Weinstadt Volksbank: Gibt es bald mobile Filialen?

Für die Volksbank Stuttgart hat sich der Betrieb der Schnaiter Filiale nach eigener Darstellung wirtschaftlich nicht mehr gelohnt. Sie soll deshalb zum 14. Februar 2020 geschlossen werden. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Weinstadt/Waiblingen.
Der drohende Wegfall des letzten Bankautomaten in Schnait hat für Protest im Ort gesorgt – und der könnte jetzt Wirkung zeigen: Laut Matthias Layher, Sprecher der Volksbank Stuttgart, prüft sein Unternehmen alternative Filialkonzepte auf deren Realisierbarkeit. „Dies könnte beispielsweise eine mobile Filiale sein, welche die wirtschaftliche Bargeldversorgung in Gemeinden ohne Bankfilialen übernehmen könnte.“ Das würde auch für Beinstein bedeuten, dass Volksbank-Kunden dort weiter zu bestimmten Zeiten Geld abheben könnten. Spruchreif ist freilich noch nichts. Unsere Zeitung ist indes auch der Frage nachgegangen, ob es nicht möglich wäre, dass sich die Volksbank Stuttgart und die Kreissparkasse Waiblingen in Schnait den Betrieb eines Bankautomaten teilen. Andere machen es bereits vor.

Die Frankfurter Volksbank und die Taunus Sparkassen teilen sich nach einem Bericht des Magazins „Stern“ 26 Standorte. Laut der Mainpost haben in diesem Jahr die Sparkasse Bad Neustadt und die Volksbank Raiffeisenbank Rhön-Grabfeld auf dem Gelände des Rhön-Klinikums eine gemeinsame Selbstbedienungsgeschäftsstelle aufgemacht. In Schönberg können Kunden der Sparkasse Nürnberg und der Laufer Raiffeisenbank seit 2016 am gleichen Geldautomaten kostenlos Geld abheben. Drei Beispiele, die zeigen, dass Kooperationen möglich sind, wenn die Verantwortlichen diese wollen.

Vor allem für ältere Kunden von entscheidender Bedeutung

Auch Marlies Lange vom Waiblinger Kreisverband des Sozialverbands VdK stellt genau diese Frage, weil diese vor allem für ältere Kunden, die nicht mehr so mobil sind, von entscheidender Bedeutung ist. „Es ist unglaublich, dass immer mehr Institutionen diejenigen vor den Kopf stoßen, die jahrzehntelang gerade ihnen die Treue hielten.“

Unsere Zeitung hat sowohl den Sprecher der Sparkasse Waiblingen als auch den Sprecher der Volksbank Stuttgart mit dieser Idee konfrontiert. In ihren schriftlichen Stellungnahmen gingen beide aber nicht darauf ein. Dabei liegt der Vorteil auf der Hand: Die hohen Betriebskosten könnten sich Sparkasse und Volksbank teilen. In Beinstein in der Rathausstraße hat die Sparkasse noch eine Selbstbedienungsfiliale mit einem Geldautomaten. Dürften hier Volksbank-Kunden auch abheben, hätten alle etwas davon. Umgekehrt könnte die Volksbank in Schnait der Sparkasse anbieten, sich die Räume und den Automaten zu teilen. Die Sparkasse hat ihre dortige Filiale bereits zum 30. November 2018 geschlossen.

Axel Kröninger, Sprecher der Kreissparkasse Waiblingen, sieht indes aktuell keinen Handlungsbedarf. „Schnaiter Sparkassen-Kunden werden seit über einem Jahr vom Beratungscenter Beutelsbach aus betreut. Das Beratungscenter wurde hierfür räumlich ausgebaut. Die Geschäftsstelle in Beutelsbach mit ihrem breiten Leistungsangebot wird von unseren Kunden gut angenommen.“

Volksbanksprecher Matthias Layher gibt sich mit Blick auf den Kundenprotest verständnisvoll. Standort-Veränderungen seien auch ein Verlust an wahrgenommener Infrastruktur – „unabhängig davon, wie sich die tatsächliche Nutzung darstellt“. Was die mögliche Einführung einer mobilen Filiale angeht, bittet er um Geduld. „Eine Machbarkeitsstudie dazu befindet sich in Arbeit, wird aber mit Blick auf den Prüfungsumfang wie Logistik und Sicherheit erst Anfang 2020 Entscheidungsgrundlagen bereitstellen können.“ Die Zeit drängt indes: Am 14. Februar sollen die Schnaiter und die Beinsteiner Filiale schließen.

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