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Weinstadt Viele Baustellen in Weinstadt

Bauarbeiten wie hier an der Kreuzung von Theodor-Heuss-Straße und Beutelsbacher Straße sind eine Herausforderung. Tiefbauamt und Stadtwerke haben es dennoch geschafft, dass die dort bereits verlegten Telekommunikationsrohre da bleiben können, wo sie sind – nach eigenen Angaben spart die Stadt so einen fünfstelligen Betrag. Foto: Palmizi/ZVW

Weinstadt. Sie legen neue Nahwärmeleitungen und sanieren Kanäle, Wasser- und Gasleitungen: Tiefbauamt und Stadtwerke stemmen derzeit einige Baustellen – vor allem in Endersbach. Die Philosophie: einmal die Straßendecke aufreißen und dann alles erneuern, was geht. Laut Stadtwerke-Chef Thomas Meier profitieren die Anwohner davon: „Das hält 30, 40 Jahre.“

Ganz ohne Anwohnerärger geht es selten – und so hat’s auch vor nicht allzu langer Zeit in Endersbach Beschwerden gegeben über eine aus Elternsicht nicht genug gesicherte Baustelle in der Theodor-Heuss-Straße. Die liegt immerhin auf dem Schulweg vieler Kinder, weshalb der Ärger der Leitung der Silcherschule übermittelt wurde – und die, berichtet Stadtwerke-Chef Thomas Meier, hat sich sofort bei der Stadt gemeldet. „Am selben Tag haben wir den Fußweg ertüchtigt.“ Thomas Meier ist laut eigenem Bekunden froh, dass sich die Schulleitung sofort gerührt hat, so sollte es aus seiner Sicht optimalerweise laufen. Wenn Stadtwerke-Chef Thomas Meier und Tiefbauamtsleiter Michael Sonn aber insgesamt auf die vielen Baustellen in Weinstadt gucken, dann können sie keine größeren Probleme feststellen, im Gegenteil: „Bisher lief die Arbeit wirklich sehr reibungslos.“

Nahwärme-Netz soll bald 600 Wohneinheiten versorgen

Das größte Projekt ist derzeit zweifelsohne die Baumaßnahme in der Theodor-Heuss-Straße und der Beutelsbacher Straße. Hier werden nicht nur der Kanal sowie die Wasser- und Gasleitungen erneuert, sondern es wird auch eine rund einen Kilometer lange Nahwärmeleitung verlegt. Wenn alles fertig ist, werden die Stadtwerke insgesamt 600 Wohneinheiten versorgen. In der benachbarten Ziegeleistraße haben sie bereits die neue Leitung für die Nahwärme im Boden verankert. Auch der Kanal und die Wasserleitungen wurden erneuert. Teilweise konnten die Firmen in der Ziegeleistraße mit dem Spülbohrverfahren arbeiten, also unterirdisch, ohne einen Graben ausheben zu müssen – was natürlich die Belastung für die Anwohner etwas reduziert. Im Vorfeld hat die Stadtverwaltung laut eigenen Angaben stets die Betroffenen schriftlich über die Vorhaben informiert – und teilweise auch vor Ort Infotermine angesetzt.

Zwei Kanäle für Regen- und Schmutzwasser

In der Schönfelder Straße in Beutelsbach werden die Arbeiter laut Tiefbauamtschef Sonn noch rund vier Wochen beschäftigt sein. Hier wird es künftig zwei Kanäle geben, einen fürs Regenwasser und einen fürs Schmutzwasser aus den Haushalten. So schreibt es das Gesetz mittlerweile vor, was laut Stadtwerke-Chef Meier einen entscheidenden Vorteil hat. „Dadurch entlastet man die Kläranlagen.“ Dazu kommt: Beim Kanal in der Schönfelder Straße war es laut Meier „höchste Zeit, dass der erneuert wird“. In der Ulrichstraße wird seit dieser Woche die Verdolung des Schweizerbachs saniert, inklusive neuer Abdichtung. Innen werden zudem die Schäden der Betonkorrosion beseitigt. Die vorhandenen zwei Verkehrsinseln an der Einfahrt zur Stuttgarter Straße werden durch eine einzige ersetzt, es entstehen zwei barrierefreie Bushaltestellen, und die Zahl der Parkplätze nimmt von sechs auf 15 zu. Außerdem sollen knapp zehn Bäume gepflanzt werden. Der Radweg im Wohngebiet Trappeler, der Teil des gemeindeübergreifenden Remstalradwegs ist, wird im Lauf des Oktobers fertig. Er ist 550 Meter lang, 2,50 Meter breit und innerhalb der Wohnsiedlung nachts teilweise beleuchtet. Größtenteils ist er asphaltiert, außer beim Kindergarten, dort besteht er aus einer hydraulisch gebundenen Tragschicht, kurz HGT, die oben Schotter und unten Zement enthält. „Das ist echt schön geworden“, findet Tiefbauamtschef Sonn. Noch dazu gibt es 101 000 Euro Fördergeld.

Energiezentrale fürs neue Wohngebiet Halde V

In der Halde IV werden vom 23. Oktober an 150 Meter Kanal und 160 Meter Wasserleitung erneuert, dazu werden 300 Meter neue Leitungen für die Nahwärme verlegt sowie Leerrohre. Hier wird der ganze Verkehrsknotenpunkt umgebaut, auch damit Platz ist für die Energiezentrale der Stadtwerke, die das neue Wohngebiet Halde V versorgen wird. Dabei wird laut Sonn und Meier auch an barrierefreie Querungshilfen gedacht.

Die berüchtigte Unterführung bekommt einen Balken

Hoffnungen setzen sie in Weinstadt auch auf die neuen Höhenbegrenzer, die an der Nordseite der berüchtigten Beutelsbacher Bahnunterführung installiert werden. Es handelt sich um zwei Meter hohe Latten. Dadurch merken Fahrer zu großer Fahrzeuge schon vor der Unterführung, dass ihr Gefährt nie und nimmer durch die Unterführung passt. Rund 15 Meter vor der Einfahrt soll das Ganze errichtet werden, so dass noch die Möglichkeit zum Wenden besteht. Bis Jahresende soll alles fertig sein. Ob danach weniger Kleinlaster in der Unterführung hängenbleiben, wird sich zeigen.

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