Weinstadt Telefonkasten blockiert Garageneinfahrt

Die Tiefgarageneinfahrt dieses neuen Großheppacher Wohnhauses an der Ecke Grunbacher Straße/Schlossstraße ist direkt vor einen Verteilerkasten gebaut worden. Foto: Habermann/ZVW

Weinstadt-Großheppach. „Das ist doch ein Schildbürgerstreich erster Klasse“: Mit diesen Worten hat uns ein Leser auf eine Tiefgarageneinfahrt in Großheppach hingewiesen, die direkt hinter einen Verteilerkasten der Telekom gebaut wurde. Die Stadt Weinstadt sieht hier die Telekom und den Bauträger in der Verantwortung.

Stell dir mal vor, du baust eine Tiefgarageneinfahrt und keiner kommt raus: Klingt wie ein Schildbürgerstreich, ist aber Realität – und zwar an der Ecke Grunbacher Straße/Schlossstraße in Großheppach. Noch ist das Haus nicht fertig gebaut, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Wie konnte das passieren? Unsere Zeitung hat als Erstes bei der Stadt Weinstadt nachgehakt. Laut deren Pressesprecher Holger Niederberger hat die Verwaltung vor rund zwei Jahren den Bau genehmigt – und „zu diesem Zeitpunkt stand da kein Kasten“.

Die Stadt zahlt nicht

Als die Stadt dann bemerkt hat, dass ein neuer Verteilerkasten vor der geplanten Tiefgarageneinfahrt errichtet wurde, hat sie nach eigenen Angaben die Telekom über das Problem informiert. Mehr Pflichten sieht Niederberger auf Seiten der Stadt nicht. „Das muss die Telekom mit dem privaten Bauträger klären.“ Zu möglichen Kosten für die Entfernung des Verteilerkastens und den Neubau an einer anderen Stelle stellt Niederberger Folgendes klar: „Auf jeden Fall zahlt die Stadt das nicht.“

Telekom wusste seit 2015 von der Einfahrt

Ein Sprecher der Telekom gab auf Nachfrage zu, dass seiner Firma bekannt sei, dass hinter dem Verteilerkasten eine Tiefgarageneinfahrt entstehen soll – und zwar „seit Ende 2015“. Dieser Kabelverzweiger, im Fachjargon auch Multifunktionsgehäuse (MFG) genannt, ermöglicht sehr schnelles Internet. Seit 2016 werde ein Alternativstandort gesucht – und Anfang 2017 habe sein Unternehmen sich dann mit dem Bauherrn geeinigt, dass der Ersatzstandort auf dessen Grundstück errichtet wird. Es sei allgemein schwierig, einen zu finden, da dieser zentral liegen müsse und sich zugleich verkehrsrechtlich beispielsweise nicht an Kreuzungen befinden dürfe.

Seit Januar hat die Telekom nach eigenen Angaben die Baufreigabe. Weil aber das MFG Strom braucht, laufen laut dem Sprecher noch Verhandlungen mit dem Stromversorger. Somit konnte er auch nicht sagen, wann die Telekom den Kasten abbaut. Auch war ihm nicht bekannt, ob in dem Haus schon Leute wohnen. Dass Verteilerkästen wegen Bauprojekten plötzlich im Weg stehen, kommt laut dem Sprecher indes öfter vor. „Das ist nicht überraschend.“
 

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