Weinstadt Remstal-Route hat Großes vor

Der Kernener Bürgermeister Stefan Altenberger (Zweiter von links) ist wieder zum Vorsitzenden des Tourismusvereins Remstal-Route gewählt worden. Seine Stellvertreter sind der Gastronom Markus Polinski (links) und der Vertreter der Wengerter Christoph Schwegler von der Remstalkellerei. Als neuer Geschäftsführer vorgestellt wurde Werner Bader (rechts), der am 1. Oktober die Geschäfte übernehmen wird. Foto: Winterling/ZVW

Weinstadt. Der Tourismusverein Remstal-Route blickt über die Interkommunale Remstal-Gartenschau im nächsten Jahr hinaus. Die Marke „Remstal“ soll weiter wachsen und gedeihen, stellte Alexander Seiz vom Tourismusconsulting Kohl & Partner die Strategie „Remstal-Route 2019+“ vor. In einem ersten Schritt haben die Mitglieder eine Satzungsänderung gebilligt, dank der die 19 Kommunen im Vorstand stärker vertreten sind.

„Remstal-Route 2019+“ bedeutet, dass der Tourismusverein nach dem Ende der Gartenschau einen Teil der Aufgaben der Geschäftsstelle übernimmt. Die 164 tollen Tage im Remstal sollen keine Eintagsfliege bleiben und die Aktivitäten nachhaltig sichern.

Geld für die notwendige Aufstockung

Als Beispiel für Aufgaben, die weitergeführt werden, nannte der alte und neue Vorsitzende Stefan Altenberger die „Remstalcard“. Sie gilt 2019 als Dauerkarte bei der Gartenschau, könnte bei einem Erfolg weitergeführt werden und ihren Besitzern darüber hinaus Rabatte beim Weinkauf oder Restaurantbesuch einräumen.

Das Geld für eine dazu notwendige Aufstockung der Geschäftsstelle will Altenberger bei den 19 Städten und Gemeinden eintreiben und deren Beiträge verdoppeln. Schon heute tragen sie mit 167 500 Euro den größten Batzen zum Etat der Remstal-Route (440 000 Euro) bei.

Um den Rathäusern und den Gemeinderäten diese Beitragserhöhung schmackhaft zu machen, schlug Altenberger eine Satzungsänderung vor, die den Städten und Gemeinden künftig die Hälfte der Vorstandsposten einräumt. Gleichwohl könnten die sechs Schultes die drei Wengerter und drei Gastronomen im Vorstand auch künftig nicht überstimmen.

„Wir haben eine gemeinsame Vision!“

Bei Stimmengleichheit sei ein Antrag abgelehnt. Wie zu erwarten, stieß die neue Zusammensetzung des Vorstands bei einigen Mitgliedern aus dem Kreis der Gastronomen und Weingärtner auf Widerspruch, wurde aber letztlich ohne Gegenstimmen bei zwei Enthaltungen gebilligt.

Der frühere Weinstädter Oberbürgermeister Jürgen Hofer, ein Mann der ersten Stunde der Remstal-Route, hatte davor gewarnt, dass die Satzungsänderung gefährlich werden könne, wenn sie jemand „in den falschen Hals bekommt“. Ein flammendes Plädoyer für die neue Satzung hielt der Gmünder OB Dr. Joachim Bläse, der sich dank der gemeinsamen Gartenschau endlich wieder als „Remstäler“ fühlen kann.

Die Remstal-Route müsse die Chancen nutzen und den Schwung der Gartenschau weitertreiben. Eine Chance, die Gmünd 2014 nach der Landesgartenschau fast verpasst hätte. Ohne die Interkommunale Gartenschau 2019 würde Marco Polo nämlich keinen Reiseführer „Remstal“ herausgeben, betonte Bläse. „Wir haben eine gemeinsame Vision!“ Ohne Wein und Gastronomie sei diese freilich nicht zu verwirklichen. Schöne Kirchen und hübsche Landschaften gebe es auch anderswo.

Viel Engagement der Wengerter und Gastronomen

Die Remstal-Route ist kein Tourismusverband wie so viele, mit denen die Rathäuser und Landratsämter von oben versuchen, den Fremdenverkehr in ihrer Gegend anzuschieben. Den Unterschied machen die rund 250 privaten Mitglieder aus, betonte der Tourismusberater Alexander Seiz und nannte das Engagement dieser Mitglieder einfach „sensationell“. Anderswo hebe er das Remstal als gelungenes Beispiel und „geniales Gebilde“ hervor.

Als vorläufige Ziele der Strategie „Remstal-Route 2019+“ nannte Seiz die Koordination des Städtemarketings und die Zusammenarbeit mit der „Regio Stuttgart“, eine Marke „Remstal“ zu etablieren und touristische und regionale Produkte zu schaffen. Der Fokus des Tourismus liege aber auch künftig bei den Naherholungsgästen aus der Region Stuttgart und den Nachbarkreisen.

Zum 1. Oktober wechselt die Geschäftsführung der Remstal-Route. Hubert Falkenberger wurde in der Mitgliedersammlung nach fast zehn Jahren verabschiedet. Ihm hatte der Vorstand nicht zugetraut, die künftigen, erweiterten Aufgaben des Tourismusvereins zu stemmen, begründete Stefan Altenberger Ende 2017 den Wechsel in der Geschäftsführung.

Dem „anderen Anforderungsprofil für diese Stelle“ soll nun Werner Bader, 51, entsprechen. Der Agrarwissenschaftler und Weinjournalist ist seit 2012 Geschäftsführer des Weinbauverbandes Württemberg, stammt aus einer Stettener Wengerterfamilie und ist im Remstal zu Hause. Schon beim Weinbauverband kümmerte sich Bader um Weintourismus und hat gerade seinen Abschluss als Destinations-Manager gemacht.


Der Vorstand der Remstal-Route

Der Kernener Bürgermeister Stefan Altenberger ist bei der Mitgliederversammlung als Vorsitzender der Remstalroute wiedergewählt worden. Satzungsgemäß kommt der Vorsitzende aus dem Kreis der Oberbürgermeister/Bürgermeister der Mitgliedskommunen. Erster Stellvertreter ist Markus Polinski vom Hotel-Restaurant Lamm, Remshalden-Hebsack“; zum zweiten Stellvertreter gewählt wurde Christoph Schwegler von der Remstalkellerei.

Die weiteren Beisitzer sind: Dr. Joachim Bläse (Oberbürgermeister der Stadt Schwäbisch Gmünd), Dr. Marc Funk (Wirtschaft und Tourismus, Waiblingen), Jens Mohrmann (Schwabenlandhalle Fellbach), Jochen Beglau (Stadt Weinstadt). Für den Weinbau gewählt wurden Felix Ellwanger (Weingut Ellwanger, Winterbach), Stefanie Zimmer (Weingut Zimmer, Kernen) und Albrecht Schurr (Fellbacher Weingärtner). Den Bereich Hotellerie/Gastronomie vertreten im Vorstand: Dorothea Kindt (Landgut Burg, Weinstadt), Martina Ritter-Barich (Gasthof Zum guten Tröpfle, Korb) und Dagobert Hämmerer (Gästehaus Schweizerhof, Böbingen).

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