Weinstadt Preiswerterer Solarstrom für Mieter

Symbolbild. Foto: Pixabay License

Weinstadt.
Zwei Bauprojekte in Endersbach werden die Weinstädter Stadtwerke für ein neues Geschäftsmodell nutzen. Geschäftsführer Thomas Meier will mit einem sogenannten Mieterstrom-Modell Geld verdienen: Die Stadtwerke errichten dabei auf einem Dach eine Fotovoltaikanlage und verkaufen den Strom an die Mieter. Vorgesehen ist das Ganze für das neue Gebäude im Irisweg, wo ein weiteres Kinderhaus sowie Wohnungen entstehen sollen, sowie beim Wohn- und Geschäftshaus mit Energiezentrale an der Rommelshauser Straße, bei dem mittlerweile der Rohbau fertig ist. In der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses der Stadt hat Stadtwerke-Chef Meier erläutert, zu welchen Bedingungen das Mieterstrom-Modell am Markt angeboten wird – und an welchem Standort in Weinstadt es noch möglich wäre.

Weniger Abgaben an den Staat fällig

Wenn die Stadtwerke heute eine neue Fotovoltaikanlage bauen, dann lohnt es sich für den städtischen Eigenbetrieb, selbst produzierten Strom im Gebäude selbst zu verbrauchen, statt alles komplett ins Stromnetz einzuspeisen. Dieser Strom kann den Mietern im Gebäude günstiger angeboten werden als der Strom aus dem allgemeinen Netz, da bestimmte Abgaben und Umlagen entfallen. Um rund zwei Cent wollen die Stadtwerke die Kilowattstunde Strom preiswerter verkaufen. Geschäftsführer Thomas Meier geht davon aus, dass je nach Gebäude 50 bis 60 Prozent des erzeugten Stroms vor Ort verbraucht werden. Der Rest wird ins Netz geliefert, wofür es dann eine Einspeisevergütung auf Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gibt. „Wir halten dieses Modell für ein Zukunftsmodell“, betonte Meier im Betriebsausschuss. Seine Erwartung: drei bis vier Prozent Rendite pro Fotovoltaikanlage.

Erst mal müssen die Stadtwerke natürlich in Vorleistung gehen. 136 000 Euro stehen für den Bau der Anlage im Irisweg und in der Rommelshauser Straße bereit, inklusive Nebenkosten und einem Puffer von zehn Prozent für etwaige Mehrausgaben. Die jährliche Einsparung an CO2 liegt laut den Stadtwerken bei 57,76 Tonnen.

Bei den Stadträten im Betriebsausschuss kam das Mieterstrommodell jedenfalls gut an. GOL-Fraktionschef Manfred Siglinger gefällt daran auch der Umstand, dass nun für jeden klar ersichtlich ist, dass von der Energiewende nicht nur vermögende Immobilienbesitzer profitieren. Armin Zimmerle (Freie Wähler) wollte noch wissen, wie hoch eigentlich die Miete ist, die von den Stadtwerken für die Bereitstellung der Dächer an den Gebäudeeigentümer bezahlt werden muss. Dieser ist in beiden Fällen die Kreisbau. Meiers Antwort in der öffentlichen Sitzung: „Das ist noch nicht endverhandelt.“

Der Stadtwerke-Chef denkt indes schon an eine Ausweitung des Mieterstrom-Modells. Für das neue Wohngebiet Halde V, für das 2020 Baubeginn sein soll, kann sich Meier vorstellen, Fotovoltaikanlagen für den Geschosswohnungsbau zu errichten. Immerhin geht es hier um die Stromversorgung von maximal 150 Wohnungen – ein lohnendes Geschäft. „Das ist auch für die Bauträger interessant.“

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