Weinstadt Weinfly soll Sommerdrink 2020 werden

Sie wollen mit Weinfly auch in zehn Jahren noch am Markt sein: Der Fellbacher Maximilian Koch (26, links im Bild) und der Beutelsbacher Max Plessing (27). Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Weinstadt/Fellbach.
Sie sind in Clubs, Tennisvereinen, Supermärkten und auf Messen präsent – und wollen weiter wachsen: Max Plessing (27) und Maximilian Koch (26) möchten mit ihrem Getränk „Weinfly“ deutschlandweit durchstarten. Die beiden Jungunternehmer aus dem Remstal verkaufen ein Produkt, das weder ein klassischer Wein noch ein klassischer Energydrink ist. „The first wine with energy“ steht auf den 0,2-Liter-Flaschen, zu Deutsch „Der erste Wein mit Energie“. Am 7. November 2019 startete offiziell der Verkauf, was kein Zufall war, schließlich ist „0711“ die Vorwahl von Stuttgart. Dort sind die beiden Firmengründer auch vom 24. Januar bis 26. Januar auf der „0711 Spirits“ präsent, einer Messe für Spirituosen in der Landeshauptstadt mit mehr als 80 Ausstellern. „Messen sind immer toll – egal wie fertig wir sind“, sagt Max Plessing. Wir haben den Beutelsbacher und seinen Mitstreiter aus Fellbach gefragt, was sich in den vergangenen Monaten getan hat – und welche Ziele sie erreichen wollen.

Von Marketing verstehen die beiden Remstäler jedenfalls etwas. Sie verkaufen eigene Weinfly-Kleidung und haben für ihr Getränk eine sogenannte „Black Edition“ entworfen, von der es nur 200 Stück gibt. Eine 0,2-Liter-Flasche davon enthält das normale Weinfly, das aus Wein, Saccharose, Aromen, Vitamin C, Guarana (0,04 Prozent), Taurin (0,04 Prozent), Koffein (0,02 Prozent), dem Säuerungsmittel Zitronensäure, Kohlensäure und den bei Wein üblichen Sulfiten besteht, die verhindern, dass der Wein nachgärt und zu schnell zu Essig wird. Das Design freilich wirkt edler, da die Flasche komplett schwarz ist. 21,99 Euro kostet die „Black Edition“, deutlich mehr als die 2,99 Euro im Einzelhandel – und es gibt sie nur im eigenen Onlineshop der „Weinfly“-Gründer.

Wer die „Black Edition“ erwirbt, dem wird eine Zahl zwischen 1 und 200 zugeordnet, mit der er an Verlosungen teilnimmt. Zum Beispiel erhalten so fünf Leute ein Ticket für die „0711 Spirits“-Messe. Laut Max Plessing gibt es auch immer wieder freien Eintritt zu Partys sowie Freigetränke in Clubs. „Umso größer wir werden, umso mehr hat man an der Karte“, sagt der 27-Jährige. Und sein Mitstreiter Maximilian Koch ergänzt: „Das ist wie unsere Aktie.“

„Wir wollen eher in die Aperol-Spritz-Richtung“

Die beiden Unternehmer setzen alles daran, ihr Produkt am Markt zu platzieren. Zu kaufen gibt es Weinfly nicht nur im Internet, sondern auch in Bars, Kinos, Tankstellen sowie Supermärkten wie dem Endersbacher Remstal-Markt und bei Rewe Aupperle in Hegnach oder Fellbach. Dabei ist es Max Plessing und Maximilian Koch wichtig, immer zu erklären, dass ihr Getränk nicht unbedingt in die Weinabteilung gehört, obwohl es hauptsächlich aus Wein mit 11,5 Volumenprozent Alkohol besteht. „Wir wollen eher in die Aperol-Spritz-Richtung“, sagt Max Plessing. Der ursprünglich aus Italien stammende Aperitif hat es geschafft, auch in anderen europäischen Ländern sehr beliebt zu werden.

Max Plessing, der übrigens Enkel des ehemaligen Beutelsbacher Bürgermeisters Hermann Plessing ist, will mit Weinfly jedenfalls nicht nur Weintrinker ansprechen. Er verspricht ein ganz neues Geschmackserlebnis. Erst sei das Getränk fruchtig, im Abgang schmecke es dann herb. Letzteres komme von der aus Südamerika stammenden Guarana-Pflanze. Wichtig ist es Max Plessing und Maximilian Koch auch gewesen, dass Weinfly trotz seines Koffeingehalts nicht so süß oder künstlich schmeckt wie ein gewöhnlicher Energydrink.

Die Jungunternehmer setzen auf Influencer

Nun hoffen die Remstäler, in diesem Jahr auch bei Festivals ihr Getränk platzieren zu können. Ihr Ziel: Weinfly soll der Sommerdrink 2020 und der nächsten Jahre werden. Dafür arbeiten beide laut eigenem Bekunden hart. Wie hoch ihr Umsatz ist, wie viele Flaschen Weinfly sie verkauft haben und von wem genau sie eigentlich ihren Wein beziehen, wollen die Jungunternehmer nicht sagen. In einem früheren Artikel verrieten die beiden immerhin, dass der Wein von einem befreundeten Wengerter aus Heilbronn stammt, der das Getränk auch abfüllt.

Um auch übers Internet neue Kunden zu erreichen, setzen der Jurist Maximilian Koch und der studierte Betriebswirtschaftler Max Plessing auf sogenannte Influencer, die über ihre Kanäle in den sozialen Medien für Produkte werben. Diese werden auch auf dem Messestand von Weinfly in Stuttgart dabei sein. Darüber hinaus müssen die beiden Unternehmer auch überlegen, ihre Firma zu vergrößern und eventuell jemanden einzustellen. Noch ist es ein Zwei-Mann-Betrieb. Das Ziel ist klar: Weinfly soll es auch in zehn Jahren geben.

  • Bewertung
    19
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!