Weinstadt Strümpfelbach bunt beleuchtet

, aktualisiert am 20.05.2019 - 08:47 Uhr

Weinstadt-Strümpfelbach. Wenn in Weinstadt lange Nächte gefeiert werden, dann hat Strümpfelbach stets die Nase vorn – dank der Fachwerkhäuser, deren Kulisse stets eine ganz besondere Atmosphäre erzeugt. Nicht anders war es am Samstag bei der Nacht der Museen, die dieses Jahr im Rahmen der Remstal-Gartenschau stattfand.

Dabei präsentierte sich der Ort allerdings alles andere als museal, im Gegenteil, er strotzte geradezu vor Umtriebigkeit. Der in eine Fußgängerzone verwandelte Ortskern präsentierte sich als Flaniermeile, als ein Ort der Begegnung, des Verweilens und Genießens. Als erste Station, von Endersbach aus gesehen, lockte das Weingut Marcel Idler mit Schneckennudeln, Hefezopf, guter Stimmung und einem Besuch des Kellers. Die Empfehlung von Laura Idler lautete: „Einen Secco zur Einstimmung, dann einen Lemberger Reserve. Und im Probierhäuschen können Sie sogar unsere Magnumflaschen kennenlernen.“

Einen schweren, charakterstarken Lemberger oder Lemberger-Syrah empfahl auch Sven Mödinger für den eher kühlen Abend, nur ein paar Schritte weiter Richtung Ortskern, und dazu einen deftigen „Snack“, der könne als Grundlage nie schaden.

Salzkuchen, Kräuter-Baguette und Weine aus der Remstalkellerei

Claus Mannschreck wiederum hatte vor dem Backhaus einen Stand aufgebaut, an dem er neben Salzkuchen und Kräuterfrischkäse-Baguette auch ein Sortiment an Weinen aus den Tanks der Remstalkellerei präsentierte. Diese wurden nach seinen Vorstellungen ausgebaut, darunter ein Lemberger-Spätburgunder-Zweigelt-Barrique Cuvée, ein Lemberger Rosé, ein Pinot-Sauvignon blanc und - bemerkenswert - ein trockener Silvaner „Sandstein“. Die Remstäler Weine hätten eine große Zukunft, sie müssten sich nur die Landeshauptstadt Stuttgart als Markt erschließen, so seine Überzeugung.

Lichtkünstler Jonas Kerner taucht den Ort in entrückenden Lichtschein

Gegenüber dem Backhaus und den von Mannschrecks Gästen belagerten Sitzgarnituren erstrahlte in der Hauptstraße 65 das Weingärtnerhaus aus dem Jahr 1587. Der Lichtkünstler Jonas Kerner hatte sich an diesem Abend der Strümpfelbacher Baudenkmäler angenommen und tauchte sie einzeln und den Ort als Ensemble in einen gleichermaßen entrückenden wie betonenden Lichtschein. Es gelang, damit eine ganz besondere Stimmung zu erzeugen, die naturgemäß immer mehr an Intensität gewann, je weiter die Nacht voranschritt.

Infotafeln stellten die Gebäude und ihre jeweiligen Besonderheiten vor, an denen sonst der Passant im Alltag achtlos vorübergeht: wie etwa das Haus Hauptstraße 6 der Familie Weishaar, das um 1600 erbaut wurde und an diesem Abend lila strahlte. Oder die Hofanlage in der Hauptstraße 30 bis 36.

Im Hof des Weinguts Kuhnle wartete eine weitere Attraktion auf die Besucher: Dort gab der Musikverein Strümpfelbach ein Platzkonzert und lockte gleichermaßen Hungrige, Durstige und Musikliebhaber zum Verweilen. Als besonderen kulinarischen Leckerbissen gab es einen „Steirischen Wurstsalat“, mit Kürbissen und Kürbiskernöl veredelt.

Experimentierfreudig gab sich das Weingut Wilhelm, das die Festbesucher mit einer Weinkarte lockte, auf der sich neben den Klassikern Trollinger und Riesling auch eine Zweigelt Spätlese 2016 und eine Gewürztraminer Auslese aus dem Jahr 2018 fanden. Fleischkäse, Kassler oder Frischkäse wurden dazu gereicht, und als nostalgisch-süße Reminiszenz an die Kinder- und Jugendzeit „Datschwegge“.

Besichtigung der Arbeiten von Karl Ulrich Nuss im Nuss'schen Keller

Neben dem Wilhelm’schen Verkaufsstand präsentierte Professor Karl Ulrich Nuss im „Nuss’schen Keller“ seine Arbeiten. Bei einem Glas „Roten“ genoss er das Gespräch mit den interessierten Besuchern. Noch vor einem Tag erst habe er eine seiner Arbeiten an Gerlinde Kretschmann, die Ehefrau des Ministerpräsidenten, verkauft, berichtete Karl Ulrich Nuss gut gelaunt.

Am Rande des Festgeschehens und doch stets präsent hoffte der Bereitschaftsführer des Deutschen Roten Kreuzes, Ralph Maier, dass weder die sieben Helfer noch die drei Einsatzfahrzeuge zum Einsatz kämen. Dennoch versicherte Maier: „Wir sind auf alles vorbereitet.“


Etwas beschaulich

Während in Strümpfelbach die Nacht zum Tag wurde und das pure Leben Urständ feierte, ging es in Endersbach eher beschaulich zu. In der Heimatstube in der Schulstraße wartete Josef Dlapal auf die Besucher zu den Führungen um 19 und 21 Uhr. Er lud dazu ein, die Geschichte des Wohnortes und damit die eigenen Wurzeln kennenzulernen.

Im Heimatmuseum Pflaster 14, berichtete Heinz Jörg, habe man sich mit dem Thema Märchen vor allem an junge und jung gebliebene Besucher gewandt.

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