Weinstadt Harte Strafe für versuchten Raubmord im McDonalds-Fall

Der erste von zwei Prozessen um den Überfall auf die MacDonalds-Filiale in Weinstadt-Endersbach im Januar 2015 ist am Mittwoch mit dem Urteilsspruch der 9. Strafkammer des Stuttgarter Landgerichts zu Ende gegangen. Wegen versuchten Mordes, versuchten Raubes mit Todesfolge und schweren Raubes sind zwei Männer im Alter von 25 und 24 Jahren zu Haftstrafen von achteinhalb und sechs Jahren verurteilt worden.

Die beiden Angeklagten hatten zugegeben, in der Nacht auf den 12. Januar 2015 zwei Männer überfallen zu haben, die Minuten zuvor die MacDonalds-Filiale in Endersbach ausgeraubt hatten. Dabei schlug der 25-Jährige einen der Räuber mit einem Drehmomentschlüssel nieder. Der Getroffene ging mit einem Schädelbruch zu Boden. Im selben Moment versuchte der 24-jährige Angeklagte den zweiten Räuber mit einem Baseballschläger niederzuschlagen, traf ihn aber nur an der Hand. Für das Gericht gilt als erwiesen, dass auch er sein Gegenüber am Kopf treffen wollte und es ihm wie seinem Komplizen egal gewesen sei, ob der andere hätte sterben können.

Einer der beiden beraubten Räuber trat in dem Prozess als Nebenkläger auf. In einem Adhäsionsverfahren, ein an den Strafprozess „angehefteter“ Zivilprozess, wurde ihm ein Schmerzensgeld in Höhe von 2000 Euro zugesprochen. Dieses muss der 25-Jährige bezahlen, der ihn mit dem Drehmomentschlüssel geschlagen hat.

Ausgeplappert

Nur weil sie den Mund nicht halten konnten, war die Polizei auf die Spur der Räuber und der beiden Angeklagten gekommen. Wie ein Kriminalpolizist vor Gericht aussagte, waren keine Spuren am Tatort feststellbar. Die Täter waren mit rund 22 000 Euro verschwunden. Der 24-Jährige erzählte jedoch Bekannten von der Tat und dass er danach niedergeschlagen worden sei. Diese verrieten ihn bei der Polizei.

In einem zweiten Verfahren wird zurzeit dem 24-Jährigen, seinem Komplizen und einem ehemaligen Mitarbeiter der Fastfood-Filiale, der ihnen den Tipp gegeben haben soll, der Prozess wegen schweren Raubes gemacht. Die beiden Täter sind nach Schließung des Restaurants durch den Personaleingang in das Gebäude eingedrungen, haben die Filialleiterin und zwei Putzfrauen bedroht und gefesselt. Rund 22 000 Euro erbeuteten sie, die ihnen danach wiederum abgenommen wurden. Dieser Prozess wird am Dienstag vor der 8. Strafkammer des Landgerichts fortgesetzt.

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