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Weinstadt 10 000 Besucher bei der Weinstadt-Messe

Weinstadt-Benzach. Es geht um die Weinstädter Wirtschaftsstärke – ein trockenes Thema? Nicht bei der Weinstadt-Messe am Wochenende: eine Informations- und Erlebnisshow, die laut Karl-Heinz Nüßle vom Veranstalter VWU die „Qualität, gute Beratung und Vielfalt“ der Firmen in der Stadt aufzeigte. Als Event für die ganze Familie.

Die Models am Stand eines Beauty-Studios lassen sich nicht nur im Scheinwerferlicht offenbar gerne fotografieren, sondern auch von den Messegästen mustern. Ob ihr Dirndl sitzt, ob die Hochhackigen vielleicht eine ins Schwanken bringen, wie dick das Make-up ist. Eine der Styling Shows befasst sich mit dem Spezialthema „Wasenlooks“, man möchte schließlich wissen, was in dieser Saison im Festzelt so getragen wird. Kein Problem, bei der Weinstadt-Messe kann man sich diesbezüglich schlauermachen.

Infotainment auch für Kinder

Infotainment ist das Schlagwort, mit Fakten und Fun gleichzeitig. So dass jeder, auch die Kinder, was zum Gucken haben (zum Beispiel bei Airbrush-Aktionen, Wurfspielen und Luftballons), während sich die Eltern darüber informieren, was sich in der Stadt nicht nur in puncto Einzelhandel, sondern auch in den Dienstleistungsbereichen, beim Wohnen, Bauen, Heizen oder bei den Ämtern so tut.

Pläne für die Gartenschau vorgestellt

Am besten anschaulich, mit Führungen der Stadtwerke zur Energiezentrale oder Einblicken in Pläne zur Remstal-Gartenschau. Aber nur nicht zu theoretisch, nur nicht zu trocken. Das scheint auch Karlheinz Heinisch, Nachfolger Karl-Heinz Nüßles als Wirtschaftsförderer im Liegenschaftsamt, am Stand der Stadt zu denken. Dort macht er Weinproben, lässt von drei guten Tropfen (Riesling, Spätburgunder, Trollinger) aus dem städtischen Wengert kosten. Eigentlich waren feste Zeiten dafür vorgesehen, aber Heinisch füllt bei Bedarf die Gläser der Laufkundschaft nach. „Ich schenke durch!“, so die freundliche Antwort. Aber es wird bisweilen auch theoretisch, etwa als ein Herr anfragt, ob er hier richtig sei, er vermisse in Weinstadt einen Computerladen.

Natur trifft Kultur

Da, wo die Stadt ihre Stände hat, informiert neben Heinisch auch Stadtarchivar Dr. Bernd Breyvogel über das Thema „Archiv und Museum“. In einem Ort, wo Natur Kultur trifft, natürlich ein Premium-Bereich. Auch dabei: Heiko von Roth, Leiter der Musikschule Unteres Remstal. Er ist davon überzeugt, dass er für jeden, mit dem er heute ins Gespräch kommt, etwas zu bieten hat. Musik als Breitenangebot, von einem Institut, das laut von Roth „breit aufgestellt“ sei, mit den Musikvereinen ebenso kooperiere wie mit dem Jazzclub. Es präsentieren sich auch VHS oder Stadtseniorenrat. Und die Spinngruppe des Heimatmuseums bringt mit ihren Spinnvorführungen, bei denen die Zeit stillzustehen scheint, die nötige Ruhe in den Messe-Rummel.

Mehr als 10 000 Besucher

Der fällt übrigens, als Indikator für das öffentliche Interesse an der Messe, diesmal ziemlich stark aus. Initiator Karl-Heinz Nüßle und seine VWU-Kollegen zeigen sich „überrascht über die Intensität am Samstag“ (Nüßle), während am Sonntag erfahrungsgemäß doppelt so viel los ist. Nüßle schätzt die Besucherzahl insgesamt auf mehr als 10 000 – ein Signal dafür, die Messe in Serie gehen zu lassen. 2000 fand die erste statt, 2010 die zweite, fortan ist angedacht, sie alle fünf Jahre anzubieten. Nüßle: „Wir streben Regelmäßigkeit an, aber das ist wegen des personellen Aufwands vieler Betriebe gar nicht so leicht.“ Wenn die Weinstädter was machen, dann auch richtig, mit viel Liebe und Engagement. Immerhin lohne es sich, die Messe zeige die Wirtschaftsstärke der Stadt, deren Qualität, gute Beratung und Vielfalt mit guten Verkehrsanbindungen der Fachmärkte, beispielsweise. Wer fährt in Zeiten von Fahrverboten eigentlich noch nach Stuttgart, wo doch alles Gute so nah liege und man sein Geld doch ebenso gut hier liegen lassen könne?


Politik auf der Messe

Auch die aktuelle Politik fand Einlass in die Weinstadt-Messe. Zum Beispiel am Stand des FDP-nahen Liberalen Mittelstands, wo Landtagsmitglied Jochen Haußmann, Bundestagskandidatin Lisa Walter, Ex-Minister Professor Ulrich Goll und Fraktionsvorsitzender Hans-Ulrich Rülke für Interviews zur Verfügung standen.

Hochpolitisch auch das Thema bei einer Heizungsfirma: „Heute Fahrverbot – morgen Heizverbot?“

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