Weinstadt Video: Schillerschüler drehen Film

Im großen Garten des Großheppacher Schlosses gibt es ein Baumhaus – und genau das ist einer der Schauplätze des Films, den zwölf Schüler der Großheppacher Friedrich-Schiller-Schule gerade drehen. Unterstützt werden sie dabei von dem Autor und Regisseur Thomas J. Hauck. Foto: Büttner / ZVW

Weinstadt-Großheppach. Sie sind Autoren, Kameraleute und Schauspieler: Zwölf Dritt- und Viertklässler der Großheppacher Schillerschule erstellen ihren eigenen Film. Mit Hilfe eines Profis drehen sie eine Gespenstergeschichte im Großheppacher Schloss. Gezeigt wird der Film am 30. März – und auch Stadtarchivar Bernd Breyvogel hat eine kleine Rolle.

Schüler laufen mit iPads kreuz und quer durch den Großheppacher Schlossgarten. Ein Kind schleppt eine große Mikrofonangel mit sich herum. Es herrscht ein ganz schöner Geräuschpegel – und mittendrin muss Regisseur Thomas J. Hauck den Überblick behalten. Es ist 16.45 Uhr. Gerade haben sie die Szenen im Archiv des Weinstädter Stadtarchivars Dr. Bernd Breyvogel abgedreht, in denen dieser den Assistenten eines Archivars spielt. Nun geht es weiter, dabei haben die Kinder schon knapp zwei Stunden Dreharbeiten hinter sich. Thomas J. Hauck zeigt sich ganz begeistert von den Kindern. „So klasse für das Alter, diese Geduld“, schwärmt der Autor, Schauspieler und Regisseur. „Scherben bringen Glück“ heißt der Film, den er mit zwölf Schülern der Schillerschule dreht. Wie lang der wird, weiß er gar nicht genau. Denn die Geistergeschichte ist nicht allein seiner Fantasie entsprungen. Entwickelt hat er sie mit den Schülern. Damit die ein Gefühl bekommen, welche Arbeit eigentlich hinter einem Film steckt.

Großzügige Förderung

Die Kinder haben mit Thomas J. Hauck Drehorte ausgesucht und besichtigt, das Drehbuch entwickelt und sich von einem Vertreter des Kreismedienzentrums im Umgang mit iPads schulen lassen. Denn damit kann ebenfalls gefilmt werden. Zwar wird der eigentliche Film dann noch mit einer klassischen Kamera gedreht – aber die Schüler sollen zusätzlich mit den iPads ein eigenes Video über die Dreharbeiten produzieren. Möglich ist das Projekt zum einen, weil Iris Förster vom Kommunalen Kino und Lehrerin Gabriele Hermes ehrenamtlich viele Freizeitstunden in dieses Projekt investiert haben. Und zum anderen, weil es bei dem Projekt des Bundesverbands Jugend und Film eine dicke Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gibt. Allein fürs Essen an den vielen Arbeits- und Drehtagen fällt laut Lehrerin Gabriele ein vierstelliger Betrag an. „Um die 10 000 Euro kostet der Film insgesamt – und das zahlt die Förderung.“

Die Geschichte selbst dreht sich um einen alten Teller, der in Scherben zerbrochen ist. Und zwei Gespenster, die ein ganz tragisches Leben fristen. Es handelt sich um einen verzauberten Prinzen und eine verzauberte Prinzessin. Wenn der Teller wieder zusammengesetzt wird, sind beide von dem Fluch erlöst. Und der Film geht dann auch wie ein klassisches Märchen gut aus. Thomas J. Hauck hat mit den Schülern diskutiert, ob sie sich nicht ein anderes Ende vorstellen könnten – aber sie haben auf den positiven Schluss bestanden. „Ist doch schön“, sagt der Regisseur und seufzt.

Lehrerin Gabriele Hermes will das, was die Kinder beim Filmdreh gelernt haben, auch später im Schulalltag nutzen. Beim jahrgangsgemischten Atelierunterricht möchte sie ein Film- und Tonstudio einrichten – damit die Kinder eigene Beiträge erstellen können. Zum Beispiel Dokumentationen über die Umgebung. Gut findet sie, dass die Kinder bei den Dreharbeiten bisher gelernt haben, wie wichtig es ist, geduldig zu sein. Denn beim Film müssen die Beteiligten eben oft auch einfach mal nur herumstehen. Und still sein, wenn die Kamera dreht. Sprich: Disziplin zeigen.

Perfekt muss bei Thomas J. Hauck kein Kind sein. Texthänger sind kein Problem, Improvisieren erlaubt. „Es sind ja keine Schauspieler.“

Premiere ist am 30. März im Kommunalen Kino

„Scherben bringen Glück“ wird am Sonntag, 30. März, zum ersten Mal gezeigt – und zwar von 11.30 Uhr an im Kommunalen Kino in Beutelsbach (Stiftstraße 32).

Am Freitag, 4. April, wird der Film beim Schulfest der Friedrich-Schiller-Grundschule gezeigt. Und im Mai oder Juni soll er im evangelischen Gemeindezentrum Großheppach aufgeführt werden. Regisseur Thomas J. Hauck hofft zudem, dass auch andere Schulen in Weinstadt Interesse haben, den Film ihren Schülern zu präsentieren.

Der Film ist ein „Movies in Motion“-Projekt des Bundesverbandes Jugend und Film im Rahmen von „Kultur macht stark“. Kooperationspartner sind die Großheppacher Schillerschule, die evangelische Kirchengemeinde Großheppach und das Kommunale Kino in Weinstadt.

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