadt lassen sich nicht beirren. Sie stehen auf der Startrampe, gehorchen den Anweisungen der Trainer und dann dürfen sie los radeln. Wer sich aber nicht an die Regeln hält, muss vom Rad absteigen und zur Strafe Liegestützen machen – denn Disziplin gehört stets dazu.

Da die Beschaffenheit der Strecke in der Weinstädter Anlage sehr schlecht ist, nutzen die Vereinsmitglieder von „Freebikers“ neuerdings in der dunklen Jahreszeit die Anlage des Stuttgarter Vereins „BMX-Union“. Im Sommer hingegen wird auf dem Bikepark in Weinstadt trainiert. „In Weinstadt ist auf dem Bikepark kein Flutlicht installiert und wir werden leider nicht von der Stadt unterstützt“, sagt der Erste Vorsitzende Thomas Schäfer.

Seit vier Jahren ist er im Verein – der Hauptgrund dafür ist sein zehnjähriger Sohn. Aber er kennt sich auch in diesem Territorium besonders gut aus: Der 51-Jährige ist vor etwa 30 Jahren selbst BMX-Rennen gefahren. Was Thomas Schäfer am meisten am BMX-Fahren begeistert? „Die Leichtigkeit auf dem Fahrrad und der Umgang mit dem Fahrrad“, antwortet er. Auch das spektakuläre Springen mit dem Fahrrad nennt Schäfer und fügt hinzu: „Aber in meinem Alter traut man sich das nicht mehr zu.“

Schutzausrüstung ist Pflicht und darf nicht fehlen

Den Verein „Freebikers Weinstadt“ mit etwa 160 Mitgliedern gibt es seit zwölf Jahren. „Sie kommen in der Regel aus Weinstadt und ringsum, aber es gibt auch kleine Ausreißer“, berichtet der Erste Vorsitzende.

Ebenfalls werden unter anderem Jugendliche als Gäste toleriert und mit ins Training aufgenommen, die nicht Vereinsmitglieder sind. Sowohl bei BMX-Rennveranstaltungen als auch bei den Trainingseinheiten müssen die Teilnehmer eine Schutzausrüstung tragen. Sie besteht aus einem Schutzhelm mit Mund- und Kinnschutz, einem Renntrikot mit langen Ärmeln, einer eng anliegenden langen Hose mit widerstandsfähigem Material, Fünffingerhandschuhen, um die Fingerkuppen zu schützen sowie aus einem Paar Ellbogen- und Knieschoner. Um vom Pedal nicht abzurutschen, ist außerdem passendes Schuhwerk angesagt.

Pushen, Wheelen, Springen – im Training wird geübt

Im Training üben die Jugendlichen auf verschiedenen Hinderniskombinationen unter anderem das „Pushen“, „Wheelen“ und Springen, außerdem bauen sie ihr taktisches Wissen für das Rennen aus. „Pushen“ bedeutet, dass das Hindernis mit beiden Rädern am Boden überfahren wird. Hier muss der Fahrer die Höhenunterschiede der Hindernisse mithilfe von Armen und Beinen ausgleichen.

Beim „Wheelen“ verlagert der Radfahrer sein Gewicht auf das hintere Rad. Es ist eine Doppelsprungtechnik. Bei zwei eng aufeinanderfolgenden Erhebungen springt der Radler vom ersten Hügel ab, landet auf dem Hinterrad und springt in dieser Haltung vom zweiten Hügel ab. Beim BMX-Fahren ist höchste Konzentration und Aufmerksamkeit des Fahrers erforderlich, um einen Abhang herunterfahren und über Hindernisse springen zu können. Das Alter der BMX-Fahrer variiert zwischen sechs und 60 Jahren. Ab dem fünften Lebensjahr ist jeder berechtigt beim BMX-Rennen teilzunehmen. Dabei geht es darum, das Ziel als Erster zu erreichen.

Vereinsintern gibt es im Rennmodus die Anfänger- und Lizenzklasse. „In der Anfängerklasse sind in der Regel die etwas Jüngeren“, sagt Trainer Thomas Schäfer. Fortgeschrittene Mitglieder steigen in die Lizenzklasse auf und können an Rennen teilnehmen. Es gibt U7, U9, U11 und U13: Das sind die Kategorien, die für ein Rennen notwendig sind.

Im Sommer gibt es Probetrainings

Dann gibt es noch die Disziplinen „BMX-Race“ und „Dirt Jump“, übersetzt Schmutzsprung. Zu der Kategorie „Dirt Jump“ gehören schwierige Sprung- aber auch Showelemente, wie beispielsweise der „Backflip“, ein sogenannter rückwärtsgerichteter Überschlag. Der „Dirt Jump“ wird mit einem Dirt Bike, mit einem stabilen Mountainbike mit einem kleineren Rahmen, gefahren.

Interessierte dürfen fünfmal an einem Probetraining im Sommer teilnehmen. Die komplette Schutzausrüstung hierfür kann für fünf Euro ausgeliehen werden.

Trainingszeiten:

Mithilfe einer „Bike-Tabelle“ auf der Webseite der Weinstädter Freebikers kann das passende Rad gefunden werden.

Im Sommer findet das Training am Dienstag und Donnerstag jeweils von 17.30 bis 19 Uhr im Bikepark am Großheppacher Heuweg 24 statt.

Trainiert wird im Winter freitags von 18 Uhr an auf der Anlage der BMX-Union in Stuttgart.

Informationen zum Training und zum Verein gibt es auf der Webseite der Weinstädter Freebikers.

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