Weinstadt Weinstädter Wasser soll teurer werden

Symbolbild. Foto: Pexels.com

Weinstadt.
Die Wasserpreise in Weinstadt sind im kreisweiten Vergleich bereits im oberen Mittelfeld – und sollen vom 1. Januar 2020 an weiter steigen. Die Gebühr für einen Kubikmeter Wasser würde dann bei einem Verbrauch von 150 Kubikmetern statt 3,13 Euro künftig 3,20 Euro betragen. Die Grundgebühr von 77,04 Euro bleibt gleich – zumindest vorerst. Mittelfristig wollen die Stadtwerke auch diese erhöhen – wofür es aus ihrer Sicht einen guten Grund gibt.

Geschäftsführer Thomas hat in der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses der Stadt Weinstadt erläutert, dass auch Haushalte, die wenig Wasser verbrauchen, die Stadtwerke Geld kosten. Zwar zahlen die Weinstädter derzeit nicht die niedrigste Grundgebühr, aber es gibt im Vergleich dennoch Luft nach oben. In Backnang sind 158,52 Euro fällig, in Murrhardt 105,24 Euro, in Schorndorf 96,12 Euro und in Berglen 88,34 Euro. Stadtwerke-Chef Thomas Meier kündigte an, bei der übernächsten Preiserhöhung auch die Grundgebühr anzuheben.

Was die jetzige Beitragsanhebung bedeutet, hat Meier für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt in Weinstadt vorgerechnet. Auf diesen komme eine monatliche Mehrbelastung von 0,77 Euro zu (inklusive sieben Prozent Mehrwertsteuer), was einer Kostensteigerung von 2,2 Prozent entsprechen würde. Meier betonte, dass beim Vergleich der Kommunen nicht nur der Preis für die Kunden berücksichtigt werden muss, sondern auch, welche Kosten die Anbieter eigentlich haben. Weinstadt hat ein vergleichsweise langes Netz, weil es fünf Ortsteile hat. Meier nannte keine Namen und keine konkreten Zahlen, verwies aber darauf, dass es Kommunen gebe, die bezogen auf die gleiche Netzlänge die doppelte Abgabe verlangen. Heißt: Für einen Kilometer Wasserleitung wird viel mehr Geld fällig. Der Geschäftsführer versprach, die konkreten Vergleiche zumindest den Stadträten zugänglich zu machen.

CDU-Fraktionschef Ulrich Witzlinger trieb die Sorge um, dass die Stadtwerke auch von der Ausbreitung der Quagga-Muscheln betroffen sind. Diese kleinen Muscheln, die ursprünglich aus Zuflüssen des Schwarzen Meers stammen, haben sich im Bodensee stark vermehrt – und bereiten den Wasserversorgern nun Probleme. Stadtwerke-Chef Meier versicherte daraufhin, dass Weinstadt kein Bodenseewasser beziehe.

80 Prozent des Wassers kommen von außerhalb

Die geplante Gebührenerhöhung begründet der Geschäftsführer damit, dass die Stadtwerke im nächsten Jahr 178 600 Euro Mehrkosten haben. Grund dafür seien die höheren Wasserbezugskosten (45 000 Euro) von der Landeswasserversorgung und der Nordostwasserversorgung. Rund 80 Prozent des Weinstädter Wassers kommen von dort, der Rest ist Eigenwasser. Bemerkbar macht sich auch die Investitionstätigkeit ins Leitungsnetz in den vergangenen Jahren, wodurch die Abschreibungen um 77 200 Euro nach oben klettern. Fürs Personal ist ebenfalls mehr fällig (39 700 Euro) – und auch die Konzessionsabgabe an die Stadt soll um 10 300 Euro steigen.

Der Ausbau des Eigenwasseranteils ist indes kein Allheilmittel, um die Kostensteigerungen in den Griff zu kriegen. Auf Nachfrage von Freie-Wähler-Stadtrat Armin Zimmerle betonte Thomas Meier, dass Weinstadt den Anteil des Wassers aus eigenen Quellen höchstens auf 25 bis 27 Prozent erhöhen könne. Wenn eine Quelle saniert wird, heißt das zudem nicht automatisch, dass dann mehr Wasser gewonnen wird. Zudem muss bei den Arbeiten aufgepasst werden, die Wasserader nicht zum Versiegen zu bringen. „Es besteht ein Risiko.“

Noch ist die Gebührenerhöhung nicht beschlossen. Das letzte Wort hat der Gemeinderat – und zwar in seiner Sitzung am Donnerstag, 12. Dezember.

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