Weinstadt-Großheppach Mini-Gartenschau vor der eigenen Haustür

Weinstadt-Großheppach. Zwischen Himbeersträuchen, Pfingstrosen und Zwetschgenbäumen kommen viele bunte, handbemalte Remsi-Bienen zum Vorschein: Das Motto in dem Vorgarten lautet „Mini-Remstal-Gartenschau“. Alles Alte hat hier einen neuen Nutzen gefunden: Es gibt Bienen aus recycelten Konservendosen, Insektentränken aus Flaschendeckeln und Vogelfutter in Tassen.

Der Garten ist mit keinem anderen in der Nachbarschaft zu verwechseln. Das verhindern schon die gepunkteten und gestrichelten Remsis. Einige von ihnen sind sogar mit Aufschriften wie „We love Großheppach“, „Grill den Henssler“ oder „Remstal-Gartenschau 2019“ versehen. An der Vielfalt der Dekoration ist die Liebe zum Detail zu sehen. „Das macht mir unheimlich viel Spaß“, sagt Heidi Thienst, „selbst im Urlaub an der Nordsee habe ich Remsis gemalt.“ Inzwischen hat sie mehr als 50 Remsis gestaltet und viele davon verschenkt. „Toi, toi, toi, es hat noch niemand etwas kaputt gemacht“, sagt die 46-Jährige. Aber für alle Fälle hat sie die Bienen fotografiert.

Über acht Knöpfe kann Musik abgespielt werden

Passend zum Motto steht mittig ein sogenanntes Bienenkarussell: An ihm hängen vier Remsis, die sich mit dem Wind um die eigene Achse drehen. Direkt darunter steht eine Gießkanne: Sie wird in der Dämmerung beleuchtet. „Mein Freund steuert das alles übers Handy“, sagt Heidi Thienst.

Die Technische Zeichnerin wird bei der Gartenarbeit von ihrem Freund Torsten Tannert (45) und ihrer Tochter Ida (11) unterstützt. Das Besondere in dem Garten ist, dass es neben der ganzen Dekoration auch Musik gibt. Über acht verschiedene Knöpfe können vorbeilaufende Passanten Lieder abspielen. Fünf davon sind Kinderlieder: „Auf der schwäb’schen Eisenbahne“, „Guck mal diese Biene da“, das „Fliegerlied“ und „Sum-Sum-Sum“ sowie das Lied des Schneemannes Olaf aus dem Film Eiskönigin. Daneben gibt es das Gartenschau-Lied, „Mein Schwabenland“ und ein Lied über Weinstadt und die ganzen Ortschaften.

Garten wird immer wieder umgestaltet

Über das Publikum am Gartenzaun freut sich Heidi Thienst sehr: „Sechs ältere Herrschaften standen da und haben mitgesungen. Da geht einem schon das Herz auf.“ Trotzdem gebe es auch welche, denen der Garten nicht gefalle. „Hah, so was, ist das Kindergarten oder was?“ Solche Bemerkungen machen ihr nichts aus.

Die Beschäftigung im Garten ist für die Weinstädterin eine Art Ausgleich neben der Arbeit. „Mein Freund und ich haben einen grünen Daumen“, sagt sie. Da ihr Sohn Julian (20) mit seiner Ausbildung beschäftigt ist, hilft Ida ihr im Garten.

Seit mehr als fünf Jahren gestalten sie den Garten passend zu einem Thema: Weihnachten, Frühling, Halloween. Dass ihr die Ideen nicht ausgehen, freut sie riesig. „Unser Vogelhäusle ist in die Jahre gekommen. Wir haben eine neue Idee, es soll etwas Extravagantes entstehen“, sagt Heidi Thienst.

Wer gedacht hat, dass nur tagsüber der Garten bestaunt werden kann, irrt sich: In der Dämmerung werden mit einem Strahler verschiedene Motive an die Hauswand projiziert – unter anderem Remsi oder das Logo der Gartenschau. Heidi Thienst scherzt: „Hier könnte auch Ihre Werbung stehen.“


Ton und Licht

Die Musik in dem Garten kann von Montag bis Sonntag von 9 bis 22 Uhr abgespielt werden.

Die Projektion kann an den Werktagen von 21.30 bis 23 Uhr und am Wochenende von 21.30 bis 23.30 Uhr bestaunt werden.

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