Weinstadt S-Bahn-Haltestelle: Parkchaos und bald Rutschgefahr

Die Baustelle an der S-Bahn-Haltestelle Stetten-Beinstein soll bis Ende 2020 bestehen. Foto: ZVW/Alexandra Palmizi

Weinstadt-Endersbach. 
Claudius König aus Beinstein ist sauer: Durch den Wegfall von mindestens 40 Parkplätzen herrscht an der Weinstädter S-Bahn-Haltestelle Stetten-Beinstein absolutes Parkchaos. Meistens, betont er, fehlten sogar mehr, weil die Mitarbeiter des ausführenden Bauunternehmens zusätzlich Stellplätze für ihren Fuhrpark beanspruchen würden. „Man ist gezwungen, die Grünflächen und sämtliche asphaltierte Winkel zuzuparken, wenn man auf diesen P+R-Parkplatz angewiesen ist und keine flexiblen Arbeitszeiten hat. Dies trifft zum Beispiel auf meine Frau zu.“

Hoher Parkdruck, weil das Ticket billiger ist

Der Parkdruck an der Haltestelle Stetten-Beinstein ist schon seit Jahren hoch – und ist durch die Tarifzonenreform im Frühjahr weiter gestiegen. Die Station war seit jeher im Vergleich zur Haltestelle Endersbach billiger – und seit 1. April ist von dort aus die Einzelfahrt nach Stuttgart noch preiswerter: Sie kostet nun 2,90 Euro statt 4,20 Euro. Die 212 Stellplätze reichen deshalb nicht. Fotografen unserer Zeitung konnten schon früher auf Fotos dokumentieren, dass einige Autofahrer nicht regelkonform parken. Claudius Königs Frau hat es nun diese Woche mit einem Strafzettel erwischt.

Was die Lage entspannen würde: Ein Direktbus zur Haltestelle

Für den Beinsteiner führt der Parkplatzmangel indes den Sinn aller Bemühungen um mehr Umweltschutz durch die Forderung nach mehr Akzeptanz des öffentlichen Nahverkehrs durch die Autofahrer ad absurdum, wenn Bahnkunden mit Abonnement dafür zur Kasse gebeten werden, dass die Stadt nicht genug Parkplätze für Pendler bereitstellt. Er verweist darauf, dass es für ihn auch keine Alternative gebe wie zum Beispiel eine kürzere Taktung und eine Steigerung der Pünktlichkeit der Busverbindungen von den Waiblinger Ortschaften zum Bahnhof Waiblingen. „Schön wäre auch eine Buslinie, die Stetten-Beinstein direkt anfahren würde.“

Neben dem Parkchaos droht an der Haltestelle Stetten-Beinstein bald ein weiteres Problem, nämlich dann, wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken: Eisplatten auf der provisorischen Brücke, die während der Bauzeit extra von der Bahn errichtet wurde. Darauf wies Annette Rebmann, Stadträtin der Grünen Offenen Liste (GOL), in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats hin. Auf der Treppe sieht sie keine große Gefahr, weil die Stufen viele Löcher haben – wohl aber auf der Brücke selbst. „Das ist riesiger Mist, dass das Wasser nicht abfließen kann.“ Oberbürgermeister Michael Scharmann gab daraufhin zu, dass dies ein Problem sei. „Das ist in der Tat so.“ Die Stadtverwaltung hat dies nach seiner Aussage auch schon den Verantwortlichen der Deutschen Bahn mitgeteilt.

"Es wird in der Wiese geparkt"

Auf die Parkplatzsituation ging Annette Rebmann am Donnerstagabend ebenfalls ein. Diese, sagt sie, sei eine Katastrophe. „Es wird in der Wiese geparkt.“ Bereits vor einigen Tagen sagte Holger Niederberger, Sprecher der Stadt Weinstadt, unserer Zeitung, dass das Ordnungsamt dem nachgehe, aber eben im Rahmen des Möglichen. Heißt: Allzu oft kann nicht kontrolliert werden.

Claudius König findet genau diese Kontrollen unfair – und will die Sache nicht auf sich beruhen lassen. „Wir werden diesem Strafzettel jedenfalls widersprechen, und meine Frau fährt ab jetzt jeden Tag mit dem Auto nach Stuttgart zur Arbeit. Das Abonnement der VVS werden wir kündigen.“

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